Thursday, 14 December 2017

Reisebericht

Start der Reise war am 29. August 2008 um 02.00 Uhr früh, als wir gemeinsam von Steyr bzw. Traun Richtung Flughafen München abfuhren. Trotz der frühen Zeit herrschte gute Laune, wenn man doch weiß, welche große Reise in wenigen Stunden beginnt.

Rechtzeitig – mit einigem Zeitpuffer – erreichen wir den Münchner Flughafen, die Verabschiedung geht rasch über die Bühne, da stehen wir auch schon im Abflugterminal. Pünktlich um 07:10 Uhr startet der Airbus A319, der uns nach London-Heathrow bringt, von wo aus wir um 11:25 Uhr aus mit der Boeing 747 Richtung San Francisco starten. Die Flüge verlaufen angenehm ruhig, das Entertainment-System an Bord lässt die Flugstunden rasch vergehen. Um 14:15 Uhr landet unsere Maschine nach einer schönen Flugstrecke über Grönland, Kanada, die Rocky Mountains und das Napa Valley am San Francisco Airport, der Blick auf die Golden Gate Bridge blieb uns aber verwehrt, da wir nach einer Kurve von Süden herauf landeten. Sofort nach der Immigration und dem Zoll holten wir das Gepäck ab und zogen Richtung Rental Car Station, wo wir unseren Mietwagen nach gut einer Stunde erhielten. Zur Auswahl standen mehrere Modelle der gewählten Klasse, die Wahl fiel letzenendes nach verschiedenen Auswahlkriterien wie etwa Kofferraumgröße, Farbe des Wagens in Bezug auf die hohen Temperaturen, keine Einsicht in den Kofferraum und die Innenausstattung und Staufächer. Das von zuhause schon mitgebrachte Navigationsgerät hatte bereits die Karten für die USA installiert, so stand einem sofortigen Test – auf der Strecke zum bereits vorgebuchten Hotel - nichts mehr im Wege. Diese führte sodann gleich über die Interstate, um einen ersten Eindruck von den mächtig gebauten Straßen von San Francisco zu bekommen.

Nach dem Entladen des Gepäcks in unser Hotel "Best Western Grosvenor" machten wir uns sofort auf den Weg in die Stadt und erkundeten erstmals den Nordwesten, leider herrschte starker Nebel (der hier entgegen dem uns bekannten Nebel regelrecht entlang des Bodens wie Rauch dahinzieht), so konnten wir nur einen Blick auf die Pfeilerkonstruktion der Golden Gate Bridge erhaschen. Also führte die Tour weiter durch die Straßen der Stadt, wo wir abends die Stadt aus erhöhtem Blickpunkt vom Coit Tower aus beäugten, von dort hat man einen wunderbaren 360° Rundumblick auf Downtown, Fisherman's Wharf und die vielen Hügel hat. Nach dem Sonnenuntergang machten wir uns spät abends wieder auf den Rückweg ins Hotel – die Jetlag-Müdigkeit machte sich schon stark bemerkbar.

Der Morgen des 30.08.2008 brachte erstmals ein für einen Start in die USA typisch amerikanisches Frühstück mit sich – Bratwürste, Erdäpfelpürree uvm. lockerten den Magen schon frühmorgens. Daraufhin starteten wir in den ersten Tag mit dem Alamo Square, dem für SFO typischen Postkartenmotiv, wo historische viktorianische Wohnhäuser vor der modernen Skyline Downtown San Francisco's einen tollen Kontrast bieten. Mit dem Auto streifen wir weiter durch die Straßen der Stadt zur berühmten Lombard Street, wo wir natürlich – wie viele andere auch – einmal mit unserem PKW die 7 Serpentinen hinunterfahren. Nach einem kurzen Fotostopp geht's weiter entlang des Regierungsviertels hinunter zur Fisherman's Wharf, wo wir am Ende der Beach Street hinter dem SF Maritime Historic National Park ganz in der Nähe des Cable Car Turnpoints einen kostenlosen Parkplatz in bester Lage ergattern können. An der Strandpromenade entlang versuchen wir uns wieder an Fotos der Golden Gate Bridge, leider verwehrt uns diese wieder der zähe Nebel.

Also beschließen wir, unsere erste Cable Car Fahrt zu absolvieren; am Turnpoint für die Cable Cars werden sie durch die Fahrer noch händisch umgedreht, bevor sie wieder ins unterirdisch verlaufende Stahlseil eingeklinkt werden, um sich über die Höhen und Tiefen der Stadt zu winden. Nach kurzer Wartezeit in der Schlange, die übrigens im Gegensatz zu den üblichen Menschenmassen vor allem Nachmittags noch sehr klein ist, startet unsere Bahn hinauf über die Market Street bis runter zur Endstation in Downtown SFO , wo wir zu Fuß weiter durch die Straßenschluchten ziehen.

Reges Treiben und eine bunte Mischung an Menschen herrscht hier vor. Nachdem wir wieder mit der Cable Car zurück zum Fishermans Wharf fahren, setzen wir uns ins Auto und fahren aufgrund des aktuell sehr sonnigen Wetters sofort rüber zur Golden Gate Bridge. Entlang des Ufers der Bay gibt es immer wieder unzählige Fotomöglichkeiten, bevor wir schließlich beim Baker Beach, der westlich der Bridge liegt, einen ersten Halt machen. Unweit entfernt geht es weiter zur Brücke selbst, wo sie gut aus den verschiedensten Perspektiven bestaunt werden kann, sei es von der Seite, von hinten, von unten oder aber auch direkt darauf. Den Rest des Tages verbringen wir dann wieder in der Stadt mit Cable Car Fahrten, da wir die Tageskarte um 15$ noch ausnutzen möchten. Spätabends sehen wir uns noch verschiedene Stadtteile und den Fisherman's Wharf mit seinen köstlichen Meeresgerichten im Nachtambiente und den bekannten Seelöwen am Pier 39 an, um auch diesen genialen Eindruck fest zu behalten.

31.08.2008 – es geht raus aus der Stadt Richtung Süden – entlang der rauen, aber wundervollen Pazifikküste am Highway Number One. Unser erstes Tagesziel ist die Stadt Monterey, wo wir das dortige Aquarium besuchen. In dieser ehemaligen Konservenfabrik gibt es so ziemlich alles zu sehen, was im Meer und speziell in der dortigen Region lebt und gedeiht. Am späteren Nachmittag erst führt uns der Weg weiter Richtung Südwest, wiederum der Küste entlang, wo wir die schönere Strecke über den (privaten) 17-Mile-Drive wählen, welcher seine 9,25 $ Mautgebühr allemal wert ist, bietet er doch mit seinen vielen Zypressen an den Felsküsten - untermalt von den vielen schön gepflegten Stränden und Golfplätzen – ein einmaliges Erlebnis der Pazifikküste. Erst am Abend zum rechten Sonnenuntergangslicht befahren wir den wohl schönsten Teil des Highway No. 1, die Gegend um "Big Sur" bis nach San Simeon. Ist doch die Küste an diesem Streifen ohnehin nicht schon schön genug, besuchen wir nach einem erhaltenen Tipp den Julia Pfeiffer Burns State Park. Hier ist ein ziemlich schönes Plätzchen Natur, Süßwasser aus einem kleinen Wasserfall fließt hier nämlich in die Meeresbucht, was im Licht der gerade untergehenden Sonne einen faszinierenden Augenschmaus darstellt. Nach einiger Zeit dann beeilen wir uns noch, im letzten Licht des Abends noch möglichst viel der restlichen Strecke zu sehen. Leider schaffen wir es nicht mehr ganz, erst im Dunkeln erreichen wir unser heutiges Endziel – San Simeon, dort übernachten wir im Hotel "Sands by the Sea".

01.09.2008 – ein Feiertag, der "Labor Day" in den USA lässt uns heute noch vor den Toren LA's verweilen, um dem großen Besuchersturm und Verkehrsfluss zu entgehen. Über San Luis Obispo, Pismo Beach, Guadalupe und Lompoc gelangen wir durch riesige Obstplantagen in dieser Ebene hindurch nach Santa Barbara. Diese mexikanisch angehauchte Stadt glänzt vor allem mit ihrer großen Missionskirche und hölzernen Pier "Steams Wharf", der sogar mit dem Auto befahren werden kann. Dort testen Eric und Kirstin erstmal die kalifornische Meeresküche bestehend aus Austern und einer ganzen Krabbe. Später besuchen wir noch die Missionskirche, bevor wir uns wieder auf den Weg machen in Richtung Ventura machen. Auch Ventura hat ganz klar einen mexikanisch-spanischen Hauch zu bieten - hier möchte Flo Feuerwehrautos fotografieren, jedoch keine alltäglichen, sondern die hier blau-gelb-gefärbten Fahrzeuge. Also klappern wir einige Feuerwehrstationen ab, um uns nach dem Weg zur richtigen Fire Station durchzufragen. Im Ventura County, also außerhalb Venturas werden wir schließlich fündig und man zeigt sich freundlich und fährt die Fahrzeuge extra aus der Halle. Da die Sonne schon untergeht, fahren wir entlang der Küste weiter über Malibu nach Los Angeles, was wir schon im Dunkeln erreichen. Nach längerer Hotel-Preisvergleiche in Hollywood finden wir schließlich ein passendes – das "Hollywood City Inn" in unmittelbarer Nähe des Hollywood Boulevards.

02.09.2008 – Heute steht LA auf dem Plan. Unser erstes Ziel ist dabei das Griffith Park Observatory auf einer Anhöhe - nach einem kurzen Stop unterwegs bei LA's Firefightern - dass einen großartigen Blick auf die Weiten dieser Stadt bietet. Allerdings bietet der Blick nicht all zu viel Sehenswertes, der viele Smog lässt gerade noch die Skyline von Downtown LA erahnen, das Meer rund um Santa Monica ist schon nicht mehr zu sehen. Doch ein fantastischer Blick bietet sich hier auf das berühmte "Hollywood" Schild am Hang der Hügelkette dahinter. Zum ersten Mal fallen uns hier auch die Kolibris auf, die hier in freier Wildbahn leben.

Über den Mulholland Drive entlang des Hügelrückens biegen wir über einen der zahlreichen südverlaufenden Drives wieder hinunter Richtung Hollywood, unterwegs bieten sich immer wieder Ausblicke auf die großen Villen von Beverly Hills. Wir erkunden weiter die Straßenzüge von Hollywood, Bel Air, Beverly Hills und dem Nobelviertel rund um den Rodeo Drive mit all seinen Shops von Gucci bis Versace. Die Tour führt uns als nächstes nach Santa Monica, wo wir uns den Venice Beach vorgenommen haben. An diesem Strand wurden schon so manche Filme gedreht, von Baywatch ganz zu schweigen. Doch der erste Eindruck des oft als "selbstdarstellenden und pulsierenden" Trubels an dieser langen Strandpromenade wirkt eher gefährlich, vor allem, wenn man die hier herumlungernde Klientel beobachtet. Doch auch viele einfach nur ausgeflippte Leute stellen sich hier zur Schau, als Straßenmusiker oder Künstler. Dazwischen neben den Touristen mischen sich die Einheimischen, die hier laufen, auf ihren Beachcruiser-Fahrrädern herumradeln oder mit dem Surfboard unter'm Arm zum Strand unterwegs sind.

Wir beschließen also auch, uns dem Strandleben hinzugeben und stürzen uns in die Fluten des Pazifik. Das Wasser ist angenehm warm und die Wellen sind klasse, entlang des Strands überall die typischen Lifeguard-Türme der Rettungsschwimmer mit dem aus dem TV bekannten gelben Fahrzeugen davor. Es erinnert an so manche Baywatch-Folge, die auch vielfach hier gedreht wurden. Gegen Abend machen wir uns wieder auf den Rückweg nach LA bzw. Hollywood, vorbei am Santa Monica Pier mit seinem Vergnügungspark darauf.

Wir fahren am selben Abend noch mit der Subway zum Kodak Theatre, von wo aus wir noch eine Runde entlang Hollywoods Sehenswürdigkeiten wie etwa eben dem Kodak Theatre, dem Mann's Chinese Theatre oder auch dem dort verlaufenden Walk of Fame.

03.09.2008 – Es geht ab in die Universal Filmstudios. Schon rechtzeitig in der Früh sind wir dort, doch erst um 10:00 Uhr lässt man die Besucher ins Gelände. Wir erstellen schon vor Einlass einen "Schlachtplan", wie wir möglichst alle Attraktionen besuchen können. Den Tag beginnen wir hier aber mit einer Studiotour, die uns an den verschiedensten Filmsets, Lagerhallen, Nachbau-Städten, Filmrequisiten und an dazwischen eingebauten Show-Stops vorbeiführt. Da die meisten Shows zu fixen Zeiten beginnen, ist eine genaue Zeitplanung unumgänglich. Zu sehen gibt es dann verschiedene Shows und Rides (also Fahrgeschäfte) zu Kinofilmen wie etwa Backdraft, Jurassic Park, The Mummy, The Simpsons, eine atemberaubende Stuntshow zu Waterworld und viele mehr. Sehr angenehm erweisen sich zwischendurch die überall eingebauten Sprühnebel-Maschinen, die die Hitze von rund 35° C erträglicher machen. Auch wenn wir zB. beim Jurassic Park Ride ziemlich nass wurden, trocknet man durch die Hitze im Freien relativ rasch wieder. So verbringen wir schließlich den ganzen Tag bis 18.00 Uhr in den Universal Studios. Den Universal Studios vorgelagert ist ein großer Shopping- und Foodcourt. Dort kehren wir abends noch in ein "Bubba Gump" Lokal ein. In dieser Restaurantkette gibt es alles – vorwiegend aber Shrimps-Gerichte – voll an den Kinofilm "Forrest Gump" ausgerichtet, aus dem der Name Bubba Gump stammt. Originale Teile aus dem Film wie Kleidungsstücke usw. sowie etliche Fotos rund um das Filmset und Tom Hanks zieren das absolut kultige Lokal. Nach dem US-typischen "Wait to be seated" wird uns ein Platz zugewiesen, der Kellner kommt und stellt sich persönlich vor und erklärt uns Newbies den Ablauf zum Bestellen in den Bubba Gump Lokalen. Hat man einen Wunsch zB. für eine Bestellung, gibt es dafür zwei Blechschilder am Tisch, auf einem steht "Run Forrest Run" geschrieben, auf dem anderen "Stop Forrest Stop". Je nachdem kann man so den Kellner rufen. Sehr gut sind die Speisen, vor allem eben besagte Shrimps-Gerichte und Fischgerichte stehen auf der Speisekarte, aber auch Fleischgerichte. Alles in allem, absolut kultige Restaurants mit hervorragendem Speiseangebot. Die Restaurantkette gibt es übrigens in vielen Städten entlang der Westküste. Übernachtet wird heute ein letztes Mal im "Hollywood City Inn".

04.09.2008 – Auch heute ist wieder Unterhaltung angesagt, diesmal im Disneyland und dem angeschlossenen California Adventure Park in Anaheim/LA. Disneyland, was braucht es mehr Worte? Hier findet man sämtliche Filmfiguren aus Walt Disneys Zeichnungen und Filmen genauso wie unzählige Rides mit verschiedenen Themen, sei es eine Indoor-Achterbahn unter dem Indoor-Sternenhimmel oder die Unterwasserfahrt in Nemos Aquarium. In 3D-Stationen wie zB. Toy Story kann der Besucher in seinem "Auto" mit virtuellen Schüssen aus einer Vorrichtung am Wagen Luftballons usw. auf der 3D-Wand abschießen. Gegen den mitfahrenden Partner macht das echt Spaß, wenn man am Ende den jeweiligen Highscore vergleicht. Im California Adventure Park, der der Vergnügungspark mit den Achterbahnen usw. ist, bestreitet Flo die erste richtige Achterbahnfahrt seines Lebens, mit dem "California Screamin", der uns in 4 Sekunden auf 90 km/h beschleunigt und in die 2:36min Fahrt schießt, Looping inklusive. Unseren Gesichtern zu Folge hat es sichtlich Spaß gemacht, drei weitere Fahrten folgten noch im Laufe des Tages. Ebenso Premiere gab's mit dem Bigshot, der uns in 50 Meter Höhe katapultierte und im freien Fall wieder zurückstürzen ließ. Auch hier gab's eine Wiederholung.

