Thursday, 14 December 2017

2006 - USA New York City

usa2006Die Reise im Jahr 2004 mit meiner Schwester unter anderem nach New York City war ein unvergesslicher Eindruck! Schnell stand fest, dort muss ich wieder hin. Gesagt getan, nach langer Vorbereitung und Planung ging es von 26. Juni bis 11. Juli 2006 erneut nach NYC! Diesmal jedoch alleine, was sich als ebenso einmaliges Erlebnis in Erinnerung bleibt.

Vorbereitungen, Dezember 2005 – Mai 2006

Sämtliche Vorbereitungsarbeiten erledigte ich über das Internet. Da ich gerne alles vorab bis ins Detail vorbereite, damit ich nachher keine Arbeit mehr habe, nutzte ich das Internet für beinahe sämtliche Recherchen. Die größte Hilfe war mir dabei www.nyc-guide.de, wodurch ich auch an einige exotischere Plätze kam, die sonst nirgendwo erwähnt werden. Ebenso wurden mir dort sämtliche Fragen beantwortet, die sich mir vor Abflug noch stellten. Der Flug war bereits im Februar über's Reisebüro gebucht, wichtige Zeiten, Termine, Plätze usw. habe ich mir alle in einer Liste notiert. Alle Sehenswürdigkeiten, Plätze oder Gebäude, die ich besuchen oder nur sehen wollte, fasste ich nach Stadtteilen zusammen, inkl. Adresse und Erreichbarkeit mit Subway. Da ich in NYC nicht unbedingt gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, da man zu Fuß einfach mehr sieht und erlebt, bin ich (außer mit der Subway früh und abends die Strecken Downtown-Uptown und teilweise in den äußeren Boroughs) sämtliche Strecken zu Fuß gegangen, wie viele Kilometer es am Ende waren, wäre nur zu interessant.

Sehr hilfreich war mir eine selbsterstellte ca. 15x15cm große laminierte Karte, auf der ich rückseitig eine Subwaymap von Downtown bis Midtown aufdruckte und vorderseitig sämtliche Flugzeiten und Terminals sowie alle wichtigen Telefonnummern und Adressen aufdruckte. Zur Sicherheit hatte ich eine zweite Kopie im Reisekoffer.

Der kleine Stadtplan von Downtown auf 10x10 cm zusammengefaltet und der oben besagte Miniplan waren meine ständigen Begleiter und ideal für alle Orientierungsfragen. Die englische Sprache selbst war und ist für mich kein Problem, obwohl ich Englisch nur in der Schule lernte, kann ich es sehr gut sprechen, schreiben und lesen. Und wenn ich mir denke, wie teilweise die ausländischstämmigen Bürger von NYC selbst Englisch reden, ist meines doch perfekt. Eine neue Digitalkamera legte ich mir auch vor der Reise zu, da ich ohnehin eine Neue wollte. Es wurde dann eine Minolta Dimage Z5, die ich wie ihre Vorgänger wegen des 10fach Zooms kaufte, da das einfach beim Fotografieren die für mich wichtigste Eigenschaft ist. Man kann sich alles heranzoomen, was man will. Zudem hat sie mit ihren 5 Megapixel einen spitze Videomodus in der Größe von 640x480 Pixel, die Länge hängt nur von der verwendeten Speicherkarte ab. Speicherkarten hatte ich 9 Stück mit in der Gesamtgröße von 7 Gigabyte. Da ich jedoch Viel- und Gernfotografierer bin, nahm ich noch einen externen Fotospeicher mit, der mit Akku oder Kabel betrieben bis zu 15 GB aufnehmen kann (die Karte wird einfach reingesteckt und alles darauf auf die Festplatte überspielt). Damit kam ich bis aufs letzte GB perfekt über die Runden.

Montag, 26.06.2006

Um 05:00 Uhr starten wir Richtung Wien-Schwechat mit dem Auto, meine Eltern bringen mich zum Flughafen. Bereits nach 2h Fahrt sind wir dort angekommen, es ist ein sehr schöner Tag – blauer Himmel, Sonnenschein, angenehm warm. Da noch eine Zeit lang zu warten ist, sehen wir uns schon mal nach den Checkin-Schaltern der British Airways um. Da schon einige Personen in der Warteschlange stehen, beschließe ich, schon einzuchecken, das ging ganz einfach am Online-Checkin-Schalter. Danach heißt es rund 1,5h vor dem Abflugbereich warten, bis es dann soweit ist. Bargeld von der Bank musste ich mir noch holen, eine Kreditkarte hatte ich zudem auch mit. Der Augenblick des Abschieds von meinen Eltern ist gekommen, durch die Schleuse und rein in den Terminal. Dort am Abflugschalter angekommen erstmal durch die Sicherheits- und Passkontrolle. Danach warte ich gerade mal ca. eine halbe Stunde bis zum Transfer zum Flugzeug, einem Airbus A-319 der British Airways, der schon am Vorfeld geparkt ist. Sofort einsteigen, und den Platz in der vorletzten Reihe sichern, neben mir sitzt ein älteres Ehepaar aus Niederösterreich. Fast pünktlich um 11:40 Uhr heben wir ab Richtung London. Der Flug dauert rund 1,5h und verläuft sehr angenehm. Zu Essen gibt es Gervais-Sandwich und Getränke. Um ca. 13:15 landen wir am Flughafen London-Heathrow, das Verlassen des Flugzeugs, der Weg durchs Terminal (man braucht es nicht zu wechseln) und die Sicherheitskontrollen verlaufen allesamt ohne Probleme. Nach gut 1h geht es dann zum Abflugterminal, die Boeing 747 steht schon am Gate, dann nach ca. 30min Warten geht es ins Flugzeug. Mein Sitzplatz liegt wiederum in der vorletzten Reihe, neben mir diesmal wieder ein junges Paar aus NÖ. Die beiden machen zum ersten Mal eine größere Rundreise durch die USA. Abflug Richtung JFK ist mit ca. 15min Verspätung um 15:40 Uhr. Der Flug ist sehr angenehm, zum essen gibt es Huhn mit Kartoffeln, Pilzen und diverse kleinere Snacks. Vor der Landung kommt noch ein Schinkenweckerl. Der Flug selbst ist keinesfalls langweilig, draußen gibt es in den Küstenregionen genug zu sehen, in den Vordersitzen sind die Entertainment-Systeme eingebaut, in denen Filme usw. laufen. Rechtzeitig vor der Landung werden noch für die Non-US-Citizens die Immigration- und Zollformulare ausgeteilt, jeder ein grünes und weißes Zettelchen. Das wird nach bestem Gewissen ausgefüllt, bei mir durch meine Behinderung muss ich entgegen aller anderen die Frage "Leiden Sie an einer ansteckenden Krankheit? Sind Sie körperlich oder geistig behindert? Betreiben Sie Missbrauch mit Drogen oder sind sie drogenabhängig?". Die Frage, in der hier drei Arten Mensch in einen Topf geworfen werden, ist eigentlich abartig.

Es erinnert mich noch an den Immigrationschalter im Jahr 2004, als ich dem Beamten klarmachen wollte, dass ich diese Frage nur wegen meiner Körperbehinderung mit "Ja" ankreuzte und ganz einfach ohne jeglicher Absicht über seinen einfachen offenen Tresen griff und auf die Frage zeigte – er schnellte zurück, hielt die Hand auf seine Pistole und sagte "Do you see this? So don't touch over the Desk". Aber gut, zurück zum heutigen Tag. Es ist soweit, um 18:20 Uhr setzen wir am JFK-Airport auf, gekommen sind wir über die Long Island Route. Das Verlassen des Flugzeugs und wiederum die Sicherheitskontrollen verlaufen reibungslos. Ein "Problem" gibt es dann am Immigration-Schalter, da man dort anscheinend noch nie den Fall hatte, dass jemand mit einer Hand wie ich nur einen Fingerabdruck hergeben kann. Der Beamte ist jedoch freundlich, fragt seinen Chef und lässt mich durch, ohne Fingerabdruck. Beim Zoll sagt man mir, dass mir ein Stempel fehlt, also nochmals retour zum Immigration-Schalter, wiederum ist dort ein anderer Beamter sehr freundlich und stempelt das Formular ab. Dann nach 45 Minuten geht es zur Gepäckausgabe, meine Tasche kommt auch schon heraus, nun nichts wie ab nach draußen. Beim Terminal-Ausgang wird man fast erschlagen von der Luftfeuchtigkeit, die hier herrscht, knappe 85%. Das Wetter ist herrlich, strahlender Sonnenschein und Temperaturen von rund 30° C.

Ich mache mich nun erstmal auf zum Airtrain, der mich zur Howard Beach Station bringt, von wo die Subway wegfährt. Dort angekommen, gleich mal eine Fahrkarte für Airtrain und Subway gekauft. Nach kurzer Fahrzeit rund um den Flughafen (falsche Richtung erwischt, daher eine kurze Extrafahrt rund um den Airport) bin ich nach rund 30 Minuten auch schon bei der mächtigen erst kürzlich neu eröffneten Howard Beach Station, von wo die Züge nach Long Island und die Subway abfahren. in die Subwaylinie A eingestiegen, und auf ging's in der Dämmerung rund 1,5h quer durch Queens und Brooklyn nach Manhattan, wo ich an der Station "Broadway-Nassau" auf die Linie 6 umstieg, die mich direkt zur 23rd Street brachte. Ich muss dazusagen, dass ich die Fahrten allesamt sehr gut geplant hatte, schon zuhause hab ich mir einen kleinen laminierten Subway-Plan in die Tasche gesteckt, rückseitig mit allen wichtigen Flugzeiten, Adressen und Telefonnummern. An der 23rd Street angekommen ist es schon finster draußen, und noch immer sehr heiß, müde bin ich auch schon und die schwere Tasche zieht schon ordentlich. Dann um 21:45 Uhr kam ich beim "American Dream Hostel" in der 24th Street zwischen der Lexington und 3rd Avenue an. Das Einchecken läuft schnell, das Zimmer wird mir kurz gezeigt und ich lege erst mal alles an Gepäck ab. Nach etwas Verschnaufpause drehe ich noch ein paar Runden ums Hotel, sehe die erste Müllberge und eine Ratte und versuche bei einigen Telefonen, Phil noch anzurufen du ihm zu sagen, dass ich angekommen bin. Jedoch hatte ich Pech, zuerst hatte ich die falsche Vorwahl und dann war das Telefon kaputt. Ich bin dann schon sehr müde und komme mit einem etwas mulmigen Gefühl schon bald wieder zurück, nichtwissend, ob Phil morgen zum Treffpunkt kommen wird oder nicht. "Zuhause" habe ich dann noch das Bett gemacht, am Boden musste ich eine Decke auslegen, da der cm-hohe Teppich doch etwas unhygienisch aussah. Im Zimmer habe ich dann noch eine Klimaanlage, einen Spiegel, Waschbecken, Fernseher mit Kästchen und eine Garderobe. Alles in allem ok für meine Bedürfnisse, wenn auch etwas renovierungsbedürftig. Um 22:45 Uhr falle ich dann ins Bett.

Dienstag, 27.06.2006

Um 07:30 Uhr klingelt mich der Wecker aus dem Bett, mit dem Jetlag hatte ich keinerlei Probleme, ich schlief durch. Ich mache mich fertig für meinen ersten Tag in NYC, zuerst geht's noch in die Gemeinschaftsküche zum Frühstück. Dort sitzen schon einige Gäste, einer der "Permanent Residents" aus dem Hotel erzählt mir, dass er selbst schon mal in Deutschland studierte und auch etwas deutsch spricht. Dann geht's um 08:00 Uhr los, raus aus dem Hotel und zur 23rd in die Subway Linie 6, bis zur Spring Street. Von dort aus geht's zu Fuß weiter der Spring Street entlang nach Westen bis zum NYC Fire Museum. Das Wetter ist wieder wundervoll und sehr heiß. Unterwegs rufe ich erstmal (teuer mit meinem Handy) zuhause und dann noch mal bei Phil an, diesmal klappt's. Seine Frau sagt mir, er sei schon unterwegs und müsste jeden Moment da sein. Tatsächlich, schon wenige Minuten später gegen 10:00 Uhr kommt Phil an, steigt aus dem Auto und begrüßt mich mit "Guten Morgen". Auch er kann ein paar Brocken deutsch, da er früher mal in Deutschland war. Wir starten unseren Rundgang durchs Fire Museum, klappern alle Gegenstände ab. Phil kann mir viel über die Geschichte und Ausrüstung des FDNY erzählen, da er in diesem Gebiet Experte ist. Nach gut einer Stunde sind wir durch und ich kaufe mir unten im Museumsshop noch ein paar Patches. Danach gehen wir zu Fuß runter Richtung Financial District, entlang der Strecke kommen wir am Ghostbusters-House von Ladder 8 vorbei, weiters am 1st Precinct, wo auch die Mounted Police (Pferdestaffel) stationiert ist (den Stall sehen wir dabei sogar von innen). Phil zeigt mir einige markante Gebäude, eines bzw. dessen goldene Lobby auch von innen. Dann kommen wir zum Ground Zero, und zum Tenhouse, dort wurde erst kürzlich eine neue Memorial Wall eröffnet. Phil weiß einiges zu berichten über den 9-11. Weiter im World Financial Center zeigt mir Phil einige gute Aussichtspunkte rüber zum Ground Zero. Hinter dem WFC sehen wir uns den Inner Harbor und die Skyline von New Jersey an. Man kann hier sehr gut drüben in NJ die berühmte und große Colgate (Zahnpasta) Uhr sehen. Unterwegs treffen wir noch "Blue Kid", einen Einsatzleitbus des NYPD. Interessant wird dann die Führung von Phil durch das Irish Memorial, ein kleines aber auffälliges begrüntes Gedenkplätzchen, wo allen irischen Provinzen ein Stein gewidmet wird. Phil und ich suchen den Stein seiner Familie. Dann geht es wieder auf meinen Wunsch hinauf in die Duane Street, wo wir die "berühmte" Feuerwache von E7/L1/B1 besuchen, wo die FDNY/9-11 Doku der beiden Franzosenbrüder Jules und Gedeon Naudet gedreht wurde. Man zeigt uns die Fahrzeuge und Phil erklärt mir einiges über die Gerätschaften. Ich habe mir einige Patches aus OÖ mitgenommen, die ich bei den Feuerwachen immer herschenken werde, so auch hier. Zuletzt fahren wir mit Phils Auto noch an einen Pier am Hudson, wo das ehem. Feuerlöschboot "John J. Harvey" vor Anker liegt. Vom direkten Nachbarboot aus können wir es gut fotografieren und ich erfahre wieder einige Details über die Harvey und ihren Einsatz am 9-11.