Die Wartezeiten an den Stationen sind allesamt nicht tragisch, maximal 30 Minuten stellen wir uns an einigen an, anderswo gar nur 5 Minuten. Und auch heute nutzen wir wieder die Tickets bis zur Schließung des Parks voll aus, ehe wir hundemüde im "Super 8 Anaheim" ganz in der Nähe vom Disneyland .

05.09.2008 – Nachdem wir noch einige Feuerwehrstationen im südlichen LA besuchen, unter anderem auch die Wache 127, wo in den 70ern die Kultserie "Notruf California / Emergency!" gedreht wurde, erreichen wir über die Küstenstraße vorbei an Long Beach und Huntington Beach unser nächstes Ziel – San Diego. Die größte unserer befahrenen Straßen kam uns hier unter die Räder, hier hatte der Highway insgesamt 18 Spuren, unglaublich! Was uns auch auffällt, dass sehr viele Autos ohne Kennzeichen herumfahren. Abgesehen von den Rostschüsseln, die man ab und zu sieht, als würden sie bei jedem Kanaldeckel jeden Moment auseinanderfallen. Noch am Nachmittag sehen wir uns aber die gegenüberliegende Halbinsel mit dem darauf liegenden "Cabrillo Point" an, wo seinerzeit der Spanier Cabrillo auf kalifornischem Boden gelandet sein soll. Dort befindet sich auch ein toller Aussichtspunkt, der einen guten Überblick auf die Stadt und ihre Militärgeschichte bietet, wofür San Diego ja bekannt ist mit seinem Marineflieger-Stützpunkt und dem Marinehafen mit seinen Flugzeugträgern und Großschiffen. Im Visitor Center besorgen wir uns sofort die Annual National Park Card, mit der wir für 80$ ein Jahr lang freien Zutritt in alle Nationalparks haben, jedoch leider keine State Parks. Zurück über die große Verbindungsbrücke aufs Festland – auf der es übrigens extra Schilder mit Notfallnummern für suizidgefährdete Personen gibt - durchqueren wir noch Downtown und den Hafen, wo auch das Flugzeugträgermuseum und die Marine-Denkmäler zu finden sind.

Auf dem Rückweg kommen wir unweigerlich an einem Brand eines Wohnhauses in der Logan Avenue vorbei, wo Flo noch etliche Fotos von den zahlreichen Feuerwehrfahrzeugen schießt, Eric hält die Szenerie. Am Abend besuchen wir noch das pulsierende Gaslamp-Quarter mit seinen unzähligen Lokalen und Restaurants, wo wir jedoch nicht einen Funken Chance auf einen Parkplatz haben. Genächtigt wird heute und morgen im "Super 8" am Hotel Circle South.

06.09.2008 – Dieser Tag steht ganz im Zeichen des Besuchs des weltberühmten San Diego Zoo's. Um die Ausmaße dieses gigantischen Zoos zu sehen, nehmen wir zuerst an der Bustour teil, die uns entlang der vielen Gehege gut die Größe des Areals, nämlich 40 Hektar, vermittelt. Danach stürzen wir uns ins Geschehen. Die rund 800 Tierarten im Park kann man gut zu Fuß bzw. auch per Seilbahn von einem Parkende zum Anderen erreichen. Die Anlagen bieten gute Einblicke in die Gehege von Flusspferden, Giraffen, Tigern, Elefanten und so vielem mehr. Dabei befinden sich die Tiere in für sie typischen Arealen, zB. einem Regenwald, der Wüste etc. Wiederum bis zum Schließen des Parks nutzen wir die Zeit, um wirklich alle Gehege sehen zu können. Für durstige Besucher bietet der Park ein Angebot, einen Liter-Mug mit einem Panda darauf und Strohhalm, für einmalige 12$ jederzeit wieder befüllen zu lassen. Flo's "Panda Mug" hat uns so die ganze Reise über noch öfters begleitet (Insider...)

07.09.2008 – Wir verlassen San Diego über den Silver Strand Boulevard und stechen mit unserer insgesamt längsten Etappe nach Osten in Richtung Landesinneres in den Bundesstaat Arizona, während wir der mexikanischen Grenze entlang die Bergkämme und Schluchten an der Staatengrenze durchqueren. Spektakulär sind hier an den Interstates im Bergland beim Bergabfahren die Ausweichspuren für LKW's, diese enden in einem Schotterhaufen, gleich dahinter geht's einige Meter in den Abgrund. Unterwegs bei einem Tankstopp machen wir erstmals Begegnung mit der extremen, windigen und trockenen Hitze, die einen beim Aussteigen aus dem klimatisierten Auto fast erschlägt. Die Strecke entlang der mexikanischen Grenze verläuft durch teils wüstenartige Landschaft, immer entlang an der martialischen Grenze, bestehend aus einem meterhohem Stahlzaun, viel Stacheldraht und sperrenähnlichen Objekten vor dem Zaun. Man könnte fast meinen, hier ist das Land hermetisch abgeriegelt. Zwischendurch fallen uns immer wieder die Fahrzeuge der US Border Patrol auf, die im Gelände oder auf Straßen-Checkpoints herumstehen. Bei diesen Checkpoints werden wahlweise Fahrzeuge zur Seite gewunken und auf Illegale oder Schmuggelwaren kontrolliert, alle anderen Fahrzeuge müssen die Pässe der Insassen vorweisen und ein paar kurze Fragen zur Herkunft und dem Reiseziel beantworten. Speziell nachts muss das doch ein witziger Job sein, wie wir selbst erlebten. Wenn dann beim Checkpoint inmitten der weiten Prärie ein einzelner Lichtmast steht, vor dem die Grenzbeamte von Tausenden von Moskitos umschwärmt wird und dabei ab und zu einmal ein Fahrzeug kontrolliert – "The Bugs, they're everywhere" - wie lustig...

Unterwegs durchfährt man auch die Gegend um El Centro, dieses Tal liegt hier 5 Meter unter dem Meeresspiegel. Gut erkennbar an den Markierungen auf einem Wasserturm und natürlich an den Temperaturen, die draußen vorherrschen. Am späten Nachmittag erreichen wir durch einen kleinen Umweg rund um ein militärisches Sperrgebiet die Ortschaft Ajo, von wo aus wir Richtung Süden in das Organ Pipe Cactus National Monument mit seinen Saguaro- und Organ Pipe Kakteen inmitten der felsig-offenen Wüstenlandschaft fahren, wo speziell die Saguaros wie regelrechte Wälder die Vegetation dominieren. Vom Visitor Center weg führt ein 20 Meilen langer befahrbarer Rundweg durch die Landschaft um ein Felsmassiv herum, zwischendurch bieten Infopunkte immer wieder Wissenswertes über die dort vorkommenden Pflanzen und Kakteen. Auch Informationen, wie etwa die Giftigkeit und Stechfreudigkeit mancher Kakteen. Unterwegs zieht plötzlich ein Gewitter auf, dass wie ein typischer Landregen eine schöne Stimmung aufbringt, große Wassertropfen mit Blitzeinschlägen, während von der anderen Seite die Sonne herunterlacht. Insgesamt ein tolles Lichtspiel inklusive zwei Regenbögen! Wir nutzen die Zeit bis zur tiefstehenden Sonne, ehe wir zur letzten Etappe Richtung Tucson, AZ aufbrechen, welches wir dann bereits im Dunkeln erreichen. Ein günstiges Motel für eine Nacht zum Preis von lediglich 40 $ (für drei Personen) finden wir auch schnell mit dem "Western Inn Tucson".

08.09.2008 – Der erste Sightseeing-Part ist heute das Pima Air & Space Museum in Tucson, AZ, dass rund 250 Flugzeuge aus allen Ländern und Epochen beheimatet, die auf einem riesigen Areal im Freien und in Hangars (von außen) besichtigt werden können. In dieser Region Arizonas brennt die Sonne rücksichtslos vom Himmel, das spüren wir auch an diesem Tag, zum Glück gibt es aber überall die für die USA typischen Wasserspender, eine immer willkommene Abkühlung. Da der Süden Arizonas für sein Wüstenklima ja bekannt ist, gibt es in Tucson auch das AMARC (Aerospace Maintenance and Regeneration Center), das auf einem Areal von fast 11km² nicht weniger als 4.600 stillgelegte, beschädigte oder eingemottete Luftfahrzeuge der Streitkräfte lagert. Dort werden diese in ihre Einzelstücke zerlegt, welche entweder kontrolliert vernichtet oder als Ersatzteile weiterverwendet werden. Um sich einen (sehr kleinen) Überblick über dieses Gelände zu verschaffen, erkunden wir noch die East Escalante Road und die Kolb Road, von wo aus man einen kleinen Einblick in das riesige Gelände erhält. Fotografieren lässt sich nur schwer, da das Gelände zum Einen fest eingezäunt ist und zudem die eingemotteten Flugzeuge teils abgeklebt sind. Trotzdem ist es ein faszinierender Anblick, wenn man dort hunderte von C-130 Hercules oder F-16 in der Wüste herumstehen sieht. Durch das trockene und heiße Klima begünstigt sich die Lagerung der Flugzeuge, da Rost und andere Verwitterungserscheinungen hier tabu sind.

Unmittelbar nach Ende unserer Runde starten wir Richtung Norden, wo wir Arizonas Hauptstadt Phoenix nur streifen und uns bis nach Camp Verde bei Sedona vorkämpfen, dort besuchen wir entlang der I-17 das Montezuma Castle, eine in großer Höhe in Fels geschlagene Indianersiedlung, eine der besterhaltensten Felssiedlungen Nordamerikas. Der Aufenthalt dort dauert nicht lange, da der Blick nur von unten auf den Felsen möglich ist. Weiter geht es wiederum Richtung Norden, wo wir im Red Rock State Park den Loopdrive befahren, der uns entlang der tiefroten Gesteinslandschaft führt, zu einem der dortigen Höhepunkte, wo sich der Cathedral Rock im vorbeifließendem Wasser spiegelt – ein Traummotiv. Im Verlauf der weiteren Strecke Richtung Norden kommen wir noch an einem natürlichen Badeplatz vorbei, an dem das Wasser ein glattpoliertes Basin in die roten Felsen gezogen hat, zum Baden ist es jedoch schon zu spät, wir wollen heute noch Flagstaff erreichen, unserem nächsten Etappenziel, wo wir zwei Nächte verbringen werden. Den Abend beschließen wir noch in der Shopping Mall und bei "Buffalo Wild Wings", einer originellen Fastfoodkette im Ambiente eines amerikanischen Sportstadions. Flagstaff selbst ist ein kleines Touristenstädtchen entlang der historischen Route 66, die vorbeifahrende Eisenbahnstrecke vermittelt heute noch ein wenig Stil dazu.

Ein Bad im Swimming Pool und Spa ist der Ausgangsort für eine langwierige Erkältung von Flo, da der Rückweg vom Indoor-Pool über den Parkplatz im windigen Freien führte...

09.09.2008 – Der Grand Canyon ruft. Schon frühmorgens brechen wir auf nach Nordwesten Richtung Grand Canyon durch den Kaibab National Forest mit einem kurzen Zwischenstopp am Grand Canyon Airport, wo wir uns über Hubschrauberrundflüge erkundigen. Enttäuscht werden wir jedoch vom ersten Anbieter, der den großen Rundflug nur dann durchführt, wenn die entsprechende Sitzplatzanzahl ausgelastet ist, eine Buchung würde dann auf "Gut Glück" erfolgen, was uns aber zu unsicher ist. Zudem waren aktuell keine anderen Besucher dort, die mit uns fliegen hätten können. Erst später kommt eine deutsche Gruppe hinzu, mit der der Hubschrauber vollbesetzt wäre. Da jedoch eine ihrer Mitreisenden den Flug nicht mitmachen will, stehen wir wieder vor dem selben Problem. Also verlassen wir das Gebäude erstmal, doch gleich dahinter findet sich noch ein zweiter Anbieter, wo die Hubschrauber entgegen dem Ersteren ständig ankommen und abfliegen. Hier ist ordentlich viel Betrieb, der Flug dort ist jederzeit möglich, über mangelnde Auslastung brauchen wir uns bei diesem Andrang keine Sorgen machen. Also buchen wir gleich den Flug für 15:00 Uhr, ausschlaggebend dafür sehen wir die Lichtverhältnisse zu dieser Zeit am Nachmittag. In den folgenden Stunden bis zum Abflug erkunden wir jedoch den Südteil des Grand Canyon mit dem PKW, der East Rim Drive bietet dazu eine tolle Möglichkeit zu einer Fahrt entlang der Canyonkante. Mehrere Viewpoints wie der Mather Point, Yavapai Point, Yaki Point, Grandview Point oder Moran Point, Lipan und Navajo Point, der Desert View - sie alle laden ein zum Verweilen und bieten ständig wieder andere Motive und Ausblicke in die tiefe Schlucht. Letzterer hat zudem einen bis ins Detail nachgebauten Navajo-Turm, der auch bestiegen werden kann. Beim ersten Mal ist es jedoch für uns immer sehr schwer, die Tiefe dieses großen Lochs in der Erde abzuschätzen...

Rechtzeitig fahren wir wieder zurück zum Grand Canyon Airport, wo wir gleich "einchecken" können. Der Check-In erfolgt mit einem kurzen Abwiegen jedes Passagiers, worauf die Sitzplatzverteilung im Hubschrauber basiert. Nach einer kurzen Sicherheitsbelehrung und wenigen Warteminuten sind wir auch schon am Weg zu unserer Maschine, einem Eurocopter EC-130 Colibri mit 6 Sitzplätzen für die Passagiere. Flo bekommt einen Fensterplatz links hinten, Eric hinten in der Mitte, Kirstin sitzt in der ersten Reihe mittig neben dem Piloten. Der Flug führt vom Airport direkt über die Abbruchkante des Canyons hinauf Richtung Nordosten, über Green River und Colorado River, bevor wir knapp unterhalb der Nordkante wieder über den Nordwesten rückkehren. Während des Flugs werden über unsere Headsets Musik bzw. Erklärungen zu den Höhepunkten des Flugs eingespielt. Der Flug verläuft sehr angenehm, durch die einmalige Landschaft unter und rund um uns sind die Augen fast schon überfordert, zwischendurch läuft der Auslöser des Fotoapparats und der Videokamera natürlich heiß. Das Licht des Nachmittags taucht die Felsformationen geradewegs in das rechte Licht, noch nicht zu tief, aber auch nicht zu hoch. Gut 50 Minuten dauert der Rundflug, ehe wir wieder in den Landeanflug übergehen. Nach dem Flug steuern wir noch das Grand Canyon Village an, wo wir noch entlang des Bright Angel Trails einige Meter unterhalb der Canyonkante wandern, ehe wir wieder zurückgehen.

Zuletzt wollen wir noch den fixen Höhepunkt dieses Tages erleben, natürlich den Sonnenuntergang am Grand Canyon. Wir beschließen, diesen am Mather Point zu bestaunen, wo wir uns gegen 17:30 Uhr rechtzeitig einen Platz in erster Reihe der Menschenmenge reservieren. Bis nach Untergang der Sonne verweilen wir hier und genießen das Farben- und Schattenspektakel auf den Canyonhängen vor uns, worauf die Sonne von hinter uns kommend ihre letzten Strahlen wirft. Danach fahren wir auch schon wieder retour nach Flagstaff zur Übernachtung. In einem kleinen Tankstellenshop sehen wir übrigens wieder mal was für uns ganz Neues – einen Energiespray. Diese kleine unscheinbare Dose birgt ein Gemisch in sich, dass wahrscheinlich für die Fahrer gedacht ist, die mitten in der Nacht noch längere Strecke zurückzulegen haben. Dabei warnt das Etikett schon, dass ein Zug stärker als 2 Liter Espresso sind - Atemprobleme, Herzrasen, massiv erhöhter Blutdruck uvm. werden als mögliche Nebenwirkungen angegeben. Genauso gibt es auch Sprayfläschchen gegen Zahnschmerzen usw. Meist finden sich solche Supermedikamente auch inmitten der schier endlos erscheinenden Regale der Supermärkte bzw. den darin befindlichen Pharmacy-Abteilungen, wo es alleine ein ganzes Regal nur mit Medizin gegen Erkältungen gibt, die Auswahl von Schnupfenmittel oder Hustenzuckerl fiel denkbar schwer. Zu Abend essen wir im "Outback Steakhouse", einem auf Australien ausgerichteten Steakhouse mit wirklich hervorragenden Steaks. Typisch amerikanisch, frisch vom Grill mit den Grillstreifen darauf, sehr saftig und wunderbar im Geschmack. Dazu gibt es wahlweise verschiedene Beilagen, von der Apfel-Zimt-Sauce bis hin zu Potatoe Wedges uvm.