Zum Abschluss bringt mich Phil mit dem Auto nach Süden zum Battery Park, dort endet unser gemeinsamer erster Tag. Ich komme vorbei an der berühmten Kugel, die damals vor dem WTC stand und nach ihrer Bergung fast unbeschädigt nun im Battery Park aufgestellt wurde. Vorbei an zahlreichen Gedenkstätten für Soldaten und Seemänner sowie am Castle Clinton gehe ich mit meinem ersten 2.50$ Hot Dog wieder Richtung Nordosten rauf über die South Street, jetzt noch mit einem erfrischenden Maxi-Cola von McDonalds in die Wall Street. Hier sehe ich noch die Börse und die Trinity Church, bevor ich weitergehe Richtung Tenhouse. Beide Trucks stehen in der Halle, leider kommt gerade kein Einsatz rein. Also ziehe ich weiter nordwärts und über die Chambers Street Richtung Osten, zu Engine 6 in der Beekman Street. Einige Zeit warte ich noch, doch auch hier kein Einsatz. Als Abschluss dieses Tages hatte ich die Brooklyn Bridge geplant. Also suchte ich erstmal den Aufgang, was sich als nicht gerade einfach herausstellte. Vorbei an der City Hall sehe ich auch noch Bürgermeister Bloomberg beim Empfang vor der Hall. Doch auch dieser war dann noch gefunden, ich spazierte nun auf DER Brücke Richtung Brooklyn, eine Meile weit, am Ende geht's über die Rampe um 180° runter und ohne konkreten Plan Richtung East River runter. Zufällig komme ich bei der Feuerwache von E205/L118 vorbei, die Engine kommt kurz darauf von einem Call zurück. Weiter geht's wieder Richtung Skyline, unten an der Promenade hat man einen unvergesslichen Ausblick auf die Downtown Skyline. Ich mache noch einige Fotos (bzw. lasse sie mit mir drauf machen) und mache mich wieder auf den Rückweg, wie ich schon gekommen bin. Wieder 1 Meile retour über die Brücke, in der Mitte raste ich erstmal und rufe zuhause an. Dann genieße ich noch das Panorama des Sonnenuntergangs, bevor ich mich endgültig um 20:30 Uhr auf den Heimweg mache. Im Hotel habe ich übrigens nach hinten raus einen wunderbaren Ausblick im 1. Stock auf die Kreuzung Lexington Avenue und 23rd. Hier gibt's viele Einsatzfahrten zu sehen/fotografieren. Übrigens, an der Subway gibt es einen tollen Trick, kommt man aus der Subway zB. Linie 6 raus und weiß nicht sofort, wo man ist, sucht man nur am Ende der Avenue das große quer stehende "Metlife" Building, und man weiß sofort, dass dort Norden ist und man auf der Park Avenue ist. Abends hole ich mir noch beim "Gourmet Deli" um's Eck Orangenkekse und mein erstes Snapple. Ins Bett falle ich um 23:00 Uhr.

Mittwoch, 28.06.2006

Morgens nach dem Aufstehen um 07:30 Uhr holt mich Phil mit seinem Auto um 09:30 Uhr vor dem Hotel ab, wir fahren heute zur Feuerwehrakademie auf Randall's Island. Wiederumzeigt sich das Wetter strahlend blau und heiß. Während der Fahrt unterhalten wir uns die ganze Zeit über verschiedene Dinge, er kann mich und ich ihn sehr gut verstehen. Beim Haupttor der Akademie gilt es kurz, die Ausweise herzuzeigen und dann nichts wie rein. Schon der Ausblick auf den Parkplatz lässt erahnen, dass wir hier heute noch viel an FDNY sehen werden. Zuerst gehen wir ins Bibliotheksgebäude, vorbei an den vielen Museumsstücken, den etlichen Lehrsälen und der "Hall of Fame". Im Bibliotheksgebäude gehen mir die Augen über, hier steht eine Sammlung mit allen (!) Code3 Modellen des FDNY, der ältere Herr sperrt extra für die Fotos die Vitrinen auf uns schaltet die Beleuchtung ein. Draußen bedanke ich mich noch mit einem Patch bei ihm und bekomme dafür ein Poster mit allen FDNY Patches drauf. Dann ziehen wir weiter ins offene Gelände, wo all die Fahrzeuge stehen und die Probies gerade Morgensport betreiben. Auch die Umkleideräume und Kleiderkammer gehören zur Tour. Bis Mittags sind wir in der Akademie, ich sehe so gut wie alle Bereiche und etliche Fahrzeuge sowie gerade laufende Übungen. Für einen normalen Touristen ist die Academy nicht zu erreichen bzw. zu betreten. Wir machen uns nun wieder auf den Weg durch Queens, zum nächsten Highlight der Reise, dem Besuch der "FDNY Shops", also der riesigen Werkstätte für alle Trucks des FDNY. Dort angekommen, nutzt Phil geschickt den Hintereingang ohne Portier, wodurch wir ohne Bedenken von hinten durch die Halle gehen können und alles fotografieren, was zu sehen ist. Ein kurzes Gespräch mit einem der Mechaniker, der ebenfalls Code3-Sammler ist und mir gleich begeistert Fotos seiner Sammlung zeigt, und weiter geht's Richtung Verwaltungsbüro am anderen Ende der Halle. Der Bekannte dort von Phil sagt gleich, bitte nicht fotografieren, was aber im Prinzip schon egal ist, da wir ja eh schon alles haben. Er führt uns nochmals durch die ganze halle und erklärt uns verschiedene Bereiche und Trucks, wie zB. Rescue 5 oder den neuen Ferrara Hazmat Truck. Nach der Führung fotografieren wir noch vor der Halle den alten Hazmat Truck von Mack und Tower Ladder 155, die noch für mich für Fotos posiert und dann zu einem Einsatz fährt. Wir fahren kurz noch zur NY Harbor Police und wieder weiter durch Queens zu den EMS Shops, dort werden die kleineren FDNY Fahrzeuge sowie alle Rettungswägen repariert und gewartet. Wir bekommen wieder eine Führung und sehen die verschiedenen Fahrzeuge von innen, unten und oben. Auch den Bereich der Folienbeklebung sehen wir, vorgestellt wird uns auch der Grafiker, der hier die Fahrzeugfolien herstellt. Draußen auf der Rückseite des Gebäudes ist der große Schrott- und Lagerplatz für FDNY Fahrzeuge. Hier stehen vor allem zwischengeparkte Fahrzeuge älteren Bautyps sowie etliche demolierte, verunfallte oder ausgebrannte Firetrucks.

Zuletzt noch führt uns die Route um ca. 15:00 Uhr zu E292/R4 in Queens, leider macht niemand das Tor auf, es dürfte keiner hier sein. In der Halle steht der Spare Rig von R4, die "Spirit of Louisiana". Phil bringt mich nun noch zur Subwaystation Woodside Street. Dort verabschieden wir uns gegenseitig und ich bedanke mich bei ihm noch mit ein paar Souvenirs wie Patches, einem Kapperl und zwei Modellautos aus Österreich. Er freut sich riesig darüber. Bevor ich nach Manhattan zurückfahre, möchte ich noch etwas durch die Wohngegend dort gehen, die erscheint mir aber ein wenig unsicher. Also setze ich mich in die U-Bahn Linie 7 und fahre zur Grand Central Station, von wo ich dann zu Fuß Richtung Osten zur 2nd Avenue gehe. Vorbei an E16/L7 geht's zum UNO-Headquarter und in weiterer Folge wieder retour über die 52nd am Chrysler Building vorbei zur Grand Central Station, die ich mir von innen ansehe und einige Fotos schieße. Dann besuche ich den Bryant Park hinter der Public Library und folge der Straße Richtung Times Square. Jetzt stehe ich am unteren Ende des Times Square und lasse erstmal das organisierte Chaos auf mich wirken. Durch den Times Square vorbei am Planet Hollywood, wo ich meinen vorreservierten 7-Tages-NewYorkPass abhole, geht's dann zu E54/L4/B9. Dort sehe ich gleich mal – es ist mittlerweile schon 19:00 Uhr - eine Ausfahrt und die Rückkehr der Trucks. Wieder zurück zum Times Square und die nächste Querstraße sehe ich mir noch die Theatermeile an, wo zB. auch das "Phantom der Oper" seine Theaterstätte hat. Zuletzt geht's jetzt wieder über den Times Square nach Süden zur Port Authority Station. Dort steht zufällig gerade der 1 Truck des NYPD der E.S.U. Mittlerweile geht die Sonne feuerrot unter und sticht durch die Häuserschluchten, geradewegs auf das Chrysler Building und zum Teil auf die Grand Central Station. Das ergibt einige sehr schöne Fotos. Mit der Subway fahre ich wieder zur 23rd und gehe ins Hotel, nach etwas Fernsehen (Wetterkanal, Newssender, Fußball WM) um 22:30 Uhr lege ich mich nieder.

Donnerstag, 29.06.2006

Heute geht's raus auf die Insel! Um 07:00 Uhr stehe ich auf und drehe erstmal eine Runde um die Hotelblocks, da ich einige Sirenen hörte. Leider nichts zu sehen. Ich gehe südlich zur 21st zur NYPD ESU 1 Station, jedoch ist das Tor noch geschlossen. Also mache ich mich auf den Weg mit der Subway zum Battery Park, von wo aus ich zum Staten Island Ferry Terminal gehe. Dort angekommen muss ich erstmal 30 Minuten warten, da die Fähre gerade abfuhr. Mit größerem Gedränge geht's dann auf die Fähre, die Überfahrt dauert ebenso rund 30 Minuten, der Ausblick ist dafür grandios! Auf Staten Island gelandet, wandere ich einfach der Hauptstraße entlang schätzungsweise 3 – 5km in den Süden, wo ich dann Richtung Westen einbiege und die Straßen wieder hochwandere. Im Norden ist auch das wunderschöne Municipial Building. Da es unsagbar heiße 35°C hat, beschließe ich, wieder Richtung Ferry Terminal zu gehen, vorbei an einem kleinen Krankenhaus, bei dem gerade die halbe Belegschaft zur Rauchpause vor der Türe steht. Mit der 13:30 Uhr Fähre fahre ich wieder retour nach Manhattan. Mein nächster Weg führt mich zu E4/L15, über die South Street und nach Osten zum FDR, wo die Wache liegt. Als nächstes geht's zum South Street Seaport, und wie soll's anders sein, ich gehe weg von E4/l15, und E4 fährt aus. Am Seaport selbst läuft gerade eine typische amerikanisch bunte Veranstaltung für Kinder mit tanzenden Maiskolben uvm. Die vielen Schiffe hier vor Anker sind wunderbar anzusehen, ein großartiger Kontrast zu den Wolkenkratzern im Hintergrund. Ich mache mich dann gegen 15:30 Uhr auf zur Beekman Street Richtung Westen, quer durch den Fulton Fish Market, da erwischt mich einer dieser schwarzen Teenager, die Süßigkeiten für arme Kinder verticken. Die sind echt schlimmer als Kletten, so schafft er es letztendlich nach 400 Metern Belagerung bzw. Mitgehen, dass er 1$ und ich ein süßes Stangerl bekomme. Vor der Beekman Street liegt noch ein Krankenhaus, wo ich mir erstmal ein paar Rettungswägen ansehe und dann direkt zu E6 spaziere, die kurz darauf von einem Einsatz heimkommen. Zuvor kommt jedoch noch Battalion 1 vorbei und bringt die Dienstpost. Während der Lieutnant im Gebäude ist, winkt und fuchtelt der Fahrer von B1, dass ich zu ihm kommen soll, da er sieht, dass ich sein Auto die ganze Zeit schon fotografiere. Er fragt mich, was ich fotografiere usw. und auf die Antwort, dass ich ein Riesen FDNY-Fan bin, drückt er mir schon seinen Helm in die Hand, und setzt mich ins Fahrzeug für ein paar Fotos. Ein echt cooler Typ, Kirk ist sein Name, wie ich später noch herausfinden werde. Als dann auch noch sein Chef kommt, der Lieutnant von B1, stellt er mich gleich vor und wir kommen auch noch ins Quatschen über dies und jenes.

Sie verabschieden sich dann noch recht freundlich und sind wieder dahin. Dann kommt auch schon E6 vom Einsatz zurück und ich frage einen der Jungs noch, ob ich im Haus fotografieren dürfte – selbstverständlich. Mit einem Patch bedanke ich mich wiederum und gehe Richtung Ground Zero, wo ich nach einigen Runden dann irrtümlich in die falsche Subway steige und nach Brooklyn in die 74h Street rüberfahre. Also wieder umgedreht und retour nach Manhattan bis zur 59th. An einer Telefonzelle versuche ich dann noch, zuhause anzurufen, jedoch ist mein Guthaben bei "ekit" verbraucht und ich muss mein Handy nehmen und zum "günstigen Auslandstarif" eines Wertkartenhandys telefonieren. An der Lexington Avenue hole ich mir mein erstes Abendessen in einer kleinen Pizzeria, Spaghetti mit Meatsauce. Da ein Gewitter beginnt, und es schon ziemlich wild herumblitzt und donnert, mache ich mich auf den Weg zurück zum Hotel. Zu Bett gehe ich gegen 22:00 Uhr.

Freitag, 30.06.2006:

Heute verschlafe ich mich gleich einmal bis 10:00 Uhr. Mit der U-Bahn geht's dann mit der F-Linie nach Coney Island, dem wohl berühmtesten Sandstrand von New York ganz im Süden von Brooklyn, wo ich um 11:45 Uhr ankomme. Wie das Wetter heute wohl ist, einmal mehr strahlender Sonnenschein und glühende Hitze. Wie die Tage zuvor ist es ständig auch sehr luftfeucht, immer um die 80 – 90 %. Der Weg zum Strand ist schnell und einfach gefunden, einfach den Leuten nach. Gerade mal einige wenige Meter sind es von der Subwaystation zur Beach Promenade. Dort werde ich die nächsten drei Stunden verbringen. Das Gefühl, als ich das erste Mal den Sandstrand betrat, war einfach überwältigend. Ich mache Urlaub mitten in der Großstadt und nun steh ich da auf einem herrlichen Sandstrand inmitten von hunderten Leuten, die hier ihren Spaß haben, baden, Volleyball spielen, spazieren gehen,...Es war einfach genial! hinten die ganzen Ess- und Unterhaltungsstände, vorne der pure Strandvergnügen mit dem Wahrzeichen dem "Parachute Tower" und am Strand den typischen Lifeguards. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Moment erinnern, es war wunderbar. Als erstes dachte ich gleich mal an nichts anderes, als meine leere Mineralwasserflasche mit Sand zur Zuhause aufzufüllen, gesagt getan. Dann erstmal Schuhe ausgezogen und rein in den Sand, welcher doch ziemlich glühend war. Dann ging's ab nach vorne zum Wasser und ich wanderte erst mal in eine Richtung alles ab, immer im/am Wasser entlang. Das Wasser war angenehm kühl, ich hatte es mir eigentlich viel kälter vorgestellt hier. Nun retour in die andere Richtung wiederum dem Wasser entlang, einige Male ist ein NYPD Hubschrauber extrem tief über den Strand gedonnert, das war ein Anblick - leider zu spät für ein Video. Mit Bändern werden hier gesperrte Strandabschnitte, wo gerade kein Lifeguard Dienst tut, abgesperrt, dort ist das Liegen davor auch verboten. Nach rund drei Stunden und einigen Fotos und Videos mache ich mich wieder auf Richtung U-Bahnstation. Doch zuvor hole ich mir noch bei der "Nathan's"-Filiale einen der berühmten Hot Dogs, dort wurde er angeblich erfunden. Dort steht auch das riesige Schild von Nathan's, dass den jährlichen Countdown bis zum traditionellen Hot Dog Contest (Wettessen) herunterzählt, aktuell waren es gerade noch 3 Tage und 20 Stunden. Außerdem musste ich hier wieder feststellen, dass es dort überall an den Kassen echt fesche Mädels gibt. Ein paar Runden noch den Straßen hier entlang gehe ich weiter zum Astroland Park und Cyclone, dort ist der berühmte alte Vergnügungspark mit eben dem Cyclone Achterbahn oder dem Wonderwheel Riesenrad. Alles hat sein Ende, so auch nun Coney Island und ich sitze wieder in der U-Bahn, die in rund 1,5h nach Manhattan fährt. Doch zuvor steige ich noch im Stadtteil Park Slope aus, da ich hierüber schon viel Gutes gehört habe (dank www.nyc-guide.de). Tatsächlich, ein wirklich schöner Stadtteil mit sehr schönen Häuserzeilen und vielen Baumalleen, soweit das Auge reicht. Da dort in der Nähe auch die Wache von Squad 1 liegt, mache ich mich gleich auf den Weg dorthin. Leichter gesagt als getan, das erste Mal in meiner "NYC-Laufbahn" finde ich mich hier nicht zurecht, auch der Plan hilft mir nicht weiter, da ich meine aktuelle Kreuzung nirgends feststellen kann am Plan. Da mache ich mal einen Test, der ja oft schon so beschrieben wurde. Ich stelle mich also ganz auffällig mit meinem kleinen Plan in der Hand auf die Kreuzung bei der Ampel, und keine 10 Sekunden später fragt mich schon ein Typ: "You got lost?". Wahnsinn, so schnell sind die hier hilfsbereit, mich fasziniert es täglich wieder auf's Neue. Nun komme ich doch noch ans Ziel, bei Squad 1 ist zwar das Tor offen, doch der Typ, der die Housewatch heute über hat, ist nicht gerade wirklich freundlich und lässt mich nicht rein. Also mach ich von draußen noch ein paar Fotos.