10.09.2008 – Zeitig am Morgen starten wir unsere Tour von Flagstaff aus Richtung Osten entlang der historischen Route 66, wovon aber nicht mehr allzu viel zu sehen ist. Ab und zu ältere Häuser und Leuchtreklametafeln erinnern noch an die Zeit dieser Strecke, doch auch sie wurde bereits abgelöst. Unterwegs sind wir im Zuge unserer Online-Recherchen noch auf ein gelegenes Naturdenkmal entlang der Strecke gestoßen, den Barringer Meteor Crater entlang der I-40. Dieser Meteoritenkrater ist einer der derzeit noch besterhaltensten Krater auf unserem Planeten, wenn auch mit 1,2km Durchmesser nicht der größte. Doch steht man erstmals an der Kante dieses Kraters, wird einem das Ausmaß und die Wucht dieses Einschlags erst recht bewusst. An einer Führung entlang des Grats beteiligen wir uns, wo man uns nach einer Sicherheitsbelehrung über den "äußerst schwierigen und extrem gefährlich..." zu begehenden Weg viel Interessantes über den Einschlag und die Nutzung in den letzten Jahrzehnten erzählt. Ein angeschlossenes Museum bietet noch mehr Wissenswertes über Meteoriten und deren Überbleibsel auf der Erde.

Die Route führt weiter in den Osten Arizonas bis Winslow, wo wir kurz darauf in den Petrified Forest National Park einfahren, der versteinerte Baumstämme in der weiß-grauen Landschaft bietet. Auf einigen Tafeln wird man ständig darauf hingewiesen, dass das Einsammeln und Mitnehmen der Fossilien strengstens verboten ist und bei Verlassen des Parks mit Fahrzeugdurchsuchungen kontrolliert wird. Doch die vielen Händler vor den Toren des Nationalparks mit regelrechten Großmärkten mit versteinertem Holz dürfte das ziemlich egal sein. Beim Visitor Center hat man auf einem kleinen Rundweg durch die teils fast schon mondartige Landschaft eine super Möglichkeit, die mächtigen versteinerten Baumstämme bzw. Reste davon zu bewundern. Teilweise in schlichtem Braun gehalten, schillern sie oftmals aber auch durch Wind und Wetter glattpoliert in allen Farben. Im Visitor Center wird noch einiges an Information über Entstehung und die Entwicklung der Petrified Woods geboten. Auf der Strecke aus dem Park kommt man noch an der Painted Desert vorbei, hier kann man auf mehreren Rundwanderwegen die verschiedenfarbigen – meist aber Grautöne - Gesteins- und Sandschichten erkunden. Zudem bietet ein der "Newspaper Point" noch einen Ausblick auf Felsmalerien aus früheren Kulturen.

Es ist doch immer wieder witzig anzusehen, welche Jobs es in den USA so gibt. Da sind zum Beispiel vier Mann einer Baustellencrew damit beschäftigt, mit ihren "Stop"- bzw. "Slow"-Schildern dazustehen und die Autofahrer vor der Baustelle zu stoppen oder zum langsam fahren zu beschwichtigen. Steht da nicht bei uns zuhause einfach nur ein Schild dort? Sieht jedenfalls hier ganz witzig aus. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir weiter nordöstlich das Canyon de Chelly National Monument. Dieser in North Rim und South Rim geteilte Schlucht aus kräftig rot-braunen Gesteinsschichten wird von den Indianerkulturen als heilig angesehen, zumal hier der Geschichte nach dutzende Indianer in die Schlucht zusammengetrieben und getötet wurden. Fast unscheinbare Felswohnungen zeugen noch von dieser Zeit.

Die Route am South Rim entlang bringt uns an verschiedenen Vista Points (Aussichtspunkten) vorbei zum Tal mit dem darin stehenden 'Spider Rock' Felsen, von dem aus eine besonders magische Kraft hervorgehen soll. Auf dem Weg zurück aus dem Canyon, fast schon wieder am Ausgangspunkt angelangt, lassen dunkle Wolken am Himmel immer wieder Regengüsse herab, ehe ein tiefschwarzes Wolkenband gefolgt von starken Regenschauern plötzlich eine einmalige Lichtstimmung zaubert. In der Ferne durchbricht ein dick gebündelter Sonnenstrahl die Wolkendecke, während sich über uns zwei traumhafte Regenbögen aufbauen. Aber in solch einer Leuchtkraft, wie wir sie bei uns noch nicht gesehen haben. Also machen wir uns noch einmal schnell auf den Weg zurück zum Spider Rock, wo sich uns ein fantastisches Lichtspiel bietet der Spider Rock hell erleuchtet im Sonnenuntergangslicht, rundherum die tiefdunklen Wolken und der mächtige Regenbogen, beinahe ehrfürchtig sieht es aus.

Da es durch die kurzfristige Fotosession am Canyon de Chelly schon relativ spät wurde, führt uns der Rest der Tagesetappe noch bis Kayenta, am Eingang zum Monument Valley, dass wir erst spät abends erreichen. Da wir bisher noch keines unserer Hotels unterwegs vorgebucht hatten, hofften wir auch hier auf eine "größere" Stadt mit verfügbaren Zimmern. Doch hier wurden wir zum ersten Mal eines Besseren belehrt. Rund zwei Stunden fragten wir uns durch alle Motels und Hotels in und um Kayenta, doch überall nur das bereits bekannte "No Vacancy" Schild (ausgebucht). So standen wir vor der Entscheidung, die Nacht entweder im Auto zu verbringen oder die Hotelsuche hinter dem Monument Valley ab Bluff weiter zu versuchen, was jedoch nicht gerade mehr Erfolg versprach, zumal wir auch dort nicht die Hoteldichte abschätzen konnten.

Mittels Notebook versuchten wir unser Glück noch über mehrere Internetmöglichkeiten und Telefon, doch auch hier überall nur Absagen. Erst im letzten Moment sagte uns der Rezeptionist der Gouldings Lodge, eines Hotelressorts mitten im Monument Valley, noch ein Zimmer zu, allerdings schon "das letzte freie Zimmer" zum Sonderpreis für 190$ für eine Nacht bei drei Personen. Nunja, aber immerhin noch bequemer, als sich im Auto abzufrieren, also buchten wir die Nacht dort. Vor Ort stellten wir fest, dass wir ein wirklich geräumiges Apartment gemietet hatten, dass theoretisch sogar als Ferienwohnung mithalten könnte, in Traumlage inmitten der Felsen des Monument Valley bei superklarem Sternenhimmel – stockfinster natürlich, da keine Stadtlichter den Abendhimmel störten. In einem nahen Supermarkt besorgen wir uns noch ein köstliches Abendessen, bevor wir – vor allem durch die langwierige Zimmersuche – ziemlich gerädert ins Bett fallen.

11.09.2008 – Schon am Vortag beschlossen wir noch, die hervorragende Lage des Apartments zu nutzen, um den Sonnenaufgang im Monument Valley mitzuerleben. So machen wir uns schon kurz vor 06:00 Uhr früh auf den Weg zum nur zwei Kilometer entfernten Visitor Center, von wo aus man einen traumhaften Ausblick auf die 'Mesa' und 'Butte' genannten Tafelberge im Valley hat – genau vor der aufgehenden Sonne, der Anblick war unglaublich. Nach einer Verweilpause starteten wir mit unserem Auto die Rundfahrt durch das Valley über den Loopdrive, der in teilweise abenteuerlicher Bodenbeschaffenheit durch die Felsformationen führt. Befahrbar ist der Trail allerdings erst nach Bezahlung von 5$ pro Person, doch den nur noch rund 300 im Valley lebenden Navajo-Indianern gönnen zumindest wir jeden Cent eher als manch Anderen.

Die Staubstrecke auf dem roten Sandstein bzw. Sandstaub führt entlang mehrerer dieser Tafelberge aus Kalk- und Sandstein, die allesamt Namen tragen wie etwa der "Thunderbird Mesa" oder der "Elephant Butte" - entsprechend den ihnen ähnlich sehenden Gestalten. Durch die mittlerweile schon aufgegangene, aber noch tiefstehende Sonne ergeben sich tolle Farbkontraste. Immer wieder kommt man an aus Film und Fernsehen bekannten Aussichtspunkten vorbei, die einen sofort wieder daran erinnern lassen. Beim Visitor Center in der Gouldings Lodge gibt es ein interessantes Museum der Einwohner, dass detailgetreu nachgebildet deren Lebensweise und die des Gründers dieses Ressorts wiederspiegelt.

In der Mittagszeit schließlich machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Norden, vorher stoppen wir jedoch noch ein letztes Mal im Monument Valley an jenem Straßenstück, dass sich hier durch eine leichte Talsenke in einer langen Geraden durchzieht, im Hintergrund die Mesas des Monument Valley, es sieht aus wie eine Bilderbuchkulisse, einfach gigantisch. Die Strecke führt uns nun weiter nordwärts vorbei an der Kleinstadt Bluff – gut, dass wir am Vorabend nicht hierher zur Motelsuche fuhren, das Ergebnis wäre vermutlich genauso negativ ausgefallen. Entlang der Strecke kommen wir am Mexican Hat vorbei - einer Felsplatte, die wie eine Waage auf einem schmalen Stück Stein liegt und aussieht, als würde sie jeden Moment zur Seite herunterkippen können. Am späten Nachmittag erreichen wir wiederum unser nächstes Etappenziel, Moab in Utah.

Auch hier wider Erwarten überall nur "No Vacancy" Schilder an den Motels. Ebenso wiederum beim fast schon letzten Motel erhalten wir ein noch relativ günstiges Zimmer im "Western Inn Moab". Für Eric und Kirstin geht hier noch ein Wunsch teilweise in Erfüllung, der für Allradfans wie die beiden bekannte "Lions Back" - ein Hügel, der bis vor kurzem noch von Profis mit Allradfahrzeugen extrem steil befahren werden konnte. Aufgrund einiger Unfälle in der Vergangenheit ist das Gelände nunmehr komplett gesperrt worden, so wird es leider auch nichts mit der Tour darauf.

12.09.2008 – Der nächste berühmte Nationalpark wartet bereits auf uns, heute besuchen wir den Arches National Park, der nur unweit entfernt im Norden von Moab liegt. Schon während der Anfahrt zur ersten Attraktion bietet der Park einige Sehenswürdigkeiten, Felsformationen in allen Farben und Formen. Der Weg führt uns zuerst zum Balanced Rock, ein Ei-artiger Felsklumpen, der auf einem schmalen Stück Stein "balanciert. Von dort aus führt die Route weiter zur Window Section, wo die ersten Felsbögen, die ja die Wahrzeichen des Arches NP sind, zu sehen sind. Am einfachen Wanderweg vorbei am Tunnel View gelangen wir zum North und zum South Window. Zwei, wie der Name schon sagt, fensterartige Felsbögen. Folgt man dem Rundwanderweg zurück zum Parkplatz, startet nur unweit der Weg zum Double Arch, dieser mächtige Doppel-Felsbogen lädt ein zum genaueren Erkunden, eine Wanderung bis direkt unter die Bögen ist auch hier möglich und lässt erst darunter stehend die Dimension besser erahnen. Vorbei an einigen weiteren Arches und Felsblöcken steuern wir den Parkplatz der Wolfe Ranch an, von wo aus wir eine gut 45-minütige Wanderung (2,4km) zum Delicate Arch unternehmen, welche über stetig ansteigende Felsplatten hinauf zum Ziel führt. Der auf einem Plateau freistehende Delicate Arch ist ein wesentliches Wahrzeichen des Bundesstaates Utah, prangt er doch auf vielen Logos und auch den Nummernschildern.

Der Trail hinauf führt die meiste Zeit durch trockene und schattenfreie Landschaften, stets bergauf. Doch ist man erst oben angelangt, entschädigt die Szenerie dieses Arches für die vorangegangenen Mühen. Ein steinerner "Krater", an dessen Grat man entlang geht, bis man direkt am Delicate Arch anlangt, der dort alleine und völlig frei steht. In der Ferne kann man die Ausläufer der Sierra Nevada erblicken, die auch im Sommer oftmals schneebedeckt sind, in unserem Fall hat die Fernsicht dazu leider nicht ganz gereicht. Die Landschaft lädt zum Verweilen ein, ehe wir uns auf den Rückweg machen, wo wir gegen 13:00 Uhr wieder bei der Wolfe Ranch ankommen. Weiter geht's sodann mit dem Landscape Arch, dem längsten Steinbogen, der mit rund 100 Metern Länge eine Felswand überspannt. Der Weg dorthin führt abermals durch die pralle Sonne und oftmals durch Sandböden, die einem das Gehen nicht gerade erleichtern. Unterwegs finden sich immer wieder Abstecher zu weiteren kleinen Arches.

Angereichert mit etlichen Eindrücken aus dem Arches National Park verlassen wir diesen Richtung Westen, wo wir zu unserem heutigen Etappenziel, nach Green River übersetzen. Entlang biegen wir noch in den Canyonlands National Park ein, wo uns die Grandview Point Road zu einigen grandiosen Aussichtspunkten führt, die einen Blick in die tiefen Schluchten des hier beginnenden Grand Canyon Ausläufers zulassen. Highlight jedenfalls ist der dort zu findende Mesa Arch, ein relativ kurzer Steinbogen, der entlang der dort steil abfallenden Felswand einige Meter in der freien Höhe überspannt. Nicht nur, dass er in der Früh bei Sonnenaufgang ein geniales Lichtspiel zulässt, wo die Sonnenstrahlen die Unterseite des Bogens beleuchten, können ihn schwindelfrei und mutige Besucher auch begehen. Der Nervenkitzel liegt darin, dass es links und rechts des rund 1m breiten, in der Mitte freistehenden Bogens gut 200m senkrecht abfällt. Aber auch wir wagten uns auf den Bogen, es ist in der Tat ein äußerst eigenartiges Gefühl, wenn man sich beim Gehen auf die Mitte des Bogens konzentriert, im Augenwinkel links und rechts aber trotzdem die Tiefe sieht...Die Strecke führt uns nun nur noch als Zwischenziel nach Green River, wo wir im Super 8 (ab nun immer per Internet am Vortag vorgebucht) übernachten. Dieses kleine Städtchen ist eher als Stop für Trucker und Touristen anzusehen - mehr als ein paar wenige Hotels, Shops und Tankstellen gibt es hier nicht. In einem urigen Truckstop-Grill gibt es noch als Abendessen ein hervorragendes Steak. Praktisch erweist sich immer mehr der in den USA überall übliche "Free Refill", in Fastfoodketten und Restaurants zahlt man nur einen (günstigen) Preis für ein Getränk und erhält beliebig viele und verschiedene Nachfüllungen. Eine geniale Idee!

13.09.2008 – Eine längere Etappe steht vor uns, es geht wieder Richtung Südwesten, über den Capitol Reef National Park und die landschaftlich äußerst verschiedenartige Grand Staircase Escalante, wo wir teilweise Höhenpässe von 12.000 Fuss (3.660 Meter) überwinden, zum ersten Tagesziel, dem Bryce Canyon National Park. Doch schon aus der Ferne ahnt uns nichts Gutes, eine große Rauchschwade genau in Richtung unseres Ziels deutet auf einen größeren Waldbrand hin. Beim Bryce Canyon angelangt, unternehmen wir beginnend vom Visitor Center eine Wanderung über den Navajo Trail hinunter ins Tal, welche sich durch die Felsformation hindurchschlängelt, vorbei an ausgetrockneten Bachläufen, verschiedenfarbigen Steingebilden (typisch für den Bryce Canyon, das rot/orange), und verschiedenen Pflanzen durchwandern wir das Tal unterhalb der für den Bryce Canyon typischen Felsspitzen – vorbei an Gebilden wie etwa dem Queens Garden. Etwas erschöpft kehren wir wieder zurück zum Visitor Center, der Weg herauf zum Rim führt durch den Sunrise Point, unweit entfernt liegt der Sunset Point. Mit dem Auto geht's dann noch weiter zum nahegelegenen Inspiration Point und dem Bryce Point (beide bieten einen guten Blick von der Seite auf das Bryce Amphitheater), dem Farview Point und der Natural Bridge, einem Arch-ähnlichen Bogen, der auch bewandert werden kann.