So schön das Wetter und die Gegend hier ist, desto ungemütlicher wird der Sand von Coney Island, der sich in meinem Genick schon längere Zeit mit der Sonnencreme vermischt hat und nun unter meinem T-Shirt dahinscheuert. Also nichts wie ab in die nächste U-Bahn und wieder rüber bis in die 14th Street. Dort komme ich rein zufällig an einem Straßenzug vorbei, in dem bei einem Haus eine große US-Flagge hängt. Was könnte das schon anderes sein als eine Feuerwache (ganz typisch in NYC), also nichts wie hin. Es war die Wache von E14, einer der Jungs dort zeigt mir gleich das komplette Fahrzeug, die Ausrüstung und lässt mich im Truck posieren für ein paar Fotos. Zuvor wollte er (als Joke) noch wissen, ob ich eh kein Terrorist wäre, der ihm sein geliebtes Fahrzeug wegsprengen will. In der Kabine haben sie riesige, silber verkleidete Lautsprecher, die ich zunächst als Dolby Surround Soundblaster annehme, er mir aber mit einem Grinsen als die normalen Funklautsprecher erklärte. Nun geht's – es ist bereits kurz vor 19:00 Uhr – retour in die 21st Street zu NYPD ESU Station, wo ich dann endlich den riesigen Truck sehe, der in der Halle steht. Der Polizist lässt mich ohne weiteres ein paar Fotos machen, kein Problem. Als ich dann 19:30 Uhr im Hotel bin, stelle ich im Spiegel fest, dass ich am Rücken und im Genick einen noch nie vorher dagewesenen Sonnenbrand hatte, jetzt war mir auch klar, warum die "Sand-Sonnencreme" schon so wehtat am Rücken. Im Fernsehen läuft hier gerade bei sehr schlechtem Satellitenempfang, egal wie ich die 30x verbogene Antenne auch drehe, die Fußball WM auf einem spanischsprachigem Sender. Ist echt witzig, mit welchem Temperament die Moderatoren hier dabei sind, wenn ein Tor fällt, egal für welcher Mannschaft, kommt jedes Mal ein 6-fache "Gooooool". Ich musste es einfach auf Video festhalten, das war jedes mal wieder zum Zerkugeln. Um 23:00 Uhr leg ich mich dann schlafen. Den ganzen Tag über hatte ich heute schon starke Schmerzen in der Achillessehne, ganz klar vom vielen Gehen auf den uneben Straßen und Gehsteigen, teilweise ist das echt witzig, wie die aussehen.

Samstag, 01.07.2006

08:30 Uhr ist Dienstbeginn für heute, zu Fuß geht's gleich Richtung Nordwest zum Empire State Building. Das Wetter ist – wie soll's anders sein, wunderbar und wieder heiß und luftfeucht. Am ESB angelangt suche ich gleich mal den Weg hinauf, doch ich muss zuerst in einen Souvenirladen, um den NY-Pass zu aktivieren und die Eintrittskarte zu bekommen. Dann geht's gegen 10:00 Uhr in die nicht übermäßig lange Schlange im mit 3 Ventilatoren gekühlten Gang hinauf zum Sicherheitscheck, weiter zum wie überall obligatorischen Fototermin, vorbei an der Audiotourwerbung hin zu den Aufzügen. Dort wird man dann mit vielen andren Besuchern in den Lift gepresst und hinauf in den (ich glaub) 82. Stock geschossen. Von dort geht dann noch einmal ein Aufzug hinauf zur Besucherebene im 86. Stock. Bei den Besuchermassen hier oben ist es immer ein Glücksspiel, auf jeder Seite einen freien Platz zum Fotografieren zu finden. Also heißt's immer wieder Warten, um bis zum Zaun vordringen zu können. Doch dann eröffnet sich mir wieder der schon bekannte Blick, einfach Wahnsinn! Eine gute Stunde und knapp 150 Fotos später nehme ich wieder den Aufzug nach unten, da es oben einfach schon zu voll wird. Um 11:00 Uhr dann kommt unsere Aufzugsgruppe unten im Erdgeschoß an, wir suchen erstmal alle den Ausgang und irren einige Zeit lang herum, da ein Ausgang gesperrt war und wir quer durch's Gebäude hirschen mussten. Als ich draußen angelangt war, traf mich fast der Schlag, als ich die Menschenmenge sah, die da schon vom ESB-Haupteingang rund um die Ecke um das Gebäude stand. Das waren locker 300 – 400 Leute. Busweise wurden sie hier angekarrt und eingereiht, und das in der schönsten Mittagshitze bei 36° C in der prallen Sonne. Naja, jedem das Seine. Auf der gegenüberliegenden Seite sehe ich eine der Flut von "Duane Reade" Apotheke/Drogerie/Supermarkt (ein Mix aus allem)-Filialen, wo ich mir dann erstmal eine Bandage kaufen muss, da meine Schmerzen im Fuß an der Ferse immer unerträglicher werden und ich fast nicht mehr aufsteigen kann. Mit der Bandage geht es sich dann schon etwas leichter, sonst hätte das übel enden können, wenn ich in NYC bin und nicht mehr laufen kann. Hab teilweise echt schon überlegt, einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Gleich mitgenommen habe ich auch zwei Flaschen Snapple für die nächsten paar Kilometer, ich brauchte eigentlich nie was zu Essen, das viele Trinken war mir das Wichtigste und hat mich auch völlig satt gemacht bei der täglichen Affenhitze, die mich aber keineswegs störte. Nun ging ich die 5th Avenue zu Fuß rauf bis zum Rockefeller Center, wo ich zuvor noch Ladder2 bei einem Einsatz für ein paar Fotos und Videos erwischte. Vorbei an der Public Library und verschiedensten Nobelläden komme ich dann zum Rockefeller Center, wo ich mir gleich draußen an der kleinen unscheinbaren Kasse ein Ticket zum TOTR (Top of the Rock Aussichtsplattform) kaufe. Vorbei am Platz, wo im Winter Eisgelaufen wird und momentan ein Cafe steht, geht's auf die Seitenstraße zum Eingang. Dies wird sich noch zu meinem absoluten Lieblingsplatz und Geheimtipp für NYC herausstellen, auch hier sei wieder www.nyc.guide.de Dank). Schnell zu finden ist dann der seitliche Eingang zum TOTR, drinnen geht's über eine Stiege vorbei an einer riiieeesen Diamtenleuchte zum Sicherheitscheck und einem (wenn man will, keine Pflicht wie im ESB) Fototermin.

Dann steht man auch schon vor den Aufzügen. Also im Gegensatz zum ESB hat das vom Eingang bis zum Aufzug keine 10 Minuten gedauert. Im Aufzug dann die Überraschung, die ich schon gelesen habe, im Aufzugsdach ist eine Glasplatte, die während der Fahrt den Blick in den Schacht zulässt und einen kurzen Film zeigt. Echt witzig, die Auffahrt im bunten Liftschacht. Oben angekommen gibt's dann drei Aussichtsplattformen, die untere hat rundherum schöne, sauber und vor allem große Glasflächen als Absperrung mit Zwischenräumen und oben hat man durch die kleinere Plattform nur eine hüfthohe Mauer als Begrenzung, nirgendwo also wie am ESB Zäune oder Gitter. Und das erschreckendste (aber positiv gemeint), wo waren hier die Besucher??? Auf den drei schon freiläufig und großen Plattformen tummelten sich vielleicht maximal 50 Besucher herum, keinesfalls mehr. Da war alles fast leer. Das liegt nun wahrscheinlich daran, dass das TOTR erst 2005 wiedereröffnet wurde und noch als Geheimtipp gilt, und das völlig zurecht. wenn mich wer fragt, ich empfehle nur noch das TOTR, viel eher als das ESB. Außerdem ist es schon alleinig der Umstand die 18$ Eintritt wert, dass ich im Ausblick und folglich auch auf den Fotos das ESB mittig in der Skyline stehen habe und auf der anderen Seite den Central Park um ein vielfaches näher habe als beim ESB. Der Höhenunterschied der Plattformen am ESB und TOTR ist nicht groß, auffallen tut er eigentlich gar nicht. Die Ausblicke sind fantastisch, für meinen Geschmack um etliches besser als am ESB. Die Durchsicht bei den Glasplatten erlaub wunderbare Fotos, egal ob von der Skyline oder mit sich selbst davor. Kein störender Zaun im Hintergrund, nichts. Wiederum eine gute Stunde bin ich hier oben, bevor ich wieder runter fahre und mich gleich nebenan in die "Firezone" begebe, dem offiziellen Shop des FDNY. Dort gibt es unter anderem alle Varianten des FDNY Merchandise zu erstehen als auch meine heiß geliebten Code3 Modellfahrzeuge sowie eine Brandschutztour, eine Geräteausstellung und ein quergeschnittenes Fahrzeug des FDNY zum Spielen für die Kinder. Dem Diensttuenden schenke ich ein Patch, den er sogleich auf die Wand zu den anderen Tausenden Feuerwehrabzeichen aus aller Welt hängt. Dann kaufe ich mir noch eine Fleecedecke in Form einer US-Flagge und ein paar kleinere Geschenke für Zuhause. Der weitere Weg führt mich vorbei an der Radio City Music Hall über die 5th Avenue, wo ich die ganzen teure Läden an mir Revue passieren lasse, für einen Gang hinein reicht's leider nicht. Bis zum Central Park wandere ich hinauf, dort sehe ich mir erstmal im Süden dessen ein paar Fleckchen rund um den See dort an und verweile erstmal, da mir meine Ferse schon wieder einiges an Schmerzen bereitet. Gegen 15:00 Uhr spaziere ich dann drei Straßen wieder südwestwärts zur Feuerwache E23 (die haben einen wunderschönen Truck mit extra viel Chrom dran), wo das Tor jedoch leider geschlossen ist. Also ein paar Fotos von außen gemacht, noch etwas gewartet und weiter geht's. In der nächsten Subwaystation steige ich in die Metro und fahre runter bis zur Lafayette Street, wo ich zufällig durch eine Thailandfest oder so Ähnliches komme, hier wird bei Volksfeststimmung allerlei gekocht, verkauft, chinesisch massiert, gestritten, laut gelacht und und und. Nun bin ich bei der Wache von Ladder20 angekommen, doch auch hier ist geschlossen und ich raste erstmal gegenüber am Gehsteig. Da ich eh schon 2004 hier war und den Truck sah, ging ich dann letztlich mit "letzter Kraft" wieder nordwärts zum Firefighters Shop, der – als ich ankam – schon zugesperrt und weggerissen wurde. Also momentan schlecht gelaunt wieder südwärts Richtung U-Bahn, und ab zum Hotel in die 23rd. Ich war nun schon wirklich k.o. und wollte nicht mehr. Im Hotel habe ich mich erst mal hingelegt und ein paar Cookies gefuttert. Bei Duane Reade habe ich mir außerdem eine Sportsalbe für meine Ferse gekauft, der extreme, unausstehbare Mentholgestank dieser steht mir heute noch in der Nase. Den brachte ich die nächsten Tage nicht aus dem Gewand. Da man den Tag in NYC ja nicht schon um 17:00 Uhr beenden kann, hab ich mich dann um 19:30 Uhr wieder auf den Weg zur Subway gemacht und bin zur Endhaltestelle "meiner" Hauslinie, der 6 Local Line, also bis zur Station "Brooklyn Bridge – City Hall" gerauscht. Von dort aus machte ich mich wieder auf in die Beekman Street zu Engine 6, die ich gerade bei einer Einsatzausfahrt reichlich fotografieren konnte. Weiter zum Ground Zero und zum Tenhouse, also der Feuerwache von Engine 10 und Ladder 10. Diese Wache wird seit geraumer Zeit von Touristen regelrecht überrollt, da dort Ladder 10 stationiert ist, der Truck mit der genialen Memorial-Bemalung auf den Seiten. Wenn man sich so wie ich mit einem der Jungs dort als Feuerwehrmann aus Österreich zu erkennen gibt, kommt man ja leicht ins Gespräch oder zu ein paar Fotos, aber bei den anderen "normalen" Touristen, die ja selbst teilweise über die Absperrung vor den Trucks klettern, reagieren sie verständlicherweise manchmal genervt, wie man sehen kann. Nichtsdestotrotz, ich verweile noch etwas, aber wiederum kommt kein Alarm herein. Dann schieße ich noch ein paar schöne Fotos vom schwarzen Deutsche Bank Building (im TV sah ich erst tags zuvor, dass oben am Dach noch immer Knochenreste vom 9-11) gefunden werden) mit der US-Flagge davor und dem Mond im Hintergrund. Mit der Subway geht's dann um 21:30 Uhr zum Hotel, wo ich dann zum allerersten Mal in NYC eine KAKERLAKE am Boden krabbeln sehe! Ich denke mir noch, was ist dieser Punkt da unten am grünen Teppichboden und dann der Schock. Aber eines war mir klar, bevor dieses Tier nicht tot ist, schlafe ich hier nicht ein! Also habe ich sie mit einer Zeitung in der Hand gejagt, oder sie mich? Schlussendlich nach knappen 30 Minuten quer durchs Zimmer (war eh gerade mal rund 4x3 Meter groß) hab ich das Vieh dann erschlagen und beim Fensterspalt raus befördert. Vom Deli ums Eck holte ich mir zur Feier des Sieges noch einen köstlichen 0,5l Becher Häagen Daz's Karameleis, den ich noch schnell auslöffelte. Beruhigt legte ich mich dann um 23:30 Uhr nieder.

Sonntag, 02.07.2006

Was wird einem für einen Sonntag und NYC schon andres vorgeschlagen, als in den Central Park zu gehen? Und wie das Wetter heute wieder war, ist jetzt schon klar - schön und heiß. Also stand ich heute mal etwas später um 11:30 Uhr auf und räumte erstmal mein Zimmer auf. Als Frühstück (etwas spät, aber doch) zog ich mir wie jeden Tag zwei Tassen Kakao rein, die man sich unten in der Gemeinschaftsküche ebenso wie Müsli, Kelloggs usw. selbst zubereiten konnte. Nach der Geschirrabwasch warf ich mich in die Subway rauf zur 86th Street. Hier (oder in der Nähe?) wurde erst zwei Tage später lt. Fernsehen wer in der U-Bahnstation mit einer Elektrokettensäge schwer verletzt. Von dort aus ging ich dann auf der rechten Parkseite der Avenue entlang nach Norden bis zur 112th Street, wo die Feuerwache E58/L26 liegt. Leider hatte ich auch hier wieder Pech, alles geschlossen, zumindest habe ich E58 kurz in der Ferne gesehen. Wenige Blocks vorher hatte sich ein kleiner Verkehrsunfall ereignet, dort stand zumindest ein nagelneuer Krankenwagen für ein paar Fotos im richtigen Licht. Was man hier oben an den Avenues teilweise für eine erstaunliche Fernsicht and der Straße entlang hat, ist gigantisch. Da sieht man locker 20 oder mehr Ampeln hintereinander, alle grün oder rot – ideal zum Fotografieren. Nun ging ich die 110th an der Nordseite des Central Parks nach Westen rüber und dort im linken oberen Eck in den Park hinein. Schon nach wenigen Metern "Park-einwärts" war vielleicht was los, überall Tanz- und Musikgruppen und rundherum Hunderte von Leuten. Ein Wahnsinn, was sich hier teilweise abspielt, da wird mitgesungen, mitgeshakt, gejubelt, geklatscht. Das steckt richtig an! Ein paar Schritte weiter findet gerade ein großes Fotoshooting einer bepelzten Dame statt, die sich im Sonnenlicht an einem Baumstamm entlang räkelt. Und überall die kleinen witzigen Eichhörnchen (Squirrels), die ganz anders und größer als die in unseren Breiten aussehen und außerdem echt zahm sind. Weiter geht's Richtung Osten quer durch den Park vorbei und entlang am großen See und Wasserspeicher (The Reservoir) kurz mal nach draußen auf die Straße, wo ich an der Museumsmeile vorbeikomme, also dem Guggenheim Museum, dem Museum of Modern Art und dem Metropolitan Museum.

Doch für mich als Kunstbanausen sind alle drei nicht interessant, außer für ein paar Außenaufnahmen. Dann geht's gleich wieder ein in den Park ungefähr in der Mitte, zur Mall. Dort ist das "Herz" des Parks, hier trifft sich die Menschenmenge am Sonntag, um die vielen Künstler zu bestaunen, die hier entweder herumtanzen, mit Inlineskatern atemberaubende Tricks herzeigen, herumturnen, am Saxophon spielen oder was auch immer. Zu sehen gibt's hier alle Mal genug. Daneben am großen roten Brunnenplatz lassen sich hervorragende Fotos machen, dahinter im Teich gondeln die Pärchen in ihren Ruderbooten herum. Eine junge Lady sitzt neben mir auf einer Bank, deren Wolfsähnlicher Hund ihr selbst fast bis zum Bauch reicht. Vorbei an einer Shakespeare-Statue und den Sheep Meadows gehe ich wieder quer durch den Park Richtung Süden runter zur 5th Avenue. Von dort aus geht's dann noch nach der 6th Avenue südostwärts Richtung Bloomingdales, den ich erst zufällig bemerke, als ich schon direkt davor stehe. Obwohl ich schon 2004 da war, hätte ich nicht mehr dran gedacht, dass der hier ist. Gegen 20:30 Uhr kurz vor dem Hotel beginnt es zu regnen, trotzdem fotografiere ich noch schnell ein paar schöne Motive mit den blau/rot/weiß gefärbten Dächern einiger Gebäude im Sonnenuntergang. Abends fängt es dann richtig zu schütten an, es strömt wie aus Kübeln. Auch ein ordentliches, aber nur kurzes Gewitter ist dabei, man kann teilweise sogar die Blitzeinschläge in den Dachspitzen einiger Gebäude sehen. Um 23:30 geht's ins Bett.

Montag, 03.07.2006

Heute Montag – der Tag vor dem Unabhängigkeitstag – wird es wieder viel zu sehen geben. Mein Programm ist dicht gedrängt. Meine Fersenschmerzen habe ich mittlerweile schon etwas unter Kontrolle. Daher stehe ich um 08:00 Uhr auf, hole mir beim Deli einen Nesquik Kakao (der hier vieeel besser als bei uns ist) und mache mich zu Fuß auf den Weg Richtung Westen ein paar Blocks weiter zum Madison Square Park. Dort ist gleich ml das erste Fotohighlight, das FlatIron Building. Beim wiederum nun schon traditionellen "Schön und Heiß" Wetter lässt sich das Bügeleisenförmige Gebäude super ablichten. Dann geht's wie immer zu Fuß gleich weiter Richtung Westen durch den Theater District bis ganz rüber auf die West Side. Dort wird die Gegend vorübergehend mal etwas seltsamer, da es doch zumindest hier noch sehr menschenleer ist und es im allgemeinen nicht gerade einladend ist. Mein erstes Ziel war Hells Kitchen, wo ich eigentlich eh schon bin, genauer gesagt möchte ich zur Feuerwache E34/L21. Dort angekommen und sehr freundlich aufgenommen, konnte ich mir die Trucks und das Haus genauestens ansehen und mir wurden verschiedene Geräte gleich richtig erklärt und vorgeführt. Die waren richtig erfreut, mal jemanden alles zeigen zu können. Zum Beispiel ein Gerät, um Türen mit hydraulischen Druck zu öffnen, hat man mir gleich anderen eigener Haustüre vorgeführt. In der Station war es echt rockig, überall hingen Fahnen und Dekoobjekte herum, an der Decke hing ein aufgehängtes Gummihuhn runter, dass sie mir als ihr Maskottchen vorstellten und aus den Lautsprechern tönte gerade "We will rock you" heraus, so richtig fetzig. Diesmal bekam ich als Gegengeschenk zu meinem Patch einen ihrer Wache, bevor sie dann raus zu einer Übung mussten. So ging ich weiter nordwärts zur Wache von Rescue 1, einem der Feuerwehrhighlights von Manhattan. Den Truck habe ich leider 2004 nie zu Gesicht bekommen, dafür wollte ich ihn dieses Mal unbedingt sehen. Doch vorerst tut sich nichts, der Truck steht in der Halle, aber nichts weiter. Also gut, nach 20 Minuten mache ich mich auf den Weg nach Westen zum Pier zum Flugzeugträger-Museum auf der "Intrepid". Ich habe Glück, einige Monate später schon wird die Intrepid zur Restaurierung für längere Zeit nach New Jersey verschifft. Dort ist einfach alles für einen Militärinteressierten, wie ich es auch bin, zu finden. Von Flugsimulatoren, Military Shops, einer Sonderausstellung zum 9-11, dem großteils begehbaren Schiff mit nachgestellten Szenen, Räumen und Kabinen, bis hin zu den originalen Flugzeugen am Oberdeck, wie zB. der legendären und einzigartigen SR-71 Blackbird. Neben der Intrepid liegt noch ein Trägerboot mit der Concorde, durch welche ich ebenfalls durchspazierte. Ist zwar wirklich nichts Interessantes zu sehen, aber immerhin kann man sagen, man war mal drin. Dann wäre da noch die USS Fowler, ein U-Boot, dort steht aber wie schon 2004 eine große Schlange Besucher im Zelt und wartet auf Einlass, das tue ich mir nicht an. Wäre mir zu schade um die Zeit. Dann schaue ich noch im nebenliegenden McDonalds vorbei und bestelle mir Chicken McNuggets, meine Lieblingsspeise von McD, jedoch schmecken mir die bei uns zuhause besser, seltsam? Da hier gerade Rush Hour zur Mittagszeit ist, heißt es erstmal warten. Gestärkt laufe ich dann runter zum Pier von Circle Line Cruises und löse mir ein Ticket für die nächste Rundfahrt um 15:30 Uhr. Zuvor muss ich jedoch noch 1,5 Stunden warten. Die Zeit ist hervorragend geeignet für einen weiteren Besuch bei Rescue 1, dort setze ich mich gegenüber der Wache auf einen Hydranten und warte erstmal (und lasse mich sonnen). Rescue 1 kommt auch schon kurz darauf von einem Einsatz zurück - ein Prachtexemplar, dieses Fahrzeug.

Etliche schöne Fotos später hab ich Glück und sie sind gerade erst eingerückt, haben sie schon den nächsten Alarm. Nach einiger Zeit geht es sich gerade noch aus, dass ich sie noch beim Einrücken erwische. Dann geht's wieder rüber zum Pier, die Rundfahrt geht bald los. Die Menschenschlange ist schon sehr lang und klug wie ich bin, muss ich mir noch was zu trinken kaufen, da ich nichts mehr habe, und wie's der Zufall will, darf ich Dödel mich dann ans Ende der Schlange stellen - und das in der prallen Sonne. Doch auch dann nach dem obligatorischen Fotoshooting geht es auf's Schiff (hab einen tollen Platz ganz auf der Seite ergattert) und die Rundfahrt beginnt, zwei Stunden rund um die südliche Hälfte Manhattans und an der Statue of Liberty vorbei. Die Fahrt ist sehr angenehm, ein kühles Lüftchen weht auch und beim strahlenden Sonnenschein ist Manhattan ein Postkartenmotiv. Zuerst geht's am Hudson River runter zur Freiheitsstatue, dort drehen wir uns und fahren Kurs Nordost rüber zum East River, an der Südspitze Manhattans vorbei und den East River hoch bis zur Höhe der schätzungsweise 30th Street. Dann wieder eine Drehung und die selbe Strecke rund um die Südspitze wieder retour, klarerweise auch wieder unter der Brooklyn Bridge hindurch. In der Ferne kann man im Brooklyn drüben im Hafen die Queen Mary 2 sehen, mit dem 10x Zoom meiner Digicam kann ich sie schön bildfüllend heranzoomen, ein wahrer Koloss. Immer wieder witzig anzusehen, der umnetzte Golf-Abschlag-Platz, der als Pier in den Hudson River ragt. Am Festland angekommen um 17:30 Uhr gehe ich gleich quer Richtung Osten und komme wieder an Rescue 1 vorbei, und wieder erwische ich sie gerade beim Einrücken. Ich frage noch, ob ich mich ein wenig im Haus umsehen kann – auch hier kommt kein Nein und ich lausche den Jungs bei der Teambesprechung. Da hatte ich sie 2004 gar nicht gesehen, dafür diesmal gleich so oft, wie schön! Zu Fuß ging's jetzt wieder weiter nach Osten über den Times Square und die Wache vom "Pride of Midtown" (E54/L4), die auch gerade zu einem Einsatz ausrückten, bis zur 3rd Avenue im Osten. Ein anstrengender Marsch so spät noch am Abend. Mit der Subway Linie 6 fahre ich zurück zum Hotel, erstmal eine Verschnaufpause einlegen. Nach eineinhalb Stunden um 20:30 Uhr fahre ich wieder mit der Subway bis in die 51st und gehe zu Fuß rüber zum Rockefeller Center. Dort beginnt nun mein zweites Highlight dieser Reise, worauf ich mich schon so freute. NYC bei Nacht, einen Tag vor dem Independence Day. Den Patriotismus der Amerikaner liebe ich, so auch, wenn sie zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli ihre Häuser schmücken usw. Und die Skyline bei Nacht kann da sehr besonders was herzeigen, sind es doch die in den Nationalfarben Rot/Weiß/Blau beleuchteten Gebäude bzw. Dächer. Und wo sieht das von oben am besten aus – ganz klar, am TOTR am Rockefeller Center! Also wieder ein 18$ Ticket gelöst (wovon es mir jeder Cent zweimal wert war) und rauf auf die Besucherterrasse. Dort waren dann doch etwas mehr Leute als untertags, aber keinesfalls Platzmangel oder Gedränge. Alles war schön ruhig und locker und jeder hatte seinen Platz zum Fotografieren. Als ich Richtung Süden sah, diesen Moment bzw. diese Aussicht werde ich nie vergessen, es war grandios, wie der obere Teil vom Empire State Building in Rot/Weiß/Blau da stand vor dem Lichtermeer Manhattans! Ein unbeschreiblicher Ausblick, ein Postkartenmotiv. So etwas Schönes kann man am ESB klarerweise nicht sehen. Daher mein Tipp an alle NYC-Reisenden: Vergesst das ESB, geht aufs TOTR! Erst Recht bei Nacht. Rundherum in den Stadtteilen bzw. Vierteln wurden kleine Feuerwerke abgeschossen, wohl in Vorbereitung auf morgen. Durch die Glasscheiben lassen sich wundervolle Nachtfotos machen, auch ohne Stativ sehr klar und scharf. Oben dient die Mauer als ideales Stativ. Der dunkle Central Park wirkt im Lichtermeer wie ein schwarzes Loch. Ganze zwei Stunden verbringen ich oben und lasse das Ganze einfach nur auf mich wirken. Ich muss schon zugeben, aber der erste Blick raus auf die Skyline brachte mir eine Gänsehaut. Dann gegen 22:30 mache ich mich wieder auf den Weg zu Fuß zurück zur Subway Linie 6 vorbei noch an der St. Patricks Cathedral und runter zum Hotel. Zu Hause bin ich dann um 23:00 Uhr, eine Stunde später falle ich hundemüde ins Bett.