Bis zum am Ende der Route gelegenen Rainbow Point gelangen wir allerdings nicht mehr, hier versperrt uns der dort gelegene Waldbrand den Weg, die Route ist dorthin gesperrt. Also kehren wir wieder auf unsere Reiseroute zurück uns begeben uns Richtung Süden bis nach Kanab, das wir als Zwischenstopp wählten. Dort buchten wir das "Bon Bon Inn Motel", ein gemütliches Blockhüttenähnliches Motel inmitten dieser gemütlichen Kleinstadt. Wie wir feststellen mussten, hat die Polizei in den USA ganz interessante Absätze zur Abschreckung von Schnellfahrern. Bei der Schulzone steht dort ein echtes Polizeiauto der Kanab Police, in dem eine Stoffpuppe am Fahrersitz über die Einhaltung der Geschwindigkeit wacht. Gute Ideen muss man nur haben...Spätnachts gibt es noch einen ca. 5 Stunden andauernden Stromausfall in der ganzen Stadt, was uns schließlich daran hindert, die aktuelle Entwicklung des Hurricanes in Texas zu verfolgen.

14.09.2008 – Der Tag, an dem alles anders kam...Wir hatten ja im Internet und auf Fotos schon oft die berühmte "Wave" im Gebiet der Coyote Buttes gesehen. Ein Naturwunder, welches von den Park Rangern so vor Touristen geschützt wird, dass täglich nur 20 Personen in das Gebiet wandern dürfen, davon werden zehn sogenannte 'Permits' (Eintrittsgenehmigungen) über das Internet schon Monate voraus verlost, weitere zehn Tickets täglich um 09:00 Uhr in der Paria Ranger Station – gültig für den darauffolgenden Tag. Aufgrund der doch oft negativen Erfahrungsberichte der Internetnutzer, die schon viele Male vergeblich um Permits an der Verlosung teilnahmen, hatten wir die Wave von unserer Reiseziel-Liste wieder gestrichen. Unser kommendes Ziel jedoch war von Kanab aus Richtung Westen Page in Arizona. Auf der Strecke dorthin lag nun genau diese Paria Ranger Station. Was tun also? Dem Optimismus von Eric und Kirstin sei Dank, haben wir beschlossen, unser Glück bei der Verlosung doch einfach zu versuchen, wo es ohnehin an der Strecke liegt. Gesagt, getan – wir kommen erst ca. 10 Minuten vor der Ziehung bei der Station an, wo schon knapp 60 Personen warten, wie wir später erfahren, teilweise schon seit fast zwei Stunden. Flo füllt das benötigte Formular mit unseren Daten aus, wir erhalten unsere Glückszahl "30" in Form einer Bingokugel, die mit den anderen in einen Drehkorb geworfen wird. Nur mehr zwei Personen kommen nach uns in die Station, dann ist Annahmeschluss, die Ziehung startet. Zuerst erfolgt eine kurze Erklärung des Ziehungssystems, dann dreht die ältere Dame auch schon am Rad, die ersten beiden Kugeln werden gezogen, die Freude bei den Gewinnern ist groß.

Eric beschließt noch, schnell mit dem Handy ein Video von der hochoffiziellen Verlosung zu drehen, da ertönt es plötzlich bei der nächsten Kugel "Number 30, this is Florian from Austria, this is also for three Permits". Da ist es auch schon passiert! Während Kirstin und Eric schon darauf hofften, hätte Flo niemals im Leben an einen Gewinn gedacht, noch dazu schon gar nicht beim ersten Mal und 10 Minuten vor der Ziehung...Nun kam diese Gewinnmeldung, das Gefühl dabei ist sehr schwer zu beschreiben. Wenn man sich dann vorstellt, dass man schon morgen in dieser Wave steht, Flo hatte schon leicht feuchte Augen bekommen. Nach uns wurde nur noch eine Zahl gezogen, für zwei Permits. Dann war auch schon das Tageslimit an Permits ausgeschöpft, dutzende Urlauber machten sich verdriesst auf den Weg zu ihren Autos. Viele von ihnen werden es morgen wohl wieder versuchen, für den Rest bleibt die Wave weiterhin wohl nur ein Wunschziel. Übrigens, wird man in der Wave ohne gültiges Permit angetroffen, kostet es satte 600 $ Strafe. Nach der Ziehung erhalten die Gewinner allesamt die nötigen Permits ausgehändigt, man zahlt eine kleine Eintrittsgebühr von 5$ pro Person und bekommt durch den Park Ranger eine Wetterinformation, Anfahrtswege und eine detaillierte Wegbeschreibung, wie man zur Wave gelangt. Selbige ist nämlich im ganzen Gebiet durch kein einziges Schild oder andere Hinweise gekennzeichnet. Ein Navigieren ist nur mittels der erhaltenen vierseitigen Wegbeschreibung mit Fotos der Sichtweisen von verschiedenen Standpunkten oder mittels GPS-Gerät möglich, wir wählten unsere eigene Routenfindung ohne GPS. Unmittelbar nach Bekanntgabe aller Infos besichtigten wir noch die Zufahrtsstraße zum Ausgangsparkplatz, der einige Meilen entfernt liegt.

Der Weg dorthin wurde nämlich schon durch den Park Ranger als sehr schwierig und äußerst unwegsam beschrieben, für unser 2WD-Fahrzeug eventuell ein Problem. Als größte Schwierigkeit stellte sich ein ausgetrockneter "Wash" heraus, also ein sandiges, tiefes Flussbett. Doch für Allradprofi Eric stellte dies kein großes Problem dar, er schaffte es auch mit unserem Fahrzeug durch den Wash. Blieb nur noch die Frage, ob diese Engstelle auch am nächsten Tag noch ebenso befahrbar ist, schließlich bleibt das Risiko, dass andere Fahrzeuge durch deren Versuche noch größere Löcher oder Sandstellen verursachen. So entschieden wir uns über die längere Anfahrtsstrecke, die von Süden aus über die I-89 W und die House Rock Road zum Wave-Ausgangspunkt führt, jedoch auch gute 30 Kilometer Umweg bedeutet, doch diese nimmt man bei so einem Naturwunder gerne in Kauf. Mehr dazu dann am nächsten Tag...

Wir stechen also zurück auf unsere ursprüngliche Route nach Page in Arizona, wo wir heute den Antelope Canyon besuchen wollen – über den Page vorgelagerten Marble-Canyon mit seiner metallenen Navajo-Bridge, die über den tiefgrünen Colorado River führt und den Glen Canyon Dam, dessen Brücke einen guten Blick auf die Staumauer zulässt. Eine einstündige Tour zum Antelope Canyon kostet pro Person 15$ inkl. Transport, die zweistündige Fototour schlägt mit 30 $ pro Person zu Buche. Um dann aber dorthin zu gelangen, ist es notwendig, eine der Touren der Navajo-Indianer zu buchen, die einen mit gut-bereiften und ebenso gut motorisierten Trucks durch die Sandstrecke dorthin bringen – dies alleine ist schon ein Erlebnis für sich. Nach ca. 5 Minuten Fahrt erreicht man den Canyon, der Eingang ist im Prinzip nichts anderes als eine breite Öffnung in der Wand vor einem, gleich dahinter sieht man schon die rosa/orangene Farbstruktur an den Canyonwänden. Unsere Tourguide gibt uns gleich zu Beginn unmissverständlich zu verstehen, dass die 45min, die uns zur Verfügung stehen, nicht überzogen werden sollten, da sie ansonsten eine weitere Stunde verrechnen müssten.

Nun wird also unsere Gruppe aus ca. 15 Personen mit mehreren anderen Gruppen in den Canyon geführt, an vielen Stellen wird uns über die Entstehung des Canyons, dessen Bedeutung für die Navajos und Wissenswertes über die Springfluten ('Flashfloods'), die regelmäßig den Canyon nach Regenfällen überfluten. Da Unmengen von Personen im Canyon unterwegs sind, dauert es teilweise sehr lange, um von einer Station zur Nächsten zu gelangen. So nutzen wir aber den Weg durch den Canyon, um unsere Foto- und Videoerinnerungen festzuhalten, um am Rückweg (den selben Weg wieder zurück) die Farben und die Stimmung in diesem Slot Canyon genießen zu können. Da wir unsere Tour aufgrund der Lichtverhältnisse gegen 13:00 Uhr angelegt haben, da mittags am ehesten die 'Beams' zu sehen sind, also die Lichtbündel, die durch die Löcher in der Canyondecke herunter stechen. Während unserer Tour zeigten sich zwei dieser Lichtspiele, allerdings nicht in der Stärke, wie man sie aus manchen Fotos aus Büchern und dem Internet kennt. Nach gut 45 Minuten dann sind wir wieder am Eingang angelangt, wo wir wieder auf die Trucks verladen werden und uns zurück durch den tiefen Sand kämpfen.

Gleich bei Page knapp 5 Minuten südlich an der I-89 – links der Straße, liegt der Parkplatz als Ausgangspunkt zum Horseshoe Bend. Hier windet sich der Colorado River – noch glasklar in einem tiefgrünen Flussbett – spektakulär um 180°, bevor er weiter Richtung Grand Canyon fließt. Der Weg zum Bend führt bei weit über 30° C über einen leichten Hügel ca. 1,2km durch einen sandigen Pfad hin direkt zur Abbruchkante des Canyons. Neben uns sind auch noch einige weitere Besucher dort, doch wir nutzen die Gelegenheit und setzen uns zum Verweilen sofort an eine ganz besondere Stelle – eine kleine unscheinbare Kante, auf der man sitzen kann und einem der Horseshoe Bend regelrecht zu Füßen liegt. Vor einem geht es dann senkrecht mehrere hundert Meter nach unten, man kann also richtig die Füße baumeln lassen in luftiger Höhe. Der Blick auf den Bend ist einfach ein unvergesslich schöner Anblick, das tiefgrüne Flussbett in der grau/braunen Landschaft des Canyons – eines der Highlights der Reise! Zum Fotografieren sollte man unbedingt ein Weitwinkelobjektiv mitnehmen, da die ganze Kurve sonst wohl nicht auf ein Bild passen wird. Da Flo den ganzen Hinweg zum Aussichtspunkt schon zurückgelegt hat, jedoch sein Weitwinkelobjektiv vergessen hat, bewältigt er die ganze Tour gleich noch mal zurück zum Auto. Aber wie heißt es: "Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Füßen"... Gut zwei Stunden verbringen wir hier und sehen so manchen Besuchern zu, wie sie versuchen, ihre Erinnerungen fotografisch festzuhalten. Sei es der Asiate, der sich am Boden robbend zur Kante vorkämpft, oder die ebenso asiatische Hochzeitsgesellschaft, diese Szenerie als Hintergrund für das Hochzeitsfoto wählen.

Der Weg führt uns dann am späten Abend noch über die Warweap Marina, dem Hausboot-Hafen am Lake Powell zurück ins Hotel "Super 8", das wir in Page vorgebucht hatten. Ganz interessant für uns Europäer ist in Page dort der South Lake Powell Boulevard, dort reihen sich an einer Straße knapp 15 Kirchen aneinander, eine göttliche Straße.

15.09.2008 – Heute geht es auf zur Wave! Wie am Vortag schon beschlossen, wählen wir die Zufahrt über Süden zum Ausgangsparkplatz, der Weg ist eine staubige Schotterstraße, sie ist aber leicht befahrbar - auch ohne 4WD. Aufgrund der Lichtverhältnisse haben wir beschlossen, die Wave um die Mittags- und Nachmittagszeit zu besuchen, weshalb wir erst gegen 10:45 Uhr am Parkplatz ankommen. Die Vorbereitung der Tour nimmt noch einige Zeit in Anspruch, schließlich soll man gut vorbereitet sein. Die Wanderstrecke führt schließlich durch eine Sand-/Felsgegend, auch heute wieder jenseits der 30° C ohne Schatten, also packen wir ausreichend Wasser, Proviant, Erste-Hilfe-Material, Foto- und Videoausrüstung ein, ehe wir starten. Da wir vermutlich alleine im Gebiet mehrere Stunden unterwegs sein werden, möchten wir auf Nummer sicher gehen, schnell mal eben umdrehen gibt es nicht. Im Auto legen wir noch die vorgeschriebene Hälfte unseres Permits auf das Dashboard, falls ein Park Ranger kontrollieren kommt. Das eigentliche Permit selbst muss gut sichtbar außen am Rucksack getragen werden, was den Rangern auch aus der Ferne Kontrollen erleichtert.

So starten wir also die Tour, zu dritt in die weite Ferne der Paria Gegend. Der Weg führt uns zuerst durch die Grenze der Bundesstaaten Arizona und Utah, die hier durch einen Zaun dargestellt ist, durch einen Wash bis zu ersten und einzigen Ausschilderung, die den Weg zum Wirepass Trailhead und der für uns relevanten Coyote Butte ausweist. Ab hier gibt es nun keinerlei offizielle Wegweiser mehr. Ziel 1 ist ein kleiner Stand, an dem wir uns in eine Art Logbuch ein- und Abends wieder austragen müssen, um im Falle, dass wir die Orientierung verlieren oder uns etwas zustößt. nach uns (hoffentlich) gesucht wird. Namen, Startzeit, Herkunft, Adresse, Verständigungstelefonnummer im Notfall uvm. will man wissen. Vor uns sind heute schon einige Personen unterwegs gewesen, dass bedeutet, wir haben nicht mehr viele Begleiter in der Wave, sie gehört uns somit schon fast alleine. Wie sich rasch herausstellt, ist die Orientierung anhand der uns ausgehändigten Wegbeschreibung der Ranger gut aufgezeichnet, den Weg findet man allerdings auch gut, wenn man den vielen Fußspuren folgt. In den vielen kleinen Gebüschen und Erdlöchern in Bodennähe sehen wir uns ständig nach Schlangen um, haben jedoch bis auf mehrere Eidechsen immer noch keine gesehen. Die Wanderung führt uns über Sandsteinplatten, tiefsandige Abschnitte, Hügelkuppen – immer den Berghang unseres Ziels in Sicht.

Ziemlich genau zwei Stunden bis 12:45 Uhr dauerte schließlich die Etappe, ehe wir am Sand-Schüttkegel ankommen, der die letzten Meter vor der Wave darstellt. Dort noch durch den tiefen Sand hinaufgestapft, dann stehen wir da, der Eintritt zur Wave begrüßt uns schon mit den aus Fotos bekannten rot/rosa/braunen Wellen im Gestein. Mit großen Augen folgen wir dem Spalt hindurch, bis wir schließlich im Zentrum der Wave stehen, und siehe da, wir sind alleine hier. Wir genießen diesen Moment erstmal in aller Ruhe aus allen Perspektiven, die hügeligen Kuppen der Wave führen in mehrere Richtungen, wenngleich die Wave selbst nicht übermäßig groß ist, ein eher kleines Areal auf rund 50x50 Metern. Der Hunger kann warten, da wir jetzt noch alleine hier sind, wollen wir erstmal alle Fotos und Videos erledigen, womit wir auch sofort starten. Aus allen Blickwinkeln wollen wir sie festhalten, mit uns oder ohne uns, alles ist perfekt. Auch das Licht ist ideal, wirft es doch dzt. an den Wänden noch fast keine Schatten.

Nach längerer Zeit kommen dann zwei Touristen nach, wobei man sich trotz der geringen Größe der Wave nie im Bild steht, da jeder seine eigenen Motive sucht – und auch findet. Dann pausieren wir erstmal in einer der kleinen Felsspalten, in der einer der Wave-Wellen eine regelrechte Sitzbank formte - ideal, um hier erstmal den Energiehaushalt aufzutanken und den Schatten zu genießen. Spaziert man so über die Wellen im Stein, die ja eigentlich ganz feine Schichten am Gestein sind, hat man fast ein schlechtes Gewissen, um nicht zu fest darauf zu steigen, um nichts herunterzubrechen. Wir beschließen dann, dem Weg zur "Second Wave" zu folgen, die einige hundert Meter weiter das Gegenstück zur echten Wave darstellt. Vorbei an Felsen wie dem "Brain Rock" oder dem "Hamburger", die ihren Namensgebern täuschend ähnlich sehen und einem langen Felshang, der ein Wabenmuster eingeprägt hat, als wäre hier ein Steinmetz am Werk gewesen, gelangen wir auch schon zum Ziel, der Second Wave. Den Anfang dieses zweiten Naturwunders, stellt ein sehr kleiner See dar, in dem sich Urzeitkrebse und Kaulquappen herumbewegen. Im Wasser spiegelt sich wunderbar die Felsmusterung der Second Wave, was ein einmaliges Motiv in Fotos und Videos hergibt. Die Second Wave ähnelt der Wave in vielen Punkten, jedoch sind hier die Gesteinswellen viel intensiver in deren Farben (hier vor allem rot/orange/rosa) ausgeprägt. Ein ebenso toller und unvergesslicher Anblick wie wenige Meter weiter unten.