Dienstag, 04.07.2006

Unabhängigkeitstag – der heutige Tag ist der Hauptgrund, warum ich zu dieser Zeit nach NYC reiste, ich wollte einmal den 4. Juli in Amerika verbringen und ich bin stolz drauf, es heute zu tun. Ich muss gestehen, ich habe mich vorab im Internet zu wenig informiert, was heute untertags alles los ist in Manhattan, ich dachte eher an eine Parade oder Ähnliches. Aber leider fand ich da nichts Passenden, also stand ich erst um 09:30 Uhr auf und machte mich mit der Subway auf nach Chinatown. In der Subway selbst und auf den Straßen begegnet man überall den patriotischsten Amerikanern, US-Flaggen von oben bis unten. An einen älteren nett aussehenden Herrn mit weißem Rauschebart erinnere ich mich noch heute, er zog hinter sich einen Trolley nach, auf dem eine kleine Mickey Mouse saß, die zwei große US-Flaggen in den Händen hielt mit der Aufschrift "Show your Support". Er saß sich auf eine Bank in der Subwaystation, nahm die Mickey Mouse mit den Flaggen in die Hand und zeigte sie den Leuten, die an ihm vorbeihuschten. Es hat mich einfach nur gerührt, ich denke heute oft noch an dieses nette Bild. In der Canal Street angekommen, war es genau so, wie ich es noch aus 2004 in Erinnerung hatte. Ein mächtiges Gewusel aus Tausenden von Asiaten, an jeder Ecke die verschiedensten Düfte, von süßlich bis scharf und verdorben. Die gebratenen Hühner, Hunde und Enten (und was weiß ich noch was) in den Auslagen, die für NYC typischen Kellerabgänge am Gehsteig, in denen die Geschäftsinhaber ihre Waren bunkern, hunderte von Souvenirshops mit dem teils größten Kitsch, den es nur geben kann, die vielen Imitate und der Billigkram, das ist Chinatown. Selbst die Telefonzelle, von der aus wir 2004 telefonierten, erkannte sich sofort wieder. Ich suche erstmal den Weg Richtung Osten zur Feuerwache von E9/L6, doch E9 ist gerade nicht da. So gehe ich rein und frage um ein paar Fotos, ebenso kaufe ich mir noch ein T-Shirt der Wache und einen Patch. Als wir gerade so im Aufenthaltsraum der Wache quatschen, fragt mich der eine "You're a German? I see that on your Clothes". Aha, dachte ich, ich hörte ja schon öfters, dass die New Yorker die Touristen gleich erkennen, aber dass das so präzise geht. Hab ihn dann aufgeklärt, dass er ein Land daneben liegt, er lachte nur und sagte "You'll see how I know that?". Dabei hatte ich nur eine 3/4 Jeanshose, ein Hemd und Straßeschuhe an. Wir hatten jedenfalls alle was zu lachen.

Neben der Wache wurden gerade zwei Limousinen für eine Hochzeit geschmückt, das Brautpaar machte sich gerade in dem Haus dort bereit. Ich bin dann noch einige Blocks herumgelaufen und hätte nach ein paar günstigen Souvenirs Ausschau gehalten, aber außer ein paar T-Shirt fand ich absolut nichts. Nun geht's wieder rüber nach Little Italy, wo kurz vor dem WM-Finale alles in "Forza Italia" geschmückt ist. Little Italy ist wirklich schon ziemlich bedrängt, nur mehr ein paar kleine Straßenzüge erinnern hier an Italien, und die werden gerade für die WM-Feier vorbereitet und großzügig geschmückt. Da findet man schon mal den einen oder andren Hydranten oder eine Parkuhr in den Farben Grün/Rot/Weiß. Nun wandere ich nach Westen rüber zur Varick Street und komme wieder an der Wache von Ladder 8 vorbei, hier wurde seinerzeit der Film "Ghostbusters" gedreht, ein Schild mit dem Logo und T-Shirts erinnern noch daran. Einer der Feuerwehrmänner vor der Wache, der gerade eine Kettensäge starten will, bekommt mal eben aus dem zweiten Stock einen Kübel Wasser drübergeleert - vermutlich war er ein Probie, so was haben wir 2004 bei E6 auch schon miterleben dürfen. Lautes Gelächter von uns Passanten war der gelungene Applaus. Der Firefighter im 2. Stock fragte mich auch noch, ob ich das am Foto habe, so schnell war ich dann doch nicht. Vermutlich war er ein Probie, so was haben wir 2004 bei E6 auch schon miterleben dürfen. In der Duane Street komme ich wieder bei der Wache von E7/L1/B1 vorbei, leider ist alles geschlossen. Über die Chambers Street und am Gerichtsviertel vorbei an der City Hall gelange ich wieder zum Ground Zero und vorher noch zur St. Pauls Chapel, eine kleine Kirche nebenan, die noch viele alte Grabsteine im angrenzenden Friedhof hat. Ein kleiner Ort der Ruhe inmitten der ganzen Hektik. Doch was höre ich da, einen Firetruck im Einsatz. Mittlerweile kann ich ja schon Feuerwehr, Polizei und Rettung von den Sirenen untereinander unterscheiden. Es war Engine 10 unterwegs zu einem EMS-Call (First Responder Einsatz bei Medizinischem Notfall) im Century21-Store. Also nichts wie hin die paar Meter und fleißig fotografiert, während die Crew im Store ihre Arbeit tat. Bevor die noch retour fuhren, postierte ich mich schon mal beim Tenhouse vor der Fahrzeughalle, um E10 dann beim Einrücken zu fotografieren. Und da kam sie dann auch schon, ein paar schöne Fotos waren die Ausbeute. Wie ich sehen konnte, war L10 ebenfalls wo anders ausgerückt, auch die kam kurze Zeit später zurück, es entstanden wiederum wunderbare Fotos des Trucks vor ihrem Tenhouse. Die Fahrzeuge waren eingerückt, die Tore wurden wieder geschlossen, ich macht mich auf den Weg Richtung Wall Street. Doch nur wenige Meter gegangen hörte ich ein vertrautes Klingeln, es war das Öffnen der Tore der Fahrzeughalle an einer Feuerwache, in dem Fall des Tenhouse. "Everybody goes", also beide Fahrzeuge rückten aus zu einem Medizinischen Notfall am South Street Seaport auf einem Schiff, wie ich am Abend im Fernsehen sah. Dabei konnte ich dann von der Kreuzung mit der Liberty Street vor ihrem Haus ein wunderschönes Video drehen, wie beide Trucks mit vollem Sireneneinsatz ausrücken. Unterwegs dann Richtung Südost zur Wall Street, kam ich in einer Straße vorbei, die wiederum wegen eines Volksfestes/Marktes gesperrt war. Dort sah ich zufällig Battalion1 (Battalions sind übrigens Kommandofahrzeuge des FDNY) kommen, und der Fahrer winkte mir schon aus ungefähr 20m Entfernung zu und ich bemerkte, dass es Kirk war, den ich vor ein paar Tagen schon traf. Schnell ein paar Fotos noch geschossen, er bremste extra noch für mich. Durch den Markt durch kam ich zu einem Vietnam War Memorial, das wie viele andere die vielen Gefallenen des Krieges ehrt. Von Süden aus ging ich dann wieder die Wall Street hoch schoss noch einige Fotos und Selbstportraits und zog weiter retour nach Nordwest in die Duane Street zur Wache von E7/L1/B1, wo ich dann Kirk traf und noch einiges mit den Leuten plauderte. Ein T-Shirt musste auch noch mit mir mitkommen, da ich gerade keine 25$ in klein mit mir mit hatte und er nicht herausgeben konnte, bestand er drauf, dass ich es mitnehmen und morgen das Geld bringe. Ich sagte nein, doch erst bestand drauf. Mit einem schrägen Grinser scherzend sagt er noch "If you don't bring us the money, I'll come o Austria and kick your Ass". Ich bedankte mich vielmals bei ihm und wünschte ihnen noch einen schönen Dienst und einen schönen Independence Day.

Es war Zeit, Zeit zum Aufbruch für DAS Highlight meiner Reise, der Hauptgrund, warum ich hier bin. Es ist 17:45 Uhr und ich mache mich auf zum Hotel, um meine Sachen zu holen und das andre Zeugs Zuhause zu lassen. Mit Fotoapparat, Decke und Getränken bewaffnet machte ich mich vom Hotel zu Fuß auf nach Osten zum FDR, dem erhöhten Highway ganz im Osten am East River. Heute Abend findet das jährliche Spektakel des 4. Juli in New York statt, über dessen Vorbereitungs-arbeiten schon seit Tagen im TV berichtet wird – das Macy's Fireworks! Ich habe ja schon viel darüber gelesen und mich überall über den Ablauf informiert, aber trotzdem musste ich hier dabei sein. Gegen 18:30 Uhr bin ich dann irgendwo auf Höhe der ungefähr 14th Street, wo die Auffahrtsrampe zum FDR ist. Überall stehen Unmengen an Polizisten, somit fühle ich mich hier wirklich sicher. Die Taschenkontrollen bei der Auffahrtsrampe sind eher schlicht, nur ein kurzer Blick und fertig. Dann darf ich auch schon mit einer unvorstellbaren Menschenmenge rauf auf den komplett gesperrten Highway, die Fahrtrichtung Süd ist für uns Besucher auf zwei Spuren reserviert, hinter uns und vor uns die Fahrtrichtung Nord sind für das NYPD und die Einsatzfahrzeuge vorbehalten. Sicherheitsbedenken habe ich hier keinerlei, direkt vor uns ist ein NYPD ESU Truck postiert, dessen grimmige Crew mit Elektrotasern bewaffnet alle paar Meter aufgefädelt steht. Immer mehr Menschen kommen herauf, die Straße füllt sich schön langsam. Meinen Standplatz bezog ich dann mit meiner Decke ungefähr auf Höhe der 20th Street, neben mir komme ich mit ein paar jungen Leuten aus Los Angeles ins Gespräch und wir unterhakten uns einige Zeit lang, die sind echt begeistert, dass jemand von so weit hier her kommt. Links von mir fange ich dann noch mit einem Ehepaar, beide schätzungsweise so um die 80 Jahre, zu plaudern an, beide kommen aus der Gegend von Toronto. Er freut sich, als ich ihm erzähle, dass ich auch schon mal dort war. Um 19:30 Uhr beginnt dann der erste Teil, zwei FDNY Feuerlöschboote zeigen ihre volle Leistung und spritzen das Wasser aus allen Rohren, später dann auch noch gefärbt in Rot/Weiß/Blau. Kurze Zeit später kommen dann noch vier Hubschrauber des NYPD im Verband angeflogen und drehen eine Ehrenrunde in Formation. Die großen Schiffe mit dem Macy's Logo und dem Feuerwerk an Bord sind auch schon aufgefahren. Es wird schön langsam dunkel, die Spannung steigt immer mehr. Rundherum an allen Ufern sieht man nur sdie Blitzlichter vieler Polizeiwägen und was weiß ich noch alles. Ein NYPD-Hubschrauber mit Suchscheinwerfer stand die ganze Zeit über an derselben Stelle in der Luft. Um 21:20 Uhr ist es dann soweit, die Straße ist gerammelt voll und alle warten wir auf die erste Rakete. Die kommt dann auch gleich im Dreierpack. Ein wahrlich unbeschreibbares Jubeln und Pfeifen bricht aus, dass selbst mir eine Gänsehaut aufschießt. Und dann ging es auch schon Schlag auf Schlag. Die Raketen wurden von drei Schiffen aus im Sekundentakt in den Nachthimmel vor der Skyline hochgejagt. Und um ehrlich zu sein, mir hat es Freudentränen in die Augen gejagt, da ich so stolz war, hier mittendrin zu stehen. Und diese Freude der anderen überträgt sich da sehr schnell auf einen selbst. Da die Fotos vom Feuerwerk aufgrund der Aufregung und ohne Stativ nicht gerade berauschend wurden, beschloss ich einfach die 30 Minuten Feuerwerk mit der Digicam auf Video aufzunehmen. Mit der 1 GB-Karte ging sich das bis zur letzten Minute spielend leicht aus. So hielt ich die Kamera einfach aufs Feuerwerk und konnte nebenbei ganz ohne Stress das Ganze genießen. Was die da in die Höhe ballerten, war einfach grandios. Smilies, Friedenszeichen, Blumen, Würfel uvm. wurden da in den Himmel gezaubert. Einfach umwerfend. Insgesamt wurden da in 30 Minuten 120.000 Raketen von drei Schiffen in die Luft gejagt. Als das ganze Spektakel dann vorüber war, wollten tausende Menschen vom Highway runter. Das alleine war schon ein Spektakel zum zusehen. Also stellte ich mich einfach mal für 15 Minuten an den Rand und ließ das auf mich wirken, wie viele andre auch. Sollte hier eine Massenpanik ausbrechen, das wäre unvorstellbar, was da abgehen würde. Man konnte ja nirgends richtig aus, rechts ging es 10 Meter runter, links war die Fahrbahn durch Betonleitwände getrennt. Als die große Menge dann endlich unten war, haben wir oben in der "Galerie" dann das Treiben beobachtet, ehe wir vom NYPD zurückgebeten wurden. Irgendein mir jedenfalls fremder Bürger hätte mir dann seinen Klappstuhl geschenkt, er brauche ihn nun nicht mehr. Musste ihm aber leider absagen, da er für mich als Tourist schlecht ins Flugzeug passen würde, er lachte nur darüber. Gegen 22:30 Uhr dann ging ich auch langsam weiter, oben am FDR war nur noch ein Müllberg am Boden übergeblieben, unter dem FDR standen noch einige Einsatzfahrzeuge zum fotografieren. Um ca. 23:00 Uhr war ich dann wieder im Hotel.

Mittwoch, 05.07.2006

Irgendwann spät in der Nacht hat es zu regnen begonnen. Auf jeden Fall beginnt dieser Tag mit einem kleinen Desaster. Ich werde gegen 09:30 Uhr munter und denke mir die ganze Zeit, was ist denn das für ein komisches Geräusch in meinem Zimmer (welches sich im obersten Stock befand)? Als ich mich dann aufraffe und hinsetze, bemerke ich die Bescherung. Von der Decke an zwei Stellen tropfte Wasser herab, entlang der Leuchtstoffröhre runter auf den Boden. Oh Gott, was nun? Erstmal stelle ich eine Snapple-Erdbeer/Kiwi Flasche drunter, um dass Wasser aufzufangen. Als ich mit dem Morgen-Fertig-Machen fertig bin, gehe ich mal runter zur Rezeption und treffe zufällig am Gang Lou Beretto, den Besitzer. Er ist ein ausgesprochen netter, hilfsbereiter Typ, seine Wurzeln liegen meines Wissens in Italien, und er kommt gleich mit auf mein Zimmer und sieht sich den Schaden an. Ich muss das Zimmer wechseln, das ist sein Resümee, was ich mir schon fast dachte. Nun gut, also alles gepackt und ausgezogen, ich wurde in ein neues Zimmer im 1. Stock gebracht, ein noch kleineres Zimmer, ohne Waschbecken und Ablage. Lediglich Bett, Fernseher und Garderobe. Der Raum war schätzungsweise so ca. 3x3 Meter groß. Aber mir hat's gereicht. So packte ich wieder meinen ganzen Kram aus und breitete mich wieder aus. Mit all dem fertig ging ich um 11:30 vor die Tür, draußen regnete es sehr stark und donnerte ab und zu leicht. Und warm war es trotzdem, das war immerhin der erste Regen, den ich hier in New York bei Tageslicht erlebe. Ich fahre erstmal mit der Subway bis zur 51st und gehe zu Fuß quer Richtung Westen zum Times Square. Dort ist mein erstes Ziel die riesige Toys R' Us Filiale mit dem Riesenrad drin. Als ich nach ca. 30 Minuten wieder heraus komme, wieder ein schöner Tag - kein Regen mehr und es war schon wieder sehr warm und vor allem nun nach dem Regen extrem luftfeucht. Als nächstes schaute ich ins Times Square Visitors Center, um Grußkarten mit einem Webcamfoto wie schon 2004 nach Hause zu schicken, die jedoch seltsamerweise nie ankamen. Zu Fuß ging ich wieder südwärts Richtung Madison Square Garden, dort sah ich diesmal zum ersten Mal die Spitze des ESB's im Wolkenverhang. Gleich um's Eck beim Madison Square Garden habe ich wieder durch den Trick mit der Suche nach der großen US-Flagge am Haus die Wache von E1/L24 gefunden. Engine 1 hat eine kleine Besonderheit, nämlich vorne am Dach ein Modell des ESB, auf das gerade King Kong klettert. Diese Besonderheit deswegen, weil E1/L24 die ersten vor Ort bei einem Einsatz im ESB sind. Ladder 24 sieht auch besonders gut aus, dieser Truck hat vorne am Dach ein große Bullenhorn aus Texas. Gegenüber der Wache ist eine kleine Kirche, die außen eine sehr schöne Farbgebung hat. Nun ging's wieder weiter nach Süden runter zum FlatIron Building und weiter ins Hotel.