Als wir wieder zur Wave zurückkommen, ist dort gerade ein US-Paar unterwegs, die aber nicht mehr sehr lange dort verweilen. So genießen wir den Rest des Nachmittags wieder alleine in der Wave und genießen die Stille und den traumhaften Anblick. Gegen 16:00 Uhr treten wir schließlich leider schon wieder den Rückweg an und orientieren uns nun anhand unserer Einprägungen des Weges zurück Richtung unseres Autos. Doch der Rückweg ist leider nun doch nicht mehr so einfach zu gehen, da zwar anfangs noch Fußspuren und Steinmännchen zu sehen sind, diese aber zunehmend immer weniger werden. Nur hin und wieder sehen wir welche, was uns wieder bestätigt, am richtigen Weg zu sein. Hat man beim Hinweg noch die Karte von der Ranger Station, ist man nun völlig auf die eigene Orientierung angewiesen und kann sich seinen Weg nur nach den eingeprägten Berghängen, Bäumen oder Hügeln finden. Doch um 17:45 Uhr treffen wir schließlich wieder auf den Stand mit dem Logbuch, wo wir uns wieder austragen. Sichtlich abgeschlagen und hundemüde erreichen wir unser Auto, wo wir erstmal genügend Wasser trinken, die Hitze ist heute wieder sehr groß gewesen. Doch was bleibt, sind die einmaligen Eindrücke dieses Tages, woran zB. Flo gar nie gedacht hätte, dass er eine Chance hat, je hierfür die Permits zu gewinnen. Die Rückfahrt geht wieder über die Südstrecke hinunter und letztens im Sonnenuntergang wieder gen Westen nach Kanab, wo wir schon am 13. September nächtigten, diesmal buchen wir vor Ort im Super 8 ein Zimmer.

16.09.2008 – Von Kanab aus fahren wir nun Richtung Süden bis Jacobs Lake, von wo aus wir über die I-67 zum Grand Canyon North Rim abstechen. Da wir den Grand Canyon auch noch im Gegensatz zu unsrem ersten Besuch nun von der genau gegenüberliegenden Seite sehen wollen, ist das hier gelegene Visitor Center ideal dafür. An mehreren Abgründen und Aussichtspunkten wie etwa dem "Angels Window" an den Kanten des Canyons kann man sehr gut in die Schluchten hineinblicken. Ganz anders als am South Rim sehen die Felshänge auf dieser Seite viel grüner aus, als von drüben.

Die Fahrt führt uns sodann wieder retour auf die I-89 W in Richtung Zion National Park, den wir am frühen Nachmittag erreichen. Der Zion National Park ist geprägt von hohen, dunkelroten Bergmassiven, die vor allem Kletterer und Bergwanderer anziehen. Entgegen unserer bisher besuchten Nationalparks ist hier das Fahren mit dem eigenen PKW nicht mehr ganz so einfach. Shuttlebusse, die ganztägig bis in die Nacht hinein eine Looptour fahren, an der man jederzeit und an allen Haltestellen kostenlos ein- und aussteigen kann. Um einen Überblick über den Park vom Boden aus zu bekommen, fahren wir erstmal eine ganze Tour mit, ehe wir am Ende der Strecke im "Court of the Patriarchs", einem kesselähnlichen Taleinschnitt aussteigen, um einige Meter entlang des dort verlaufenden Baches zu wandern. Im Bach stolziert gerade ein Reiher seelenruhig auf der Suche nach Fischen umher, ein klasse Fotomotiv.

Weiter unterhab im Tal des Zion Parks findet man noch den "Weeping Rock", ein Felsüberhang, aus dem Wasser herabtropft. Es erinnert sehr stark an die "Rinnende Mauer" bei Molln in Oberösterreich, ein sehr ähnliches Naturschauspiel, bei dem das Wasser durch den porösen Steinsschichten sickert und an den Mooswänden des Felsens schließlich wie ein feiner Wasservorhang heruntertropft. Die Busfahrer hier im Park sind übrigens sehr freundlich - während der Fahrten geben sie uns Passagieren auch immer wieder Fototipps über Lautsprecher durch, seien es Rehe oder Turkey's, die hier entlang der Straße nach Futter suchen. Die Tagesetappe bringt uns schließlich noch bis Hurricane, wo wir ein "Super 8" Motel vorgebucht hatten. Abends gönnen wir uns noch ein saftiges und ebenso köstliches Steak in einer sehr gemütlichen kleinen Grill Bar.

17.09.2008 – Der letzte Tag in freier Natur, bevor wir wieder eine Großstadt erreichen. Wir machen uns auf den Weg weiter nach Südwesten, um das Valley of Fire zu erreichen. Eigentlich könnte man ja meinen, wir hätten nun in den letzten drei Wochen roten Sandstein schon zur Genüge gesehen, aber dieser Park ist nun doch wieder etwas anderes. Die 5$ Eintritt, da es sich wiederum um einen State Park handelt, bezahlen wir natürlich im für kleinere Parks üblichen Wege, in einem Briefkasten am Parkeingang hinterlegt. Die erste Attraktion ist der "Elephant Rock", der obwohl seiner feuerroten Farbgebung tatsächlich wie ein Elefant aussieht. Auf den schwarz asphaltierten Straßen in der wild zerklüfteten feuerroten Landschaft lassen sich herrliche Fotos und Videoaufnahmen festhalten. Nächster Halt ist das Visitor Center, von wo aus mehrere Wege zu den vielen weiteren tierähnlichen Felsen und Landschaften führen. So zB. auch zum "Cobra-Rock", der einer speienden Cobra täuschend ähnlich sieht. An einem unserer Halte erfahren wir, dass dort die Todesszene von 'Mr. Spock' aus Raumschiff Enterprise gedreht wurde. Auch hier wieder sehen wir etliche Eidechsen und größere Echsen in den Felsspalten und Sanddünen.

In der Mittagszeit reisen wir dann weiter bis kurz vor die Tore Las Vegas', vorbei am Lake Mead zum Hoover Dam, dem berühmten Staudamm, der damals hier in die schmale Schlucht gebaut wurde. Witzig ist die dortige Parkplatzbewirtschaftung, während man direkt am Staudamm in einer Tiefgarage für einige Dollars parken kann, ist dies wenige hundert Meter weiter kostenlos möglich, man zahlt lediglich eine Schritte mehr, dafür kein Geld. So parken auch wir am Hang gegenüber des Visitor Centers, von wo wir zudem noch einen tollen Überblick über den Staubereich des hier aufgestauten Colorado Rivers bekommen. Das Wasser hier ist glasklar, durch den Boden schimmert es tiefgrün herauf. Das Bauwerk selbst ist schon mächtig, keine Zweifel, doch gibt es einige vergleichbare Bauwerke auch hier in Österreich. Das Besondere am Hoover Dam ist wohl der Umstand, dass er unter wildesten Bedingungen von Arbeitern in die tiefe Schlucht hineingebaut wurde, davon erinnert heute noch ein Denkmal vor dem Visitor Center. Übrigens, wer an den Zehen einer der mächtigen Statuen reibt, dem soll das Glück beim Spiel in Las Vegas beistehen. Beim Überqueren der Staumauer (zu Fuß oder per PKW) wechselt man wieder die Zeitgrenze, von Arizona nach Nevada.

Ein mächtiges Bauwerk hier vor dem Damm zieht ebenso derzeit die Augen der Besucher auf sich, der Bau der riesigen neuen Brücke, die die Schlucht schon bald überspannen wird. Mit einem beeindruckenden Kransystem (lediglich bestehend aus einem Träger auf jeder Hangseite) werden die riesigen Stahlkonstruktionen in ihre Position gehievt. Nach unserer Besichtigungstour setzen wir uns wieder ins Auto und starten los in Richtung Westen, nach Las Vegas. Schon nach dem Überqueren des letzten Bergpasses vor der Stadt sieht man Las Vegas sehr gut, da es inmitten des weiten brachen Landes inmitten eines Hügelmassivs rundherum liegt. Noch viel besser stechen sofort die mächtigen Hotels dieser künstlich angelegten Stadt aus der Skyline, wie etwa der Stratosphere Tower und die vielen andren Themenhotels auch.

Schon kurz nach Einfahrt in die Stadt beschließen wir, eine erste Runde über den Strip von Süden nach Norden zu fahren. Der erste Eindruck ist schon mal sehr....heftig! Die vielen Werbetafeln, die mächtigen Hotels. Irre! Dann checken wir erstmal in unserem Hotel, dem Stratosphere Tower Hotel, ein. Wie wir in den darauffolgenden Tagen noch öfters lernen werden, muss man hier wie anderswo grundsätzlich für alle Belange immer zuerst durch die komplette Spielhalle laufen, auch mit dem ganzen Gepäck. Das Zimmer haben wir hier sehr günstig bekommen, von Donnerstag bis Samstag. Den Abend nutzen wir noch für eine kleine Runde zu Fuß den Strip hinunter, vorbei an Hotels wie dem "Circus Circus", dem "Sahara" und vielen anderen Baustellen für neue, noch größere Hotels.

Im Treasure Island Hotel genehmigen wir uns diesmal unser erstes Buffet Abendessen. 'All you can eat' Buffets, sie gehören zu Las Vegas wie all die großen Hotels. Hier kann man zu vergleichsweise sehr günstigen Preisen (zwischen 7$ und 25$) ein Buffet genießen, das wahrlich alle Stücke spielt. Suppen, Vorspeisen, Vegetarisches, Sushi, Fleisch, Asiatisch, Italienisch, Grill, Mehlspeisen, Torten, Obst/Gemüse, einfach alles in verschiedensten Variationen – und das Wichtigste: es schmeckte fantastisch! Getränke gab es wie üblich per Free Refill im Menüpreis inklusive.

18.09.2008 – Endlich wieder mal richtig ausschlafen - erst am späteren Vormittag starten wir unsere Sightseeingrunde. Wir nehmen den "Deuce" genannten Bus (mehr dazu später noch...) bis zum Mandalay Bay Hotel, welches das südliche Ende des eigentlichen sehenswerten Strips bildet. Unser Ziel für heute ist, die großen Hotels zu besuchen, um einen möglichst breitgefächerten Eindruck von den vielen Facetten der Stadt zu bekommen. Das Mandalay Bay mit seiner asiatischen Ausrichtung besticht vor allem durch seine goldenen Fensterfassaden und die riesige Poolanlage, die eher an eine fernöstliche Anlage erinnert. Auch ein Delphinaquarium findet sich dort.

Mit der Monorailbahn gelangt man ins angrenzende Luxor-Hotel, der schwarzen Pyramide mit der riesigen Sphinx-Nachbildung vor dem Eingang. Hier steht ganz klar das alte Ägypten im Vordergrund. Übrigens, das Luxor Hotel erstrahlt aus seiner Pyramidenspitze den Nachthimmel mit dem kräftigstem Lichtstrahl der Welt den Nachthimmel! Die Spielhalle selbst ist außer einigen Tempelnachbildungen eher unspektakulär, zumal sich innen gerade eine große Baustelle befindet.

Ein Hotel weiter steht das Excalibur Hotel, dass als Thema die Zauberei und die Magie gewählt hat. Die Anlage wurde mit vielen blauen und roten Türmchen und einem Wassergraben um das Hotel ins mittelalterliche Themenlicht gerückt.

Da der Strip eher an einen Highway als an eine Stadtstraße erinnert, kann man hier beide Seiten nur über Fußgängerbrücken oder Rolltreppen erreichen, die von einer zur anderen Seite führen. So wechseln wir über die Straße ins New York New York Hotel. Großer Eyecatcher dort ist die riesige Nachbildung der Manhattaner Skyline vor dem Hotel. Dort wurden die Originale bis ins kleinste Detail nur wenig verkleinert nachgebaut, seien es die Statue of Liberty, das Chrysler Building, die Brooklyn Bridge, selbst ein New Yorker Feuerlöschboot schwimmt im Wasser. Ist man erst einmal im Hotel, faszinieren als erstes die New Yorker Straßenzüge, die man hier aus NYC's Stadtteil SoHo nachbaute. Wiederum jedes Detail findet man hier, Gegenstände in den Auslagen, dampfende Kanaldeckel, Straßenlaternen, einfach alles. Selbst Flo als bereits mehrfach New York Erprobter fühlt sich hier sofort heimisch. Eine weitere Attraktion dieses Hotels ist die Achterbahn "Manhattan Express", die außen vor dem Hotel an der Skyline vorbeiführt. Dieses 1997 erbaute Prunkstück des Hotels verfrachtet uns auf 70 Meter Höhe, bevor wir mit über 100 km/h bei Loopings, Schrauben und Achsenumdrehungen der Skyline entlang brettern.

Von der Achterbahn gut erholt wechseln wir nach einem kurzen Frühstück die Straßenseite in das MGM Grand Hotel, wo es eine weitere nicht alltägliche Attraktion zu sehen gibt. Inmitten des Hotels in der Spielhalle ist ein Löwenkäfig hineingebaut. In diesem Glasgehege leben zwei Löwen, die man sowohl von außen als auch durch einen gläsernen Verbindungsgang quer durch das Gehege bestaunen kann. Über die artgerechte Haltung der Tiere hier im Casino kann man natürlich anderer Meinung sein. Auf unserer Besuchsliste stehen auch noch das Ceasars Palace, dass völlig auf die altrömische Zeit gestylt ist und das luxuriöse Wynn und Encore Hotel. Auf der Straße ist in Las Vegas immer etwas los, auch wenn ich von New York City einiges gewöhnt bin, hier ist es doch was ganz anderes. An allen Ecken stehen diese Mexikaner, die einem Papierkärtchen von all den Bordellen und Escortservices in der Stadt andrehen wollen – unglaublich, was hier an Werbung betrieben wird. Wenngleich die Kärtchen dann wenige Meter hinterher den Boden bedecken...Auf den Straßen fahren ständig Kleintransporter herum, die auf der Ladefläche nur riesige Plakate für diese Escortservices haben.

Diesen Abend besuchen wir noch das Bellaggio Hotel mit seinem großen Besuchermagnet, den 'Bellaggio Fountains'. Diese 40 Millionen Dollar teure Springbrunnenanlage (besser gesagt aus Wasserfontänen) schießen alle 15 Minuten mit 4.000 Lichtern und Musik synchronisiert aus 330 Wasserpumpen bis zu 80 Meter hohe Wasserfontänen in die Luft. Einfach imposant und unvergesslich, dieses Schauspiel! Etliche besuchten wir die Fountains während unserer Zeit hier in Las Vegas, es lädt jedes Mal wieder auf's Neue zum Stehenbleiben ein. Spätabends unser letztes Ziel für heute – die Fremont Street. Hier ist noch das alte Las Vegas zu sehen, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Tausende von Glühbirnen, die in allen Farben und Lichtern strahlen, dazu die bekannten Neon-Werbeträger wie der winkende Cowboy und vieles mehr. Überdacht wurde die Fremont Street mit dem weltweit größtem LCD-Bildschirm – der Fremont Street Experience! Dieser Bildschirm ist eine 27 Meter hohe und 450 Meter (!) lange Kuppel über der Fremont Street, die mit 2,1 Millionen LED-Lampen und 220 Lautsprechern bei den ständig laufenden Shows ein Multimediaerlebnis der Sonderklasse aufbringt. Wiederum ein 'All you can eat' Buffet genießen wir heute im Fremont Hotel & Casino. Mit dem Bus gelangen wir gut gestärkt hundemüde ins Hotel. Mann kann sagen, was man will, aber die Vielfalt von Las Vegas führt über kurz oder lang dazu, dass man irgendwie mit alledem schon fast "überfordert" ist.