Von dort aus eine Stunde später mit der Subway runter zur City Hall und in die Chambers Street, als Ziel in die Duane Street. Als ehrlicher Mensch musste ich ja noch meine Schulden für das T-Shirt von E7/L1/B1 bei Kirk bezahlen. Nun geht's ins Abenteuer einkaufen, die Chambers Street eignet sich dafür ja hervorragend. Vor allem bei dem Supermarkt/Textilladen/Allerleigeschäft "Dee & Dee" gibt's Unmengen an Artikeln aller Art zu sehr günstigen Preisen. Vor allem bei Textilien sind dort sehr gute und preislich super Schnäppchen zu machen. Vollbepackt von Dee & Dee und dem nebenan liegenden Supermarkt fahre ich mit der Subway ins Hotel zurück, um erstmal alles abzuliefern. Vom Fenster aus sehe ich zufällig, wie die Leute den Müll gerade vor die Türe bringen, wo sich schon – typisch für NYC – die Müllberge stapeln. Eigentlich ist es Wahnsinn, wenn man das genauer betrachtet, wie dort ohne jegliche auch nur annähernde Mülltrennung alles in Müllsäcken weggeworfen wird. Ein paar Leute kommen und durchsuchen den Müll auf Brauchbares, sie finden darin eine Kaffeemaschine, eine Stehlampe uvm. Bei uns eigentlich undenkbar. Zufälligerweise höre ich gerade beim Auspacken in meinem Zimmer Feuerwehrsirenen, die auf einmal aus waren. Dachte ich mir, seltsam, dass die so plötzlich ausgeschaltet sind. Also schnappe ich meine Digicam und spute mich raus vor die Tür und siehe da, hinter unserem Hotel auf der anderen Straßenseite – ein Kleinbrand in einem oberen Stockwerk. Und es wäre nicht New York, wenn nicht gleich etliche Trucks vor Ort sein würden. Wieder einige schöne Fotos mehr auf meiner Festplatte. Der Weg führte mich dann gleich noch zum Deli und in eine Pizzeria, um mir noch eine Portion Spaghetti zu gönnen – das war erst mein zweites "richtiges" Essen, seit ich hier ankam. Was Hitze und viel Trinken doch so ausmachen. Ins Bett fiel ich schlussendlich um 23:00 Uhr.

Donnerstag, 06.07.2006

Um 09:00 Uhr läutete der Wecker, kurze Zeit später machte ich mich mit der Subway auf zur Spring Street und zu Fuß weiter nach Greenwich Village zu Squad 18, einer der sieben New Yorker Spezialeinheiten. Leider ist das Tor geschlossen, auch warten hilft da nichts. Nächstes Ziel, der Washington Square Park. Dort genieße ich erst mal mein Frühstück, meinen schon heiß geliebten Nesquik Kakao. Die neugierigen Eichhörnchen hier kommen einem wirklich bis zur Hand nahe - Wahnsinn, wie zutraulich die sind. So gehe ich weiter Richtung Süden und einfach irgendwo quer auf gut Glück in die nächste Seitenstraße. Zufällig sehe ich gerade einen NYPD Surge Drill, wo unzählige Streifenwagen mit Lichtanlage und Sirenen hintereinander durch die Straßen fahren, zur Abschreckung, zum Training und zum Zeigen von Präsenz, wie es offiziell heißt. Wie es der Zufall nochmals will, komme ich bei der Wache der Firepatrol 2 vorbei, diese Einheit (Brandschadensermittlung) habe ich zuvor noch nie live gesehen. Die sind dann auch gleich zu einem Einsatz ausgerückt. Nicht weit weg kam ich dann auch zum Glück noch an der Wache von E24/L5 vorbei, einer Tiller-Ladder, also einem Sattelzugfahrzeug. Zum ersten mal sehe ich so eine nicht nur am Straßenrand stehen, sondern auch im Einsatz. Wieder nehme ich die nächste Querstraße und komme weiter ostwärts in die Broome Street. Dort finde ich zufällig wieder Ladder5, die gerade beim Mittagseinkauf im Supermarkt sind. Auch Battalion 2 steht dort gerade zum Einkaufen, mit voller Beleuchtung - also Rotlicht und allem Drum und Dran. Plötzlich steigt der Lieutnant aus dem Fahrzeug und kommt auf mich zu, ich dachte schon, der sagt jetzt sicher, ich dürfe nicht fotografieren oder was auch immer, derweilen fängt er mit mir zu quatschen an, da ich ihm erzähle, dass ich Feuerwehrmann bin. War eine nette Unterhaltung, als dann sein Fahrer mit dem Essen zurückkam, mussten sie auch schon wieder weg. Noch schnell ein T-Shirt gekauft und später in Chinatown noch ein paar Fotos gemacht und schon geht's weiter zur Subway und rauf zum Hotel. Dort angekommen, wieder dasselbe Spiel – ich höre Feuerwehrsirenen und schnappe mir die Cam, was war in der 23rd Street hat's im Altenheim gebrannt. Wieder viele Trucks da, zum Glück nichts weiter passiert. Immerhin gab's für mich ein paar schöne Fotos. Um 15:30 Uhr werfe ich mich dann wieder in die Subway und fahre diesmal mit dem 4-Train rauf in die Bronx bis zur 161 Street / Yankee Stadium. Dort drehe ich eine Runde ums Stadion, leider ist nicht viel von drinnen zu sehen. Obwohl es eine interessante Feuerwache in der Nähe gäbe, beschließe ich, wieder zurück zu fahren, da mir die Gegend abseits vom Stadium doch etwas unsicher vorkommt, noch dazu alleine mit Fotoapparat. Retour geht's mit der Subway bis zum Union Square, von wo aus ich zu Fuß zurück zum Hotel gehe und mir unterwegs wieder eine Portion Spaghetti, diesmal "Bolognese", mitnehme. Im Hotel am Gang vor meinem Zimmer lerne ich heute das erste Mal Eddie kennen.

Eddie Day ist ein "Permanent Resident" im Hotel, also er lebt schon seit 25 Jahren dort. Er wollte mich ja nur fragen, ob ich eh nichts gegen seine Katze "Tiger II" habe, daraus wurde dann bis zum Ende meines Urlaubs noch eine gute Freundschaft. Er hat mir unheimlich viel erzählt von ihm und von früher, vom Hotel, von NYC, vom Koreakrieg, wo er Scharfschütze war, und so vieles mehr. Er ist jetzt 65, saß einige Jahre im Knast, war Boxer – ein typischer New Yorker Urgestein halt, wie er sich selbst als Native bezeichnete. Leider ist er durch seine Diabetes nicht mehr allzu mobil und kommt nicht mehr viel herum. So ist er meist den ganzen Tag über mit seiner getigerten Katze im Zimmer und quatscht viel mit den anderen Hotelbewohnern. Auch seine ganzen Fotos seiner Freunde aus dem Hotel zeigte mir, von den Russenmädels über die chilenischen Mädels zu den besonders netten Spanierinnen. Er hebt sich jedes Foto und jede Ansichtskarte von seinen Freunden auf. Mit Eddie werde ich die nächsten Tage noch oft ins Gespräch kommen, da sein Zimmer direkt gegenüber meinem ist. Am Abend gegen 20:15 Uhr fahre ich noch mit der Subway zur City Hall runter und spute mich, noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang zum Hudson River zu kommen. Durch das Gequatsche mit Eddie hab ich völlig die Zeit übersehen. Aber es geht sich gerade noch aus. Vom Steg aus kann man wunderbar die Skyline New Jerseys überblicken, dahinter ein traumhafter Sonnenuntergang in allen Farben – das wurden super Fotos! Zufällig fährt auch noch gerade ein altes Segelboot ins Bild, das trifft es perfekt. Hinter mir das World Financial Center und weit entfernt zu sehen das Empire State Building mit weiß beleuchteter Spitze. Beim abendlich beleuchteten Irish Memorial und durch die Vesey Street am Ground Zero vorbei schaue ich noch zum Tenhouse für ein paar Nachtfotos, auch von der Memorial Wall, wo zum Glück gerade keine Touristen sind. Von der WTC Path Station fahre ich mit der Subway rauf zum Times Square, wo ich noch den Times Square bei Nacht auf mich einwirken lasse. Hier ist momentan ein Gedränge – es ist unvorstellbar. Da es mir dann schön langsam zu viel wird, gehe ich rüber zur Grand Central und fahre mit der Subway zurück ins Hotel, ins Bett gehe ich dann hundemüde um 23:30 Uhr.

Freitag, 07.07.2006

Um 08:30 Uhr heißt es Aufstehen, heute wird wieder mal ein ruhiger Tag eingelegt. Beim Hotel raus, werde ich schon neugierig, als einige FDNY Trucks vor dem Hotel einsatzmäßig vorbeifahren in Richtung 23rd runter. Dort angekommen ist einiges los, ein Gelenkbus der MTA dürfte beim Motor Feuer gefangen haben. Einige Fahrzeuge waren an der Einsatzstelle, gebrannt hat jedoch nicht sehr viel. Aber immerhin gibt's hier wieder einige sehr schöne Fotos. Ich gehe dann noch die 3rd Avenue hinauf und sehe mir das hektische Treiben etwas an. Noch kurz ins Hotel zurückgekehrt und die Sachen gewechselt, heute ist Strandoutfit angesagt. In einer kleinen Tasche nehme ich nur das Wichtigste mit zum Strand, ich will nicht wieder voll bepackt herumlaufen wie beim ersten Mal. Dann geht's ab in die Subway und schon um 11:15 Uhr bin ich wieder draußen in Coney Island. Gleich ab zum Strand, Badetuch ausgepackt, Sonnencreme rauf und rein in die Sonne. Es war einfach genial, wenn auch (Das Wetter war wie immer, schön und heiß...) in der Mittagssonne ziemlich heiß. Das Wasser kam mir heute irgendwie kälter vor als zuletzt noch, ob das am Abendgewitter vorgestern lag? Rund drei Stunden bleibe ich am Strand und genieße die Sonnenstrahlen und die super Atmosphäre. P.S.: Die Lifeguards dort haben wirklich fesche Mädels am Strand. Dann dreh ich einige Runden am Holzsteg entlang der vielen kleinen Läden und Vergnügungsparks. Eigentlich wollte ich heute ins Brooklyn Aquarium gleich hinter dem Strand, da dieses im NYC-Pass inkludiert ist. Da sich jedoch gerade drei Schulbusse voller Schulkinder anstellten, habe ich diesen Plan gleich wieder verworfen. An der Vergnügungs"meile" kam ich auch beim berühmten "Shoot the Freak" vorbei, dort wird mit Begeisterung mit Paintballgewehren auf einen und herumlaufenden Typen geballert, selbst die kleinsten Kinder sind hier mir vollem Eifer dabei. Man glaubt gar nicht, wie viele Comicfiguren es gibt, wenn man ich hier die kleinen Shops mit all ihren Wasserbällen und Luftmatratzen ansieht, unglaublich, diese Menge. In der Nähe des Parachute Jump dreht gerade eine alte Mack Tower Ladder 161 ein paar Runden, dieser alte Truck ist wirklich unter der Bezeichnung "alt" zu führen, eine wahre Rostlaube. Doch fahren tut er, wahrscheinlich ist es ein Spare Truck der Ladder Company 161. Ich gehe jetzt noch einige Meter durch den Vergnügungspark, dort gibt es zB. ein "Autodrom auf dem Wasser", also man sitzt in einer Gondel, schippert über's Wasser und muss sich einfach gegenseitig rammen, klarerweise wird man schön nass dabei. Und der gemeine Besucher außerhalb der Anlage kann auch noch für 1$ mit großen Wasserpistolen auf die Leute drinnen spritzen.

Nun gut, weiter geht's zur U-Bahn, die große hochgelagerte Station ist auch von der anderen Seite beim Cyclone zu betreten, von dort aus hat man noch einen schönen Ausblick auf den Vergnügungspark. Mit der Linie "F" geht's retour nach Manhattan und weiter ins Hotel. Während der Fahrt stelle ich fest, dass das NYPD auch einige wirklich gut aussehende Damen hat, eine davon begleitete meinen Waggon, ich kann mich noch an ihr Namensschild erinnern "Off. Martinez". Im Hotel angekommen, wechsle ich wieder das Gewand und mache mich auf zur Einkaufstour nach Downtown Manhattan in die Chambers Street. Dort gibt's wieder einige Souvenirs, Geschenke, Gebrauchsartikel und Verpflegung zu erstehen. Ein kleiner Tipp für alle NYC-Reisenden: Souvenirs oder Postkarten (25 Stück für 1$) nicht nur in den teuren Läden rund um den Times Square kaufen, hier in den kleinen Shops und Supermärkten in der Chambers Street bekommt man sie zu Bruchteilen des Preises von den Shops in Midtown. Zuletzt mache ich nochmals einen Abstecher zum Ghostbusters-House von Ladder8, dort mache ich noch ein paar Fotos des Trucks und deren Ghostbusters-Logos. Nun geht's zurück ins Hotel, wo ich noch ein bisschen Fernsehen werde und um 23:00 Uhr ziemlich müde (vom Strand liegen und Einkaufen?) ins Bett gehe.

Samstag, 08.07.2006

Aufgestanden wird heute um 08:45 Uhr. Als erstes muss ich mit der Subway rauf in die 42nd zur Grand Central Station, wo ich in die Linie "7" nach Queens umsteige. Heute geht's nämlich nach Flushing Meadows in Queens. Die Fahrt dauert rund 30 Minuten, bevor ich bei der Station "103rd Street Corona Plaza" aussteige, da ich noch ein wenig durch eine typische Queens Gegend laufen möchte. Also gehe ich unterhalb der hochgelegten U-Bahn entlang der Straße Richtung Shea Stadium und Flushing Meadows Park. es geht dabei auch über den Grand Central Parkway, eine nicht allzu kleine Autobahn mit vielen schönen Amifahrzeugen und vor allem richtigen US-Trucks! Weiter über die Brücke und dann rechts geht's einige hundert Meter über die Meridian Road rein in Flushing Meadows, zuerst vorbei an den riesigen Tennisanlagen und am USTA National Tennis Center (Tennisstadion) mit unzähligen kleinen Tennisplätzen rund um das große Stadion. Dann beginnt auch schon der große weitläufige Park. Viel los ist hier nicht, alleine schon des Samstag Vormittags wegen. Zielstrebig führt mich der Weg zur riesigen Weltkugel, der "Unisphere". Ein wahrlich beeindruckendes Monument, rund 45 Meter hoch. Leider ist jedoch unter ihr das große Becken nicht mit Wasser gefüllt, so wie all die andren Wasser- und Brunnenanlagen hier rundum, leider! Das würde dem ganzen noch mal einiges mehr an Charakter verleihen. Und bei dem schönen Wetter (das wie üblich wieder um schön und diesmal noch heißer war) gab es einige schöne Fotos vom der Unisphere. Den vielen Anlagen, Skulpturen und Brunnen entlang gelangt man Richtung Osten durch den Park, wo die vielen normalerweise mit Wasser befüllten Anlagen hin zu einem großen See verlaufen. Etwas vorher war jedoch auf einer riesigen Fläche anscheinend gerade ein Jugendfußballturnier am laufen, wodurch dort alles belagert war. Also ging ich wieder retour Richtung Westen und dann rauf nach Norden nun auf der rechten Seite des Tenniscenters vorbei zu einem großen offenen Platz, wo ich mir erstmal einen Hot Dog und ein Snapple kaufte. Dort verweilte ich dann gut eine Stunde, da ich noch Zeit hatte, bis das heutige Tageshighlight begann, ein Baseballspiel zwischen den NY Mets und den Florida Marlins. Dafür hatte ich mir schon Zuhause in Österreich über's Internet Tickets besorgt, eines zum Preis von 25$, welches das einzige noch günstigste war in dieser Preisklasse. Aber ich dachte mir, das siehst du einmal im Leben, da darf es dann schon mal mehr kosten. Sehen wollte ich eigentlich eines der Spiele der Subway Series (also NY Yankees gegen NY Mets), aber die waren in der unteren Preisklasse alle schon sehr früh ausgebucht. Das Spiel begann um 13:20 Uhr, gegen 12:15 Uhr ging ich rüber zum Stadion, der weg führt dabei über eine Fußgängerbrücke über den großen U-Bahnhof der Linie 7. Beim Stadion angekommen reihte ich mich sicherheitshalber schon mal in die Warteschlange beim Internet-Ticket-Schalter ein, da mit der U-Bahn schon Massen an Spielbesuchern herangekarrt wurden. Leider hatte ich im Internet nicht sehr viel über den Ablauf der Spiele und das Drumherum gefunden, weshalb ich leicht nervös war, wie das nun alles funktioniert. Die meiste Nervosität hatte ich bei der Sicherheits- und Taschenkontrolle (Bag Inspection) am Eingang.

Dort wird kurz die Tasche (ich hatte anstelle des Rucksacks vorsichtshalber nur eine kleine Tasche mit Getränkeflasche, Fotoapparat, Ersatzbatterien und Speicherkarten mit) geöffnet und reingesehen, man selbst wird kurz mit ausgestreckten Armen auf versteckte Gegenstände untersucht und dann geht's auch schon rein ins Stadium. Meinen Metallverschluss der Snappleflasche hat der Kontrollor nicht gesehen, die sind bei allen Flaschen verboten. Da war dann auch die größte Nervosität schon weg. Im Stadium drin sah es auf den ersten Blick aus wie in einem Einkaufszentrum, Massen von Leuten fahren auf Rolltreppen in die jeweiligen Stockwerke, wo ihre Sitzplätze liegen. Ich hatte in der "Upper" Section in der Reihe 13 den Sitzplatz 749B, Sitz 4 - das war die Kategorie rot ganz oben rechts im Stadion. Die oberste Reihe hatte ich gewählt, um einen schönen Überblick aufs Spielfeld (und für schöne Fotos) zu haben. Den Sitzplatz hatte ich dann wider Erwarten schnell gefunden. Neben mich gesellten sich zwei Damen die eine schätzungsweise um die 50 Jahre und anscheinend ihre Mutter mit so rund 80 Jahren. Die Jüngere der beiden war etwas korpulent, weshalb es um meine Beinfreiheit nach rechts auf den ohnehin menschenunwürdig kleinen und engen Sitzen nicht besonders gut aussah. Wenigstens konnte man die Füße auf den Sitz des Vordernachbar stellen, solange er sich nicht zurücklehnte. Das taten die anderen allesamt auch, also will man doch auch dazugehören und nicht auffallen. Vor dem Spiel konnte man den Stars der Mets noch beim "Batting Practice" (also beim Üben der Schläge) zusehen, der Rasen wurde noch mit Rechen gerade gerichtet und bewässert und für die Kinder gab's Unterhaltungsprogramm. Die riesige Videowall des Stadiums war ohnehin die ganze Zeit über ein einziges Entertainment-System, auf dem laufend der geradeschlagende Spieler mit Infos zu ihm selbst vorgestellt wurde. Vor der Videowall ist ein großer schwarzer Zylinderhut, aus dem bei einem Homerun ein Apfel herauskommt. Hat ziemlich gut ausgesehen, wenngleich ich es auch nur vor dem Spiel sah, da es im Spiel keinen Homerun gab. Gleich vorweg, ich habe in meinem Leben noch nie ein Baseballspiel gesehen, geschweige denn, dass ich die Regeln kenne. Aber einmal wollte ich unbedingt dabei sein, das war heute. Um 13:20 Uhr begann also das Spektakel, mit dem gemeinsamen Singen der US-Hymne, für mich wieder einer dieser Gänsehaut-Momente, der mich stolz machte. Was ich jedoch nicht wusste, solle ich nun auch die Hand auf's Herz legen, wie alle andren oder es nicht tun und auffallen. Diplomatisch habe ich es dann gelöst, in dem ich den Fotoapparat auf Video schaltete und laufen ließ, und die Hände einfach dezent runter gab. Auf jeden Fall war es ein ehrfürchtiger Moment, wenn Tausende Amis ihre Hymne mit vollem Elan singen. Dann noch ein zweites Lied, "America America", oder wie das heißt. Nun kommen die Stars der beiden Mannschaften auf's Spielfeld und die Videowall zeigt jeden Star mit einem eigenen Video, in dem er sich vorstellt. Das Spiel selbst – wie soll ich sagen – verläuft für meinen Geschmack dauernd gleich. Ein Spieler mit dem Baseballschläger versucht den Ball zu treffen, den ihm der Gegner zuwirft. Wenn ihn der trifft, heißt's erstmal lossprinten rund um die Bases. Ein Treffer war aber nicht allzu oft der Fall, meistens ging er dann nur nach hinten los und flog in die Zuschauerränge. Witzigerweise wird sogar extra vor Spielbeginnen hingewiesen, dass man auf die Bälle achten soll, da diese ernste Verletzungen hervorrufen können, wenn einen einer falsch trifft. Fällt einem der Ball zu und man fängt ihn, darf man ihn für sich behalten, jedenfalls war immer ein ziemliches Gerangel drum. Das Spiel läuft also dann immer nach dem gleichen Schema ab, mittendrin gibt es in den Pausen immer wieder Spiele, die die Besucher in Laune halten, entweder wird per Videospiel auf der Videowall entschieden. welche Tribüne (nach Farbe) T-Shirts in die Menge geworfen bekommt, oder die Stadionkamera zeigt auf der Videowall Sitzpartner, die sich dann küssen dürfen/müssen. Ganz witzige Szenen sind das, wenn es dann mal zwei Nicht-Zusammengehörende trifft, die sich dann aber auch einen Schmatz an die Wange drückten. Dann kommt wieder mal "Mr. Met" (ein Maskottchen mit einem überdimensionalen Baseball als Kopf) auf die Tribüne und verschenkt T-Shirts, Kappen oder Kühltaschen. Allessamt Geschenke der heutigen Spielsponsoren.

Dann kommt die nächste Runde, wieder mit den Pausen und die nächste und nächste und nächste....Wie das Punktesystem funktioniert, hab ich leider bis heute nicht in Erfahrung gebracht, das war mir etwas zu hoch. Mittlerweile hat sich nach zwei Stunden Sitzen in der prallen Sonne meine Haut auf den Beinen schon so rot gefärbt, dass dieser Sonnenbrand meinen Rekord vom ersten Coney Island Besuch noch toppt. Es ist echt schon verdammt ungemütlich, hier zu sitzen. Jedenfalls, es war kurz nach 16:00 Uhr, als auf einmal mitten im Spiel wieder aufgestanden wurde zu "America America", da dachte ich, das Spiel wäre aus und plötzlich ging es aber wieder wie vorhin weiter. Dann nach zwei weiteren Runden aber doch, das Spiel ist vorbei. Der Großteil der Besucher steht nun gleichzeitig auf und läuft raus Richtung WC's, da waren vielleicht Schlangen, Wahnsinn. Die Dame neben mir fragt mich, ob ich denn schon gehe und mir nicht den zweiten Spielteil ansehen will, worauf ich mir denke, was – noch ein Spiel?? Jetzt hat das erste schon drei Stunden gedauert und jetzt noch eines, vermutlich ein Rückspiel oder eben doch nur die zweite Hälfte? Hab ihr dann erklärt, dass ich aus Österreich komme und es mein erste Spiel ist, ich mich nicht auskenne usw. Sie und ihre Mutter haben das ganz nett gefunden und mir dazu gratuliert. Ich hab mich dann noch verabschiedet, denn noch ein paar Stunden und ich hätte wahrscheinlich Verbrennungen 3. Grades an den Beinen gehabt. Also geh ich schön gemütlich raus aus dem Stadion, ich war nicht der Einzige, da sind schon einige Besucher gegangen. Draußen am riesigen Parkplatz bin ich noch einige Runden gedreht, um auf der Ostseite des Stadiums noch Fotos ins Stadium hinein machen zu können, da es dort eine große Öffnung hat. Das Stadium selbst sieht von außen sehr gut aus, in dunkelblau gehalten mit orange, die typischen Farben der NY Mets halt. Am Parkplatz – typisch Amerikanisch – zwischen den vielen Reisebussen und PKW's gab's Barbecue, wie gerne hätte ich da ein Steak mitgegessen. Dann mache ich mich auf zur Subwaystation gleich neben dem Stadion, mit der 7-Line geht's dann wieder zurück über die 42nd Grand Central und zum Hotel. Erstmal muss ich mich dort ausrasten, eine 0,5l Packung Häagen Daz's Carameleis verdrücken und meinen Sonnenbrand bildlich festhalten, so eine dunkelrote Färbung hatte ich noch nie, trotz der Sonnencreme, anscheinend aber zu wenig. Und genau dort, wo die Hose anfängt, geht die Farbe in einen zarten Hautton über, das sieht aus wie Schwarz auf Weiß. Abends um 21:30 Uhr drehe ich dann noch eine Runde zu Fuß rauf zum Empire State Building und zu Macy's. Um 22:15 Uhr bin ich wieder im Hotel und lege mich um 23:00 Uhr schlafen.

Sonntag, 09.07.2006

Heute Sonntag, stehe ich schon um 08:15 Uhr auf und mache mich zu Fuß auf Richtung Ground Zero, wo ich mir erstmal in der Liberty Street als Frühstück einen frisch zubereiteten Schokoladepudding und Orangensaft hole und diesen hinter der Kreuzung Church Street und Liberty Street auf einer gemütlichen Steinbank genieße. Das Wetter – klar - wiederum schön und heiß, auch schon jetzt in der Früh. Danach geht's Richtung Südost durch die Wall Street zum NYC Police Museum, das hat aber heute leider geschlossen, echt schade! Zumindest sehe ich die alten Polizeifahrzeuge vor dem Museum. Wieder etwas weiter westlich im "Canyon of Heroes" finde ich dann zum Glück endlich den berühmten "Bull", die Stier-Statue. Dort stehen Unmengen an Asiaten herum, das heißt lange Warten, bis ich endlich mal nur ein Foto des Stiers alleine bekomme, ohne Leuten davor, die sich im Akkord davor fotografieren lassen. Etwas weiter nördlich wieder sieht man an einer Baustelle unter die Erde, was hier Leitungen, Rohre und Kabeln verlegt sind, ist gar nicht in Worten beschreibbar. Aber das Foto eignet sich heute gut als Rätsel für Ahnungslose, was es denn sein kann. Mit der U-Bahn fahre ich nun rauf zur 33rd Street, wo ich in die Manhattan Mall schaue zum Einkaufen. Doch außer einer coolen Regenjacke im offiziellen "New York Mets" Shop (jetzt, wo ich ein Spiel besucht habe, gehöre ich ja auch zu den Fans) finde ich mir eigentlich gar nichts. Also fahre ich wieder runter zur Chambers Street, wo ich bei der World Trade Center Path Station gerade mitten in eine große Pressekonferenz eines MTA- oder PATH-Chefs laufe, der gerade über die aktuelle Situation zu den wenige Tage vorher geplanten Anschlägen auf die PATH interviewt wird, wie ich dann abends im Fernsehen gesehen habe. In der Chambers Street kaufe ich noch ein letztes Mal ordentlich ein und nehme bei "Ralph's", einem kleinen Supermarkt und Allerleiladen (hier gab's wirklich alles, vom Essen über Medikamente) einiges an Essen und Getränken mit, darunter 8 Flaschen Snapple, die etwas später noch zur Geltung kommen werden. Mittlerweile ist es 14:30 Uhr, als ich im Hotel ankomme, um die Einkäufe abzuliefern. Draußen ist es wieder sehr heiß, gott sei Dank ist es in der Subway immer angenehm bis sehr kühl. Es ist ja auch oft witzig, was für Personen man in der Subway trifft, beginnend bei den vielen Straßenmusikanten, selbst Blinde, die hier Musik spielend durch die Waggons ziehen und sammeln, Obdachlose, die High Society, Künstler, die herumturnen, oder die Dame, die in ihr Telefon brüllt und das Handy anschließend auf den Boden wirft. Ein immer wieder äußerst kontrastreiches Programm, wo man sehr gut den Volkssport "People Watching" betreiben kann. Mit der "4" Local Line fahre ich rauf zur 59th Street und gehe rüber zur 5th Avenue, wo ich erstmal bei "FAO Schwarz" vorbeischaue, der ja 2004 wegen Umbau geschlossen hatte. Ein wahres Paradies, Unmengen von Stofftieren, die feinsten und teuersten Geschenke, ein Klavier, auf dem Kinde die Tasten durch darauf hüpfen spielen, und und und. Zurück zum Hotel gehe ich über die ich glaube 4th Avenue, die wegen eines dieser Volksfest-Märkte einige Blocks lang gesperrt war. Diese Märkte sind ein wahres Dufterlebnis, alles Mögliche von Essen über verschiedene Gewürze bis hin zu den verschiedenen Produkten strömt hier durch die Nase. Am Abend im Hotel treffe ich wie jeden Tag noch Eddie und wir quatschen gut zwei Stunden, ehe wir beschließen, meinen letzten Abend in New York mit einer Pizza ausklingen zu lassen.