19.09.2008 – Es geht weiter, ein paar Hotels stehen noch auf unserer Liste, doch zuvor sehen wir uns noch die Fashion Mall, ein Einkaufszentrum auf Mode ausgelegt, an. Danach führt uns der Weg zum Paris Hotel, welches durch seinen riesigen nachgebauten Eiffelturm und des Arc de Triumph herausragt. Selbst die Fassaden des Gebäudes und des Cafes darin wurden exakt nachgebildet. Die Spielhalle darin wurde "unter" die Stützen des Eiffelturms gebaut, die Decke ist himmelähnlich bemalt, wirkt jedoch nicht ganz so echt wie im Venetian Hotel. Letzteres ist auch unser nächstes Ziel. Das venezianische Hotel ist eines der wohl berühmtesten von Las Vegas, es bietet vor dem Hotel den kompletten Nachbau des Venediger Markusturms, sowie die Rialtobrücke, einen Wasserkanal mit den Gondeln darauf. Im Inneren haben die Betreiber im zweiten Stock des Gebäudes einen Venediger Campanile nachgebildet, in dem die Gondoliere (mit Elektromotor) ihre Runden drehen und italienische Arien erstaunlich gut vor sich hin trällern. Die Arkaden um den Kanal herum sind komplett dem italienischen Stil nachempfunden, bis man plötzlich indoor am Markusplatz anlangt! Dort gibt es Livemusik, die typischen Brücken über den Kanal, eine Eisdiele mit echtem italienischen Eis und vieles mehr. Sagenhaft, was man hier aufgebaut hat. Selbst die Wachleute des Securitydienstes sind als Carabinieri verkleidet, lediglich ein Wachmann eines Juweliers hat sich – als Londoner Beefeater verkleidet – wohl an der Adresse geirrt.

Ehe wir dann wieder mit dem Bus zurück zum Hotel fahren, wo wir die späten Abendstunden noch im Swimmingpool und Spa des Hotels nutzen, bis kurz vor Sonnenuntergang. Dazu wollen wir nämlich ganz hoch hinaus, auf die Spitze des Stratosphere Towers vor unserem Hotel. Dorthin kommt man mit dem Fahrstuhls des Hotels, für den man 10$ hinlegt. Die Besonderheit des Stratosphere Towers sind die drei Fahrgeschäfte am Dach des Towers - nämlich der Bigshot, der einen nochmals in die Höhe katapultiert und wieder fällen lässt, Insanity, ein Karussell in luftiger Höhe ohne Boden unter den Füßen und X-Scream, ein Schlitten, der einen über die Brüstung des Towers hinausfahren lässt und dort dann abrupt stehen bleibt. Eric und Kirstin wagen es und buchen für einige dieser Rides gleich die Tickets mit. Sodann geht die Fahrt auch schon auf die Spitze des Turms, wo man in Sekundenschnelle anlangt.

Nach einem kurzen (fast) 360° Rundumblick starten die beiden auch schon das Vergnügen mit den gebuchten Rides. Wir verweilen dann gut eine Stunde hier oben im Freien, der Ausblick ist fantastisch, gerade im Sonnenuntergang erstrahlt Las Vegas nun wirklich als Lichtermeer, der rosa Horizont gibt sein Übriges dazu. Weiter in der Ferne sieht man die sanften Hügel, die Las Vegas umschließen, ebenso gut zu sehen sind der Las Vegas Airport und die Nellis Air Force Base. Auffallend viele Hubschrauber umkreisen hintereinander die Stadt, klar, denn die Rundflüge werden gerade erst jetzt abends interessant. Einen Stock tiefer gibt es noch eine Indoor-Plattform, die einen 360° Blick ermöglicht, allerdings durch die vielen Lichter im Inneren sehr viele Spiegelungen im Glas bereithält.

Noch kurz frisch gemacht starten wir auch schon zur Bushaltestelle – zum "Deuce" genannten Bus. Ein Kapitel für sich...Das Busfahren bzw. das System dazu hat man in Las Vegas nun wirklich nicht erfunden. Es ist einfach ein Schauspiel, will man hier eine längere Strecke mit dem Bus zurücklegen. Am einfachsten war es für uns noch, wenn wir vom Stratosphere Richtung Süden den Strip runter mussten, da der Bus im Norden noch nicht ganz überfüllt ist. Die 80 Sitzplätze bietenden Doppelstockbusse halten an jeder der meist nur wenige hundert Meter auseinander liegenden Haltestellen, dort steht dann schon eine Menschentraube aus manchmal schon gut 30 Personen, die alle in diesen einen Bus wollen. Erstes Problem ist nun, dass der Bus von Norden kommend sowieso schon knallvoll angefüllt ist und nicht mehr viel Platz zulässt. Im Inneren ist der Platz auch sehr begrenzt, hauptsächlich Stehplätze stehen einem zur Verfügung, da das Meiste des Businneren für Motor und die wirklich eiskalt laufende Klimaanlage benötigt wird. Weiters gibt es noch zwei Stiegenaufgänge, die in die obere Etage führen. Grundregel für die Busfahrer ist jedoch, dass keine Person auf den Stiegen stehen darf, ich nicht vorne im Bereich des Fahrers. Diese Regel befolgen die Fahrer eiskalt, der Bus bewegt sich keinen Millimeter, ehe die Passagiere sich nicht noch weiter zusammenquetschen. Überprüfen kann dies der Fahrer durch etliche im Bus angebrachte Videokameras. Nächstes Problem sind die Tickets. Die Einzelfahrt kostet 2$ für eine Strecke bzw. 5$ für ein Tagesticket. Die Karten kann man jedoch nicht schon vorab am Automaten oder Ähnlichem kaufen, diese gibt es nur beim Busfahrer zu kaufen, mittels einer Geldeinzugmaschine, die jede zweite Dollarnote nicht erkennt.

Nun steht man also und steht und steht und steht...Dann endlich sind alle eingestiegen, wieder Lautsprecherdurchsagen, dass niemand hier und dort stehen darf, dann endlich fährt der Bus ab. Nach 300 Meter dann wieder dasselbe Spiel von vorne. Fahrtzeiten von einer Stunde und etwas mehr bis zum Treasure Island waren keine Seltenheit. Noch unmöglicher war es jedoch, vom Zentrum des Strips Richtung Norden einen Bus zu erreichen, geradezu Abends, wenn alle zurück ins Hotel möchten, waren wir selbst zu Fuß noch schneller bis rauf. Nachdem wir uns abends noch die Show "The Syrens of TI" vor dem Treasure Island angesehen haben, wo ein Piratenschiff durch die freizügig bekleideten Ladies versenkt wird, natürlich mit dementsprechender Show mit Feuerwerk und viel Explosivem. Auch an diesem Abend sind wir dann der Warterei entgangen, in dem wir zu Fuß die ganze Strecke zum Stratosphere Hotel gegangen sind, währenddessen überholte uns kein einziger Bus – gewonnen...Unterwegs zurück zum Hotel kommen wir an einer Baustelle vorbei, wo ein Bauarbeiter gemütlich hinter einer Betontrennwand sitzt, der hatte dort die Aufgabe, den hier lang gehenden Passanten zu sagen, "Sorry Folks, Sidewalk closed ahead". Immer wieder und immer wieder ratterte er diesen Satz herunter, dass die Passanten doch wegen der Baustelle bitte die Straßenseite wechseln sollen. Einfach nur lustig...

20.09.2008 – Die letzten Stunden in Las Vegas nutzen wir noch für einen Besuch im "World's largest Souvenir and Gift Store". Dann drehen wir noch eine letzte Runde mit dem Auto über den Strip Richtung Süden, wo wir das berühmte "Welcome to Las Vegas" Schild suchen. Nach einem Tipp dazu, wo wir es finden, stehen wir auch schon davor. Zu unser aller Glück steht dort gerade ein älterer Herr aus Las Vegas, der seinen grelltürkisen 57'er Chevy Bel Air direkt vor dem Schild für ein paar Erinnerungsfotos ablichtet. Dadurch ergeben sich einige geniale Fotos. Nach einer Stärkung bei McDonalds starten wir auch schon in Richung Tal des Todes – dem Death Valley! Die Fahrt aus Las Vegas raus führt uns durch die Suburbs von Las Vegas, dort sieht man wiederum etliche Baustellen, wo man Wohnsiedlungen in die Höhe zieht. Die Stadt boomt wohl noch immer. Streckenweise zieren Unmengen an Joshua Tree Bäumen die Landschaft, so gesehen erspart das auch fast den Besuch des Joshua Tree National Parks östlich von Los Angeles.

Unsere Strecke führt uns zu aller erst Richtung Shoshone, von wo aus wir ins Death Valley stoßen. Nach einiger Zeit kommt uns schon das erste Schild "Next Service – 72 Miles". Da man ja immer wieder von Urlaubern in Bezug auf Auto usw. die schlimmsten Gruselgeschichten aus dem Death Valley hört, ist man doch sehr gespannt, wie die Fahrt dadurch verläuft. Die Landschaft ändert sich sehr schnell in eine lange Ebene mit einer gerade durchgezogenen Straße. Den ersten Halt legen wir beim Badwater Basin ein, dem mit 85,5 Metern fast tiefsten Punkt des Valleys. Dieser wurde schon auf Touristen ausgelegt, ein großer Parkplatz fasst die Busse und PKW's der vielen Besucher, die hier einmal ihre Füße auf den ausgetrockneten Salzsee stellen wollen. Natürlich tun auch wir das, der hölzerne Steg entlang der anfänglichen Salz-Wasser-Lacken führt dann in die leere weiße Schicht, die nur mehr aus getrocknetem Salz besteht. Dort kann man dann beliebig weit umherlaufen, sofern man die Hitze auch erträgt. Diese kann nämlich laut Beschilderung durchaus schon mal über 50° C ausschlagen, die Durchschnittstemperatur liegt bei nur 25° C, der höchste Wert lag bei 56,7° C. An unserem Tag zeigten die Thermometer etwas über 45° C an. Trotz dem dann noch hinzukommenden heißen Wind ist die Hitze hier angenehm zu empfinden, da sie entgegen unserem Klima zuhause hier sehr trocken ausfällt. 85 Meter über dem Parkplatz zeigt ein Schild unscheinbar die Meereshöhe an, um einen den doch erheblichen Höhenunterschied aufzuzeigen.

Etwas weiter am Devils Golf Course, wo die zerklüfteten Salzkristalle eine harte Erdkruste bilden, kann man über die bis zu einen halben Meter hohen Salzgebilde auch bewandern, allerdings ist hier höchste Vorsicht geboten. Die extrem scharfen Kristalle können leicht zu Verletzungen führen. Witzig ist jedoch der Umstand, dass sich diese Kristalle beim Daraufsteigen wie zerbrechendes Glas klingen. Nächster Halt ist die Artists Palette - ein Berghang, dessen Gesteinsschichten durch die verschiedenen eingelagerten und oxidierenden Metalle ein buntes Farbenspiel bieten, von rot bis türkis. Nächster Halt – der Zabriskie Point. Hier sind große Mengen an Sand aufgeschichtet, als hätte man sie mit einem Trichter dorthin geschüttet. Das letzte Ziel des Tages ist der Dantes View. Auf 1.669 Metern Höhe, die man übrigens auch in den Ohren beim Druckausgleich gut spürt, hat man einen einmaligen Blick auf das eben noch von unten gesehene Tal, dass sich vor einem ausstreckt. Da schön langsam der Sonnenuntergang anbricht, machen wir uns auf den Weg Richtung Hotel. Dorthin fährt man auf wiederum sehr langen geraden Straßen durch Nichts, lediglich die ab und zu aufgestellten Wasserbehälter fallen auf, welche für überhitzte Fahrzeuge das nötige "Kühl"wasser bereithalten. Ein letztes Highlight sind noch die großen Mesquite Sanddünen, die hier am Ende des Tals liegen, als hätte man sie künstlich aufgeschüttet. Aus dem Tal hinaus kommt man über einen langen geraden Anstieg, der über das Hügelmassiv wieder in zivilisierte Landschaften führt. In das in Ridgecrest (wiederum eine reine Durchzugsstadt) vorgebuchte Hotel "Motel 6" gelangen wir erst im Dunkeln und erledigen noch schnell ein paar Einkäufe für unterwegs, wie fast immer Mineralwasser und Stilles Wasser fürs Auto und einige Snacks bzw. unser Abendessen und Frühstück. Abends suchen wir uns noch ein offenes WLAN zum telefonieren über unseren Laptop. Da das Hotel selbst kein WLAN bietet, fahren wir einfach mit dem eingeschalteten Laptop an den Hotels entlang und suchen nach einem freiem und signalstarkem Netz – schnell werden wir auch fündig. So telefonieren wir also heute mal vom Parkplatz eines Motels aus. Ebenso rufen wir neben unseren Verwandten auch Flo's Bekannten James an, der hier in der Nähe in Fresno wohnt und Flo vor etwas mehr als einem halben Jahr in Österreich besuchte. James lädt uns prompt zum Abendessen am nächsten Tag bei sich zuhause ein.

21.09.2008 – Vor uns liegt wieder einmal eine etwas weitere bzw. längere Strecke. Heute geht's Richtung Nordwest, zum Sequoia und Kings Canyon National Park. Die Fahrt dorthin führt am Lake Isabella vorbei von Süden her in den Park, was für uns eine relativ kurvige Strecke bedeutet. Da durch die vielen Kurven und Serpentinen auch die Geschwindigkeit dementsprechend angepasst werden muss, sind wir doch sehr lange unterwegs - erst zu Mittag erreichen wir das Visitor Center ziemlich weit nördlich im Park. Unterwegs kommt man schon an etlichen Riesenbäumen – den Sequoia Trees – vorbei, welche zu Fotostopps einladen. Entlang des Weges kann man auch etliche Tiere beobachten, so zB. auch viele Rehe, die unmittelbar neben der Straße grasen. Im Auto hat Flo es heute zum ersten Mal im Leben geschafft, dass ihm durch die extrem kurvige Strecke übel geworden ist. Ich hätte wohl doch nicht die ganze Ladung Schokopudding in der Früh vertilgen sollen, ein Kaffee und einige Zeit hat aber alles wieder gelegt. Am Parkanfang bereits warnen einige Hinweisschilder und der Park Ranger an der Kasse vor einem Waldbrand im Park – dem "Hidden Fire".

Erstes Highlight ist der Tunnel Log, ein umgestürzter Mammutbaum, der in der Mitte tunnelähnlich ausgeschnitten wurde und somit mit dem Auto durchfahren werden kann. Lässt natürlich wieder einige gute Videoeinstellungen und Fotomotive über. Weiter geht die Fahrt zum Hauptziel, dem General Sherman Tree. Dieser größte lebende Baum der Erde" ist ein etwa 2000 Jahre alter und 115 Meter hoher Baum, dessen Durchmesser an der Stammbasis unglaubliche 11 Meter beträgt, der dickste Ast in der Krone beläuft sich noch immer auf zwei Meter Durchmesser. Zum Baum selbst führt ein gemütlicher (teils asphaltierter) Wanderweg, bis man dann zum eingezäunten Baum gelangt. Die bäume rundherum sind aber nicht viel kleiner, einfach gigantische Ausmaße sind es, die hier in den Himmel ragen. Apropos Himmel – durch den Waldbrand, der auch hier gerade vorherrscht, bzw. dessen Rauchentwicklung, ergibt sich ein ganz seltsames Licht draußen. Obwohl es erst Nachmittag ist, erinnert die Lichtstimmung an einen gerade vorherrschenden Sonnenuntergang, hervorgerufen durch den gelblichen Rauch des Feuers. Das letzte Ziel im Park für uns ist der volumenmäßig zweitgrößte Baum der Erde, der General Grant Tree. Dieser ist innen ausgehöhlt und kann auch durchgangen werden.

Die Ausfahrt aus dem Park führt uns über die einzige Strecke Richtung Westen, wo jedoch gerade das "Hidden Fire" vorherrscht, also der Waldbrand, der hier kontrolliert genutzt wird, um die Flora du Fauna des Waldes wieder auf Touren zu bringen. Da das Feuer nicht unkontrolliert lodert, sondern von den Firefightern des CDF (California Department of Forestry) unter Schach gehalten wird und eigentlich nur noch im Unterholz dahinglost. Trotzdem ist die Rauchentwicklung nicht unerheblich, weshalb unsere Autokolonne vor einer Straßensperre zusammenwarten muss und dann wechselweise mit der Gegenspur durchgelotst wird – stilecht mit einem kleinen Pilot Car voraus. Zuvor geht auch noch eine Park Rangerin durch und erklärt den Autofahrern, warum sie hier warten müssen und gibt Infos zum Feuer selbst weiter. Das Feuer lodert nun bereits seit einige Wochen, begonnen hat alles mit einem Blitzschlag...