Also gehe ich runter zur Lexington Avenue / 23rd Street und hole bei einer Pizzeria zwei große Slices, einmal Cheese und einmal Peperoni. In Eddie's Zimmer essen lassen wir uns dann die Pizza schmecken, er spendierte die Getränke dazu. Zum Abschluss mach ich noch ein Erinnerungsfoto, für das er extra noch seine Katze "Tiger II" quer durchs Hotel jagt, da die ja auch auf's Fotos mit rauf muss. Als kleinen Abschiedsgruß habe ich ihm noch drei kleine Dosen Katzenfutter besorgt für "Tiger", die er mit großer Freude entgegen nimmt. Er erzählt mir dann, dass er Freunden aus dem Ausland immer etwas mit auf den Weg gibt, er schenkte mir zwei Dollarmünzen aus einer Sonderedition des Staates New York, die mit einer speziellen Prägung von New York bedruckt sind. Sozusagen als Dankeschön für die Einladung zum Pizzaessen und für die vielen Gespräche. Gerade, wo er doch alleine in dem kleinen Zimmer wohnt, wird er sich auch über jeden Besuch freuen. Und er betonte auch immer, wenn er zuhause ist, brauchen seine Nachbarn keine Angst haben, er passt auf uns auf, dass hier kein ungebetener Gast reinkommt. Auch wenn er vielleicht auf den ersten Blick (und das dachte ich mir anfangs auch) etwas griesgrämig aussieht, er ist ein echt cooler Typ. Als ich ihn zwei Tage zuvor in der 23rd Street in einem Supermarkt traf, stellte er mich gleich seinen Bekannten vor, ist doch auch nicht schlecht, oder? Abends beginne ich, meinen ganzen Kram zu packen. Eine schwierige Aufgabe, wie verpacke ich nur die Muscheln und den Sand von Coney Island, ein großes Poster, die zerbrechlichen Souvenirs usw. Doch für alles fand ich eine Lösung. Mit dem ersten Versuch war auch schon alles eingepackt. Und die besondere Herausforderung, meine heute gekauften 8 Flasche Snapple (je ca. 0,5l) wollte ich unbedingt mit nach Hause nehmen! Da es zu diesem Zeitpunkt die neue Flüssigkeiten-Sicherheitsregelung für's Handgepäck noch nicht gab, hab ich sie allesamt in Handtücher und Shirts eingewickelt und fest eingerollt im Rucksack für das Handgepäck verpackt. Ob die heil ankommen werden? Wenn nicht, gibt's eine ordentliche Sauerei, aber "wer nicht wagt, der nicht gewinnt". Für morgen ist also nach gut einer Stunde alles zum Auschecken vorbereitet, ich habe also noch bis 12:00 Uhr Mittag Zeit für meine Stadt. Ins Bett ging ich um 24:00 Uhr.

Montag, 10.07.2006

Der letzte Tag in New York City, der dann ganz anders kam, als geplant. Nun gut, geplant hatte ich für heute eigentlich noch nichts fixes, aber ich wurde gegen 08:20 Uhr geweckt, da etliche Feuerwehrfahrzeuge mit Sirenengeheul am Hotel vorbeirauschten. So machte ich mich noch vor dem Frühstück auf zu einer kleinen "Erkundungstour" einige Blocks ums Hotel, evt. ist ja gerade wo ein Einsatz. Leider Fehlanzeige, also wieder zurück zum Hotel und erstmal in der Küche einen Kakao zubereitet. Und siehe da, im TV laufen gerade live die Breaking News über eine Gebäudeexplosion in der 62nd Street / Madison Avenue. Also dachte ich mir, das ist meine große Chance, nichts wie hin dort. Nur dummerweise gab es zwei Probleme. Bis zur 62nd Street musste ich 38 Straßen bewältigen und meine 7-Tages-Subwaykarte war heute nicht mehr gültig. Da ich mein Bargeld jedoch noch für's Flughafen-Taxi aufsparen musste, beschloss ich, einfach zu Fuß zur 62nd zu laufen. Also im Eilschritt die 3rd Avenue rauf bis zur 62nd - hätte ich vorher gewusst, wie weit 38 Straßen sein können, hätte ich trotzdem die U-Bahn bezahlt. Aber immerhin habe ich unterwegs etliche auch selten anzutreffende Feuerwehreinheiten bei ihre Einsatzfahrt filmen können. Gedauert hat der Weg von der 24th in die 62nd rund 45 Minuten. In der 62nd gegen 10:30 Uhr angekommen und Richtung Madison Avenue rübergegangen sah es aus wie in einem Kriegsgebiet. Am Himmel schwebten drei Hubschrauber (der Presse wahrscheinlich) an Ort und Stelle, ein NYPD Hubschrauber kreiste herum. Die 62nd Street und die umliegenden Avenues um die Madison waren einziges Lichtermeer aus Einsatzfahrzeugen. Daran konnte ich mich gar nicht satt sehen, die Menge alleine an Feuerwehrfahrzeugen war schier unglaublich. Also begann ich mal, nacheinander alles zu fotografieren, da standen Fahrzeuge herum, die ich teils nur von Fotos kannte oder gar noch nie gesehen hatte. Die Digicam zeigte bereits wie schon öfters bei dem schönen heißen Wetter (auch heute wieder schön und heiß) die Temperaturanzeige an, da ich ein Foto nach dem andren schoss. Nur blöderweise hatte ich meinen externen Fotospeicher nicht mit, wodurch meine Fotoanzahl auf die restlichen drei 128mb Karten begrenzt war. Also gehe ich die ganzen Straßen rund um die Einsatzstelle (die bei diesem Aufgebot gar nicht so leicht auszumachen ist) ab und fotografiere ein Fahrzeug nach dem anderen. Auch brandneue Fahrzeuge stehen dabei, alle werden sie fotografiert. Insgesamt knapp 80 Fotos bringe ich so auf die Speicherkarten, ehe sie voll sind und ich meine letzte Karte wechsle. Und nun passiert das, wovor ich mich immer schon fürchtete! ich verliere eine Speicherkarte, ohne es zu bemerken! Tatsächlich, erst am Flughafen am Nachmittag bemerke ich, dass mir eine 128mb Karte mit ungefähr 30 Fotos fehlt!

Und gerade auf eben dieser Karte waren die interessantesten Fahrzeuge drauf, die dort herum standen. Klar, ich habe auf den andren Fotos auch gute Motive drauf, aber es ging mir um die abgebildeten relativ selten zu sehenden Fahrzeuge, die sind unwiederbringlich. Die Karte muss mir also irgendwo beim Wechseln (ich hatte sie alle in einer kleinen Ledertasche drin) runtergefallen sein, ohne dass ich es bemerkte. Aber zurück zum Einsatz, ich bin dann noch bis 11:15 Uhr herumgelaufen und hab mir diese Zeit als absolutes Limit gesetzt, da ich gerne noch länger geblieben wäre. Aber mit den 45 Minuten zu Fuß zurück zur 24th habe ich schon knapp kalkuliert, dass ich wie es vereinbart ist, bis 12:00 Uhr Mittag auschecke aus dem Hotel. Es ging sich fast auf die Minute aus, als ich um 12:05 Uhr beim Hotel ankomme, aber Inhaber Lou sagte mir, ich hätte mir ruhig noch Zeit lassen können. Die Sachen hatte ich ja schon alle gepackt, also nur noch schnell die Fotos auf die Festplatte gesichert und ab zur Rezeption. Dort verlief das Auschecken problemlos und sehr schnell und ich stand auch schon mit einem sehr wehmütigen Gefühl vor der Tür. Jetzt musste ich mir jedoch zum ersten Mal alleine und auf mich gestellt ein Taxi bestellen. Also versuche ich mein Glück und stelle mich an die Kreuzung der 24th mit der 3rd Avenue und strecke die Hand ganz cool und original newyorkmäßig in die Höhe – siehe da, schon nach keinen 20 Sekunden kommt ein Taxi heran. Der Fahrer, vermutlich ein Inder hilft mir gleich beim Einladen meiner Fracht (Gepäck kann man da ja gar nicht mehr sagen). Ich frage ihn noch, ob ich mit meinen 50$ Bargeld eh zum Flughafen komme, da ich mir soviel als "eiserne Bargeldreserve" gespart hatte und die Fahrt beginnt auch schon. Raus aus Manhattan, durch den Tunnel nach Queens und letzte Blicke auf Manhattan und Queens, die Stimmung ist am Tiefpunkt angelangt. Die Fahrt selbst verläuft sehr zügig und gemütlich, habe ich mir ehrlich gesagt schlimmer und wilder vorgestellt, aber so herrscht bei mir wieder ein Vorurteil weniger. Am Flughafen kommen wir ohne Staus relativ bald (ich glaube so gegen 13:15 Uhr) an, mein Flug ging um 17:55 und ich wollte spätestens drei Stunden vorher dort sein. Für das Taxi habe ich übrigens 45$ + Tip bezahlt, ich hab ihm dann die 50$ gegeben. Also rein ins Terminal, ohne Probleme durch die Sicherheits- und Passkontrollen und ab in den Wartebereich. Dort hieß es erstmal gut zwei Stunden warten. Ich hab die Zeit damit tot geschlagen, mir die Fotos von heute früh anzusehen. Hier habe ich dann bemerkt, das mir die Speicherkarte fehlt, nachdem ich meinen Rucksack 5 Mal durchkramte. Also rief ich gleich Zuhause an, sie sollen bitte ein Mail ans Hotel schicken, falls sie dort gefunden wird und gab Bescheid, dass ich schon am Flughafen bin. Als die Boeing 747 Jumbojet schon vor dem Terminal geparkt wird, gibt's wenigstens schon mal was zum Fotografieren und das Einsteigen lässt nicht mehr lange auf sich warten, verläuft dann auch wiederum problemlos. Am Rollfeld – geplanter Abflug 17:55 Uhr – werden wir in einen Parkslot eingeteilt, das heißt erstmal für rund 30 Minuten warten. Wenn man all de Maschinen sieht, die hier auf den Abflug hintereinander warten, erinnert mich das an 2004, da standen auch 24 Flugzeuge vor uns in der Reihe. Beim Fenster raus (hatte wieder einen Sitzplatz in der vorletzten Reihe hinten rechts mit einem jungen US-Pärchen neben mir) sehe ich mir noch einmal die amerikanischen Fahrzeuge und LKW's an, man sieht weiter entfernt ein paar der typischen Wasserbehälter und einige Taxis, da kommt jetzt erstmal richtige Wehmut auf. Es fällt mir schon schwer, jetzt schon nach Hause zu fliegen, wenn gleich ich mich auch wieder auf Zuhause freue, all die Erlebnisse erzählen und herzeigen kann. Dann geht's endlich los, raus auf die Piste und voller Schub. Das Abheben nehme ich noch auf Video beim Fenster raus auf, wie sehr hätte ich mir gewünscht, noch die Skyline zu sehen, leider war die auf der andren Seite. Jetzt heißt's endgültig Abschied nehmen, bye bye New York! Der Flug verläuft wieder sehr ruhig und angenehm, das Entertainment-System und darin das WM-Finalspiel vertreiben die Zeit etwas. Zum Essen gibt es diesmal Lasagne, die schmeckte ganz gut. Auch wenn es dann schon nachts und finster ist, im Flugzeug kann ich einfach nicht schlafen, maximal dahindösen.

Dienstag, 11.07.2006

Es ist noch immer finster, als wir irgendwo über dem Atlantik den Tag durchbrechen, dann wird es relativ rasch hell und schön langsam kommt wieder Leben in die Maschine. Im TV läuft gerade die englische Fassung von "Wallace & Gromit", zum Zerkugeln. Etwas Fernsehen und ein bisschen Hangman und Kreuzworträtsel auf Englisch spielen später sind wir auch schon in London und bekommen relativ rasch (eine halben Stunde früher als geplant) um 05:25 Uhr Landeerlaubnis in London Heathrow. Dort habe ich jetzt noch gut 1,5 Stunden zu warten, bevor es um 08:14 Uhr mit 45 Minuten Verspätung zurück nach Wien geht. Der Flug dorthin im Airbus A-319 ist abermals sehr ruhig und angenehm, unterwegs kann ich sogar das AKW Temelin und das Waldviertel mit der Stadt meiner Verwandtschaft erkennen. Mit meinem Zoom von der Digicam konnte ich die ganze Stadt super heranzoomen und alles festhalten. Um 11:03 Uhr landen wir dann in Wien, das Aussteigen geht zügig und das Gepäck kommt auch rasch aus dem Förderband. Meine Eltern warten auch schon, die Begrüßung ist dementsprechend groß nach zwei Wochen. Ich muss wirklich etwas an mir haben, wie ist wohl das Wetter in Wien, klar – heiß bei 30°C und strahlender Sonnenschein, was anderes bin ich ja gar nicht mehr gewöhnt. Jetzt ist es endgültig vorbei, das Abenteuer von zwei Wochen allein in der Großstadt New York. Und es war bisher das Größte, was ich erlebte. Und auch das Erlebnisreichste und Erfahrungsreichste. Die zweistündige Fahrt nach Hause nutze ich, um alle meine Erlebnisse in Kurzform zu erzählen, und selbst zwei Stunden reichen dafür bei weitem nicht aus. Zuhause wird erstmal alles ausgepackt und der ganze Souvenirberg fotografiert. Insgesamt 22 Kilogramm waren es, die ich in zwei Reisetaschen und einem Rucksack verstaut hatte. Und meine 8 Snapple-Flaschen? Die kamen alle heil an, sie schmeckten noch genauso wie in New York City und zwei leere Flaschen stehe jetzt als Dekoobjekt in meinem Zimmer.

Resümee

Was soll ich noch viel sagen, dieses Erlebnis ist sehr schwer zu beschreiben. Zwei Wochen war ich völlig auf mich alleine gestellt, aber ich hatte das Glück, dass ich mich durch die eine Urlaubswoche in NYC im Jahr 2004 schon relativ gut auskannte, von den Örtlichkeiten und Gepflogenheiten her. Und ich habe keine Sekunde dieser Reise gemisst, dort zu sein. Insgesamt 4.500 Fotos und rund 300 Videoclips habe ich geschossen, der längste davon das komplette Macy's Fireworks vom 04. Juli mit 30 Minuten und 1,2 Gigabyte. Das einzige, was mir fehlt, ist meine 128mb Speicherkarte mit den Feuerwehrfotos drauf, das tut mir heute noch weh. Auch etliche Suchanzeigen und Mails besuchten sie nicht wieder zum Vorschein, leider! Ich habe etliche neue Leute kennengelernt, von der Feuerwehr als auch so, und alle waren sie überdrüber nett, freundlich und hilfsbereit. Keine einzige schlecht oder gefährliche Situation habe ich erlebt. In der englischen Sprache fand ich mich sehr gut zurecht, Probleme gab es nie, nicht beim Verstehen und nicht beim selbst Sprechen. Da ich hauptsächlich das amerikanische Englisch spreche und auch sehr viele typische US-Floskeln und Dialektsworte kenne und selbst verwende, kam ich überall fließend durch. Der 7-Tages-New York Pass stellte sich als Fehlinvestition heraus, da zum einen im Gegensatz zu 2004 keine Subway-Wochenkarte mehr inklusive ist und ich die meisten für mich interessanten Museen schon 2004 sah und nicht noch mal besuchte. Genutzt habe ich im Endeffekt nur einmal das ESB und die 2h Circle Line Rundfahrt. Das Wetter zeigte sich in den gesamten zwei Wochen zu jeder Zeit nur von seiner besten Seite. Täglich strahlend blauer Himmel, Hitze zwischen 30° und 38° C, fast kein Wind, in den ersten Tagen jedoch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Regentage hatte ich – wenn man wirklich alles zusammenzählt – vielleicht einen im Ganzen, inklusive der Regenstunden in den Nächten. Ansonsten nur Sonne, genauso wie ich es mir wünschte.