Aus dem Park herausgekommen führt uns die Strecke nach Westen bis Fresno, wo wir heute noch James besuchen wollen. Natürlich wollen wir nicht ohne Dankeschön ankommen, weshalb wir vorher noch Pralinen und Blumen kaufen für ihn und seine Familie. Über das Navi haben wir schnell das gesuchte Haus in Clovis gefunden, einem gemütlichen kleinen Vorort von Fresno. Als wir ins Haus kommen, sind auch schon einige weitere Gäste da, wie wir erfahren, feiert man die nachträgliche Geburtstagsparty von James' Tochter. Ein Rundgang durch das wunderschöne Haus in mexikanisch / peruanischem Stil und den großzügigen Gartenbereich bringt uns ihr schönes Heim näher. Ein für uns natürliches ganz besonderes Erlebnis, dürfen wir doch an einem tollen Abend mit einer amerikanischen Familie teilnehmen, ganz im amerikanischen Stil auf der Terrasse des Hauses an einem lauschigen Abend. Eine ganz besondere Atmosphäre, man unterhält sich untereinander, trinkt und isst nebenbei – echt gemütlich und unvergesslich! Von der Terrasse aus kann man selbst Koyoten in der Ferne heulen hören. Die Gespräche mit den "Einheimischen" aus dieser Gegend sind sehr interessant, sie erzählen uns sehr viel über ihre Lebensweise und über Californien selbst. Für Flo auch besonders ist die riesige Sammlung an Feuerwehr-Modellautos, die James besitzt. 'The Kid in the Candy Store'...James bietet uns an diesem Abend sofort an, bei ihnen zuhause zu übernachten – was wir dann auch dankend annehmen.

Am Morgen des 22.09.2008 werden wir durch ein Paar leise Schüsse geweckt. Wie sich dann herausstellte, war James in Cowboymanier schon im Vorgarten unterwegs, um mit seiner Schreckschusspistole Koyoten zu verjagen. Einmalig waren sicher unsere Gesichtsausdrücke, als er auf einmal mit der Pistole vor uns stand, ehe er uns aufklärte J. Nach einem wunderbaren Frühstück und einigen Tipps für unsere Tagesetappe machen wir uns wieder auf den Weg, heute geht's zum Yosemite Park. Vorher aber besuchen wir nach einem Tipp von James noch die Feuerwehrstation 5 in Clovis, wo man uns freundlich die Fahrzeuge zeigt und erklärt.

Also dann ab zum Yosemite Park, aus dem trockenen braunen Gebiet wird rasch ein sehr bewaldetes Gelände mit viel Granitfels, ehe wir auch schon die Südeinfahrt über die Wawona Road in den Park erreichen. Erstes Ziel der Glacier Point, welcher uns erstmal einen schönen Überblick Richtung Half Dome bietet, einer der Hauptattraktionen des Parks. Dieser Felsen sieht aus wie eine in der Mitte zersägte Dachkuppel. Rundherum die glattgeschliffenen Granitplateaus. Unterhalb des Glacier Points liegt im Tal das Yosemite Village, wohin wir nun weiterfahren. Von den riesigen Yosemite Falls (Wasserfällen) sehen wir leider nur das ausgetrocknete Becken, in den Sommermonaten läuft hier nicht ein Tropfen Wasser herunter. Im Tal unten angekommen hat man die Southside Road aufgrund von Bauarbeiten gesperrt, weshalb wir über den Fluss auf die Northside Road ausweichen müssen. Vom Tal aus hat man zB. vom Tunnel View und davor/danach wunderschöne Blicke auf den Half Dome, den Cathedral Rock und den mächtigen El Capitan, die dort thronen. Der Weg führt uns zum Visitor Center, dessen Parkplätze allerdings durch das viele Schilder Wirrwarr nicht sehr leicht zu finden sind, wenn man von der anderen Seite kommt.

Doch auch wir haben unseren Parkplatz noch gefunden, um einige hundert Meter in Richtung Mirror Lake zu wandern, welcher wunderschöne Spiegelungen des in der Ferne darüber liegenden Half Domes bietet. Da jedoch jeder davon abrät, da auch dieser in den Sommermonaten beinahe ausgetrocknet sein soll, nehmen wir den langen Weg gar nicht erst auf uns und finden einen kleinen Fluss, der ebenso schöne Fotos bzw. Videos mit den Spiegelungen im Wasser zulässt, wenngleich auch der Weg zum Wasser hinunter sehr abenteuerlich war. Absolut einen Abstecher Wert ist der Sentinel Dome, den wir als Nächstes ansteuern. Der Weg dorthin vom Parkplatz weg ist nicht sehr schwierig, mit leichtem Anstieg und etwas steilerem Ende. Dafür lohnt das 360° Panorama, wenn man oben auf dem kuppelartigem Dome steht, es bietet einem wirklich einen 360° Rundumblick mit allen vorher gesehenen Bergmassiven, angefangen mit dem El Capitan bis zum Half Dome, ein unvergessliches Panorama hier oben. Nach unserer Runde fahren wir wieder weiter Richtung Nordost, über die Tioga Pass Road Richtung östlichem Parkausgang. Zuvor erreicht man noch die Toulumne Meadows, eine Hochebene bzw. ein Hochmoor mit einer moorigen Weidelandschaft, erinnert irgendwie an unsere Alpen. Der Parkausgang führt dann vorbei auf der Höhe von Schneeresten (zwei Tage zuvor waren wir noch bei +47°C unterwegs) durch die Berge bis nach Lee Vining am Mono Lake. Dort am Anfang des kleinen Örtchens hat uns James' Ehefrau ein Restaurant neben einer Tankstelle empfohlen, nämlich das "Whoa Nellis Dellis". Dort gibt es angeblich die besten Barbecueripperl der Umgebung (dort BBQ-Rips genannt). Diese kosten wir auch gerne, das wird unser heutiges Abendessen. Wirklich eine gelegene erstklassige Mahlzeit, wenn auch Fastfood, aber doch einmalig zubereitet mit Barbecuesauce und viel Zubehör. Zu guter Letzt dieses Tages beziehen wir im Dunkeln noch unser gebuchtes Hotel "Yosemite Gateway" in Lee Vining, ein kleines Apartment mit Seeblick laut deren Website. Da es schon finster ist, rätseln wir ständig, ob nun diese unscheinbaren Strukturen vor unserer Terrasse schon die Gebilde aus dem Mono Lake sind oder doch nur eine Täuschung. Wie wir nächsten Morgen feststellen, war es nur hohes Gras, der See liegt gut 1km weit entfernt J.

23.09.2008 – Da wir schon am Mono Lake übernachteten, liegt dieses Etappenziel nur wenige Kilometer entfernt vom Hotel, nach wenigen Minuten sind wir auch schon bei den bekannten Tuffsteingebilden. Ein kleiner Rundwanderweg führt am Ufern entlang bei all den Steingebilden im Wasser vorbei. Witzige Begegnung, der Uferbereich war regelrecht übersäht mit kleinen schwarzen Fliegen. Ist man nun seinen Weg über die Uferbereiche gegangen, sind diese Fliegenschwärme rund um seinen Fuß herum aufgestartet und gleich dahinter wieder gelandet. Das mussten wir selbst am Video festhalten, da es so witzig aussah. Ist man die Runde fertig gegangen, hat man eigentlich auch schon das Wichtigste gesehen. Es gäbe zwar auch noch auf der anderen Seeseite Steine, aber die sehen aus der Ferne nicht anders aus als hier.

Also steigen wir wieder ins Auto und starten los Richtung Norden, wo sich nach gut 50 Kilometern die Landschaft wieder rasant in unbewachsene Wüstenlandschaft ändert, dort findet sich die Geisterstadt Bodie – die erreicht man dann über eine längere, aber locker zu befahrene Schotterstraße. Da Bodie ein State Park ist, verlangt man auch hier wieder einmal 5$ Eintritt von uns. Dafür kann man dann selbstständig oder in (teuren) Führungen das komplette Örtchen besichtigen. Die alten Holzhütten, die Kirche, das E-Werk, die Verkaufsläden und etliche Gebäude mehr wurden nach der Absiedlung Anfang des 20. Jahrhunderts konserviert und heute den Besuchern zur Besichtigung angeboten. Man kann lange Zeit hier verbringen, speziell für Foto und Video bieten sich Unmengen an Möglichkeiten und Motiven. Teile der Häuser können auch von innen besichtigt werden. Bodie war übrigens 1882 eine der ersten Städte im Westen der USA mit elektrischem Strom, entstanden aus der ehemaligen Goldgräberstadt.

Tagesziel ist jedoch für heute der Lake Tahoe, das Schigebiet nur knapp 100 Kilometer weiter nördlich. Wieder interessant war der Umstand, wie oft sich die Landschaften an dieser verhältnismäßig kurzen Strecke änderte. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir auch die Gegend um den wunderbar dunkelblauen Lake Tahoe. Zuallererst jedoch wollen wir noch zum Rubicon Trail gelangen, einem Eldorado für Allradfans. Hier kann man auf dieser Extremstrecke seinen Geländewagen auf Herz und Nieren austesten, die Strecke führt dabei durch ein Flussbett, wo man insgesamt mehrere Tage unterwegs sein könnte. Mit unserem Fahrzeug belassen wir es jedoch nur bei der geschotterten Anfahrtsstrecke und ein paar Erinnerungsfotos von den beiden Allradprofis Eric und Kirstin. Zurück Richtung Stadtzentrum kommt man unweigerlich an der kleinen Emerald Bay vorbei, einer kleinen lagunenähnlichen Einbuchtung aus dem Lake Tahoe, wo sich das blitzblaue Wasser des Sees vor den 9.000 Fuß (ca. 3.000 Meter) hohen Janes Peak legt. Die Straße dem Seeufer entlang bietet immer wieder wunderbare Ausblicke auf den See bzw. in die Emerald Bay. Da unser Tanknadel schon bedrohlich abgesunken ist, fahren wir zurück nach South Lake Tahoe, wo wir uns über die erste Tankstelle hoch erfreuen. Übrigens, die Benzinpreise lagen während unserer Reise durchgehend meist zwischen 1.80 und 2.00 Dollar für die Gallone (1 Gallone = ca. 3 Liter) 'Unleaded Regular' Sprit.

Da durch South Lake Tahoe bzw. die Stadt Stateline direkt die Grenze der Bundesstaaten Californien und Nevada verläuft, finden sich auf der Seite von Nevada sofort wieder etliche Hotels und Casinos. So entscheiden wir uns wieder einmal für ein Casinohotel, das Horizon Stateline Hotel .Dort gibt es abends wieder stilecht ein hervorragendes All you can eat Buffet. Die Gegend von South Lake Tahoe ist übrigens als richtiges Schigebiet ausgebaut. Neben unzähligen schweizerischen, österreichischen und deutschen Bars und Pensionen gibt es Schiverleihs, Schilifte und alles Drum und Dran.

24.09.2008 – Der letzte Tag in "freier Wildbahn" in Californien. Frühmorgens starten wir schon Richtung Südwesten, es geht wieder zurück zur Pazifikküste. Über die saftig grün bewaldeten Gebiete des Eldorado National Forest kommen wir bald über den Eldorado Freeway wieder in trockenere brache Landschaften, ehe wir nach dem Überwinden der letzten Hügelkette Californiens Hauptstadt Sacramento erblicken. Vom Hügel aus bei Placerville hat man einen wunderbaren Überblick über die Stadt bzw. die vorgelagerten Suburbs. Über das Navi lassen wir uns direkt nach Downtown lotsen, wo wir das Capitol besuchen. Dort herrscht ja aktuell unser Arnold 'Arnie' Schwarzenegger über seinen Staat als Gouverneur. Sacramento selbst sieht sehr gepflegt aus, mit einem schönen Zentrum und palmengesäumten Straßen. Hier könnte man durchaus auch längere Zeit verbringen. Doch allzu viel Zeit haben wir heute nicht, so beschließen wir, uns auf das Capitol zu konzentrieren, weshalb wir es auch von innen sehen wollen. Durch einen üblichen Sicherheitscheck mit Metalldetektor usw. kommt man sehr rasch und unkompliziert in das Gebäude. Innen besticht das Capitol durch ein sehr schönes Foyer und marmorne Böden. Durch den Gang hindurch kommt man direkt zum Büro von Schwarzenegger, lediglich ein Vorraum trennt uns von ihm selbst. Der wachhabende Polizist vor dem Büro teilt uns aber leider mit, dass Mr. Schwarzenegger heute nicht im Büro ist. Einmal Schwarzenegger in Californien live zu treffen, wäre wohl ein weiteres Highlight dieser Reise gewesen. Auf die Frage, ob die Fahne auf Halbmast oben auf dem Capitol etwas mit Schwarzenegger zu tun hat, ob er im Amt ist, heißt es nein, diese weht wegen der im Irak im Einsatz stehenden Truppen.

Nach einer kurzen Runde um das Capitol setzen wir uns wieder ins Auto und touren weiter Richtung Westen, nächster Wegpunkt – das Napa Valley. Über Fairfield und Cordelia gelangen wir nach nicht allzu langer Fahrt durch die sonnige Gegend nach Napa, wo das bekannte californische Weinbaugebiet Napa Valley beginnt. Hier wechseln sich die Weinreben mit den großzügig gestalteten Weinhöfen ab. Auffallend, dass hier in den Feldern überall Heizkanonen bzw. Heizventilatoren angebracht sind, damit werden die Felder selbst an "kalten" Tagen im Winter beheizt, um den Reifeprozess der vielen Obstsorten in den großen Feldern nicht zu unterbrechen. Im Weingut von Robert Mondavi machen wir kurz einen Halt, um auch einen der berühmten Höfe von innen zu sehen. (Den wein gibt's übrigens auch bei uns Österreich, wie wir später sahen). Führungen und Weinverkostungen bringen einem die Weinwelt näher, für uns Österreicher ohnehin bekannt. Weshalb wir auch weiter den St. Helena Highway nach Norden entlang fahren Richtung St. Helena. Parallel zur Straße führt der Napa Valley Wine Train, der uns dann auch zufällig begegnet. Ein klassischer US Dieselzug, bestehend aus einer älteren goldenen Lok und den passend dazugehörigen Passagierwaggons – sehr sehenswert. An der Strecke erinnern die Weinhöfe teilweise schon mehr an Luxusvillen, die Gegend ist absolut schön zu durchfahren, wenngleich auch der oftmalige Stau vor den Ortschaften etwas nervt. Der Weg bringt uns bis nach St. Helena, hier ist schon ziemlich viel los in den Straßen des kleinen Städtchens.

Von St. Helena aus geht's wieder etwas Richtung Südwest, genauer gesagt nach Santa Rosa. Santa Rosa ist die Lebensstätte von Charles M. Schulz (mittlerweile verstorben), dem Erfinder und Zeichner der Peanuts – einer der erfolgreichsten Zeichentrickserien rund um Snoopy, Charlie Brown und Co. Im Charles M. Schulz Museum wurde seinesgleichen ein tolles Museum gewidmet. Aufgrund der schon fortgeschrittenen Tageszeit sehen wir uns aber nur das Foyer des Museums an, im angeschlossenen Shop kaufen wir noch einige originelle Mitbringsel ein. Einige Meter entfernt gibt es noch einen großen Snoopy Gift Store, der ebenso einige Museumsexponate beherbergt. Seien es die Trikots der Peanuts-Eishockeymannschaft der Stadt oder verschiedene Zeichnungen und alte Comics aus den Anfängen der Serie. Auch dort finden Snoopy-Fans garantiert ein passendes Mitbringsel. Vor und im Foyer der Eislaufhalle finden sich noch einige sehenswerte und überdimensionale Snoopy-Figuren, mit denen man sich super fotografieren lassen kann.

Wir lassen Santa Rosa hinter uns und kommen wieder an die Pazifikküste, entgegen dem rauen Küstenstreifen südlich von San Francisco herrscht hier noch eine sehr flache Gegend vor. Erst allmählich windet sich der altbekannte Highway No. 1 durch sanfte Hügel und die Wälder der riesigen Redwood Bäume, die im Gegensatz zu den Sequoia Trees nicht auch in die Breite wachsen, sondern hauptsächlich in die Höhe. Vorbei an der Point Reyes Station und dem Muir Woods State Park mit den besagten Bäumen kommt man zur Golden Gate Recreation Area, dem letzten Stück nördlich der San Francisco Bay. Hier werden die leichten Hügel immer höher, unter uns immer ein schöner Strandabschnitt, der eigentlich zum Baden einlädt, wäre das Wasser hier heroben nicht so kalt.

Unsere Blicke schweifen immer wieder auf die Ausläufer der Hügel vor uns Richtung San Francisco, wir suchen ständig nach der Golden Gate Bridge, bis wir sie kurzzeitig sehen. Doch ständig bleibt sie doch irgendwie durch die Felshänge bedeckt, bis die Straße von der Westseite des Hügelmassivs auf die Ostseite wechselt, wo der Highway No. 1 – vorbei am Städtchen Sausalito - auch schon auf die Golden Gate Bridge zusteuert. Doch zuvor haben wir das Navigationsgerät noch gezwungen, uns bei der letzten Ausfahrt vor der Brücke auf die Conzelman Road zu weisen, die westlich der Bridge am Bergkamm entlang hinauf führt. Von dieser Straße aus bieten sich etliche sagenhaft schöne Ausblicke auf die Golden Gate Bridge bieten. Der nicht mal ansatzweise vorhandene Nebel rund um die Brücke und in der Bay (nicht ein Batzen Nebel!) und das angenehme Licht der untergehenden Sonne, die die Brücke von unserer Seite her in ein grelles Orange-Rot taucht, tun ihr übriges zu diesem perfektem Tagesausklang. Den schönsten Ausblick auf die Brücke mit der Skyline im Hintergrund bieten wohl der letzte Viewpoint am Ende der Straße auf der höchsten Stelle und der erste Punkt, der ein ehemaliges Fort aus den Befestigungszeiten während der Weltkriege darstellt. Auch wenn der Wind hier schon teilweise Sturmstärke erreicht, tut er der großartigen Stimmung an diesem Ort keinen Abbruch. Als die Sonne dann hinter dem Hügel verschwindet, starten wir mit dem Auto wieder runter zum Highway #1, der uns zurück auf die Brücke bringt. Während man stadtauswärts – also Richtung Sausalito – keine Gebühren zahlt, sind stadteinwärts in unserem Falle nun 9$ Mautgebühr fällig. Dann ist es soweit, wir fahren nun auf einer der sechs Spuren über die Brücke. Obwohl sie eine Brücke wie alle anderen ist, ist es doch irgendwie ein total schönes Feeling, über diese eine Brücke zu fahren. Auf San Franciscos Seite angelangt, trennt sich die #1 ebenso in den Highway 101, der im Norden der Stadt entlang nach Osten rüberführt und dort als Lombard Street endet.

Die Hotelsuche möchten wir heute wieder ohne Vorbuchung vor Ort versuchen, doch zum dritten Mal in dieser Reise wird es wieder eine langwierige Angelegenheit. Mit dem ersehnten Motel an der Lombard Street wird es leider nichts – dort, wo noch Zimmer frei sind, verlangt man teils horrende Preise für die Zimmer. Nächster Versuch wäre noch im Stadtzentrum, dort gibt es aber leider gar keine Zimmer mehr zur Verfügung. Mittlerweile haben wir auch festgestellt, dass die Couponhefte für Motels, die man überall erhält, bis auf sehr wenige Ausnahmen nirgendwo nutzen kann, da die Motelbetreiber fast immer eine passende Ausrede parat haben, warum der Gutschein ausgerechnet heute nicht gilt. Da im nördlichen San Francisco keine Zimmer mehr für uns in Aussicht stehen, beschließen wir, wieder in den Süden Richtung Flughafen zu fahren, wo auch schon das Hotel bei unserer Ankunft vor vier Wochen in SFO lag. Doch auch im Best Western Grosvenor – "No Vacancy"...

Über das Couponheft werden wir dann noch auf eine Hotelmeile westlich des Flughafenareals, den "El Camino Real" in San Bruno aufmerksam. Dort finden wir dann endlich doch noch ein passables Motel, das "Gateway Motel" direkt gegenüber der Feuerwehrstation, gut und neu aussehend und mit einem dafür sehr akzeptablen Preis. Wir schleppen auch gleich unser gesamtes Gepäck mit aufs Zimmer, da wir die Zeit am Abend noch nutzen möchten, um alles für den Rückflug einzuschlichten, um die restlichen Tage noch voll und ganz nutzen zu können. Spätabends finden wir dann noch ein Chinarestaurant in unserer Straße, was schon von außen sehr gut besucht und einladend aussieht. Das Speisenangebot ist riesig, wenngleich wir auch beim Großteil nur erahnen können, was dahinter steht. Trotzdem hat es sehr geschmeckt und war noch eine Wohltat nach diesem langen Tag. "Zuhause" im Hotel werden dann noch die Koffer gepackt, jetzt wird uns erst bewusst, dass das Ende dieser Reise naht. Im Zimmer haben wir zudem das erste Mal seit langem wieder eine sehr schnelle Internetverbindung über LAN, ungewohnter Luxus nach den Erlebnissen der letzten Wochen.

25.09.2008 – Heute wollen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub richtig shoppen gehen, dazu fahren wir über die Bay Bridge und dem Ostufer der Bay entlang (mit einigem Stau) nach Milpitas im Süden der San Francisco Bay, mitten im Silicon Valley, wo wir entlang der Route etliche der bekannten Computer- und Internetfirmen wir Ebay, Paypal usw. sehen. In Milpitas angekommen steuern wir die riesige dort angesiedelte Shopping Mall an. In diesem Einkaufszentrum mit einigen hundert Geschäften verbringen wir die nächsten Stunden bis am späten Nachmittag hinein, das Mittagessen ist im darin befindlichen riesigen Foodcourt möglich. Voll bepackt, vom Geld erleichtert und doch etwas müde reisen wir am Abend wieder hinauf in den Norden. Unterwegs halten wir noch schnell bei einer weiteren Mall und bei einem Elektro-Großmarkt. Die letzte kleine Tankfüllung vor der Rückgabe des Mietautos erledigen wir auch noch. Unser Abendessen probieren wir heute im Chili's Bar & Grill, was sich als guter Glücksgriff herausstellt. Eine wirklich tolle gemütliche Atmosphäre herrscht im Lokal, ehe sich unser Kellner am Tisch vorstellt und uns die Speisekarten bringt. Getränke gibt es wie üblich wieder per Free Refill, zum Essen bestellen wir uns verschiedene Variationen von gegrillten Steaks. Zum Tisch werden die Gerichte gebracht, in dem der Kellner eigens einen kleinen Beistelltisch mitbringt, von der er uns alles serviert. Die Steaks sind einfach ein Traum, wie man sich ein Grillsteak in den USA vorstellt, frisch vom Grill, äußerst saftig, (je nach Wunsch) medium gegrillt, mit den Abdrücken des Grillrostes darauf – hervorragend!

26.09.2008 – wir besuchen wieder die Innenstadt von San Francisco. Einen guten Überblick über die Stadt selbst erhält man jedoch nur von oben, was liegt also näher, als zu den Twin Peaks zu fahren. Auf diesem Aussichtshügel mit den weithin sichtbaren Sendemasten hat man einen genialen Ausblick auf die einem zu Füßen liegende Stadt bis hin zur Golden Gate Bridge. Am Programm stehen heute weiters zum einen Downtown San Francisco mit seinem Geschäftsviertel und dem Financial District sowie in weiterer Folge noch China Town, wo wir uns noch letzte Souvenirs besorgen. Auch wenn es dort Unmengen an Krimskrams gibt, finden sich doch etliche schöne Erinnerungsstücke für uns und unsere Zuhausegebliebenen. Am Nachmittag kehren wir noch mal zurück zum Fisherman's Wharf, wir möchten noch eine Bay-Schiffsrundfahrt buchen und entscheiden uns für die 'Red Fleet' Touren, wo wir eine gut einstündige Tour vom Wharf zur Golden Gate Bridge und rund um Alcatraz buchen. Da der Wind heute ziemlich stark bläst, wirkt es an Deck wirklich extrem kalt. Auf der Fahrt hinüber zur Brücke sieht man wunderbar die ganze Skyline der Stadt, vorbei am Strand und zB. der ehemaligen Schokoladenfabrik. Bis man dann endlich die momentan zur Hälfte in Nebel eingewickelte Golden Gate Bridge erreicht, wo unser Boot unten durchfährt und sogleich wieder umdreht. Die Tour führt zurück in Richtung der Gefängnisinsel Alcatraz, welche wir halb umrunden. Interessant wäre ja auch die Tour, die direkt auf die Insel führt, leider kamen wir hierfür schon zu spät. Mittlerweile sind wir jedoch schon froh, wieder Festland zu erreichen, da der Wind mittlerweile schon so unerträglich kalt ist. Die Runde führt uns noch über den Pier 39 mit seiner Seelöwenkolonie ein letztes Mal durch die Straßen entlang der geschäftigen Piers, wo zu dieser Zeit am Abend schon großer Trubel herrscht. Für das letzte Abendessen entscheiden wir uns neuerlich für das gestern gefundene Chili's Bar & Grill in San Bruno, wo wir gerne nochmals einkehren. Schließlich gibt es die Steaks in verschiedenen Varianten und Sorten, auch heute ist wieder alles perfekt.

Die letzte Nacht ist da – am 27.09.2008 kehren wir noch ein letztes Mal zurück zur Golden Gate Bridge, genauer gesagt zum darunterliegenden Fort Point, wo sich nochmals zum Abschied ein absolut sehenswerter Blick auf die Brücke bietet, Wehmut kommt schön langsam auf. Schließlich gondeln wir mit dem Auto noch ein letztes Mal durch die Straßenschluchten von Downtown San Francisco. Zum Abschluss besuchen wir nochmals den Twin Peaks Aussichtspunkt, wo wir unsere Reise auch schon beschließen (müssen). Danach führen uns die letzten Kilometer schon zurück zum Flughafen, wo wir unser geliebtes Mietauto ohne jegliche Probleme oder Beanstandungen zurückgeben. Mit den Trolleys bringen wir all unser Gepäck zum Terminal bzw. Schalter, ehe wir um 18:50 Uhr abheben Richtung London-Heathrow. London erreichen wir nach einem Nachtflug gegen 13:00 Uhr Ortszeit, der Anschlussflug bringt uns gegen 15:30 Uhr wieder nach München, wo wir um 18:20 Uhr landen. Das war dann auch schon das offizielle Ende der Reise.

Als Resümee der Reise können wir nur die unvergesslichen Eindrücke beschreiben, die wir so oft erleben durften. Seien es die Glücksfälle, welche uns zum Beispiel zur Wave brachten, seien es die Erlebnisse mit den Einwohnern, der Besuch bei James in Fresno, wo wir die einmalige Gelegenheit hatten, eine Familienfeier mitzuerleben und mit den Leuten aus der Umgebung ins Gespräch zu kommen, die vielen Feuerwehrstationen, die wir unterwegs besuchten, der Besuch des Rubicon Trails und des Lion Back's – beides Pflichtpunkte für Allradenthusiasten, der Besuch im Capitol und soooo vieles mehr.

Das Wetter hat uns das ganze Monat über seine beste Seite gezeigt, zusammengerechnet kommen wir wohl nicht einmal auf einen halben Tag mit Regenschauern. Ansonsten stets Sonnenschein, Temperaturen weit jenseits der 30° C Marke.

Auch die krassen Gegensätze waren immer wieder faszinierend, der tiefste Punkt unserer Reise lag 88,5 Meter unter dem Meeresspiegel, wohingegen der höchste Punkt auf unserer Route 3.658 Meter über dem Meer lag. Die Temperaturen bewegten sich in einen Raum von 7° C bis 47° Celsius. Landschaften änderten sich teilweise fast schon im Halbstundentakt, von sandbraun bis saftiggrün, von felsig bis moorig...

Die Gesamtkilometeranzahl, die wir mit unserem Mietauto – einem Chevrolet Impala 2007 - zurücklegten, liegt bei stolzen 9.500 Kilometern, wobei wir uns beim Lenken über Land oftmals abwechselten, in den Städten brachte uns Fahrprofi Eric durch den Straßenverkehr. Blechschäden hatten wir zum Glück keine zu beklagen. Das Auto selbst bot bequeme Sitze und sehr viel Stauraum. Die dunkelrote Farbe des Wagens hat die Hitze nicht groß rangelassen, selbst nach längerer Standzeit in der Sonne war er innen nicht all zu heiß. Lediglich ein Innenthermometer fehlte im Auto, dies gleichten wir durch einen günstigen Fahrzeugthermometer aus dem Supermarkt aus.

Gesundheitlich gab es außer kurzweiligen Schnupfen oder Husten und einer längerwierigen Verkühlung bei Flo zum Glück keinerlei Probleme. Absolut empfehlenswert sind jedoch rasch wirkende Medikamente bzw. Zuckerl gegen Husten oder Schnupfen. In den Pharmacy Stores gibt es auch viele gut und rasch wirkende Mittel, auch wenn sie in der großen Auswahl oft schwer zu finden sind.

Das Foto- und Videomaterial ist beachtlich, unsere Reise haben wir mit insgesamt knapp 11 Stunden in HD-Video und knapp 14.000 Fotos von zwei Fotoapparaten dokumentiert. Die Telefonverbindung nach hause lösten wir per Notebook, Wireless LAN und Skype, wofür es ein tolles Angebot gibt, ein weltweiter Flatrate-Tarif für 10 Euro monatlich. WirelessLAN gibt es beinahe überall, vor allem rund um öffentliche Plätze und Fastfoodketten wie Burger King, McDonalds, Wendys usw. Nur Las Vegas hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dort fanden wir auf einem Kilometer am Strip kein einziges offenes WLAN, es stehen wenn schon nur offene Netze gegen Bezahlung zur Verfügung, beispielweise McDonalds mit 2$ für zwei Stunden.

Die Reiseplanung haben wir natürlich zu dritt unternommen, jeder sollte seine Wünsche erfüllt bekommen. Immer wieder kamen neue Ziele hinzu, andre dafür teils wieder weg. Doch im Großen und Ganzen gesehen haben wir im Endeffekt einiges mehr als geplant erlebt.

Hotelmäßig hatten wir vor Beginn unserer Reise nur die erste Nacht nach der Ankunft vorgebucht, alle anderen Hotels reservierten wir vor Ort. Dabei hatten wir lediglich drei Mal kein großes Glück bei der Suche, wo es sich im Nachhinein gesehen doch empfohlen hätte, vorzubuchen. Dies waren das Monument Valley, der Arches National Park und am Ende San Francisco. Klar, es waren auch hier immer außer dem Monument Valley Zimmer verfügbar, jedoch nur zu horrenden Preisen. Allerdings hatten wir ab dem Arches National Park sicherheitshalber immer am Vortag über das Internet ein Zimmer für den nächsten Tag vorgebucht. Sehr gute Erfahrungen machten wir mir den Motelketten "Super 8" und "Motel 6", allerdings gibt es in letzteren meist kein Wireless LAN.

Wichtig erscheint uns vorher sowie nachher jedoch das Abwägen, ob man die Hotels an der ganzen Strecke vorbuchen soll oder nicht. Bei Vorbuchungen ist jedoch daran zu denken, sollte es zu kurzfristigen Plan- oder Streckenänderungen kommen (Pannen, Sperren, neue Ziele...), kann sich schnell einmal der gesamte Reiseverlauf von den Tagen her ändern, was zu notwendig werdenden Buchungsänderungen und speziell in Hinsicht auf die höheren Wochenendpreise zu höheren Gesamtpreisen der Zimmer führen kann. Daher haben wir auch die Nichtbucher-Variante gewählt, erst im späteren Reiseverlauf haben wir jeweils für den darauffolgenden Tag vorreserviert, was sich auch als beste Lösung herausstellte, da einfach die oft langwierige Suche nach einem freien Raum bzw. den darauffolgenden Preisvergleichen entfällt, wenn man abends ohnehin schon müde und hungrig ist